Deutschland nach der Pleite im Klassiker

Wie konnte der Weltmeister gegen England nach einer 2:0-Führung noch verlieren? Und was bedeutet das für die EM?

So gehts an der EM nicht: Khedira, Özil und Podolski (v.l.).

So gehts an der EM nicht: Khedira, Özil und Podolski (v.l.). Bild: Keystone

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«Es war eine gute Lehrstunde», bekannte der deutsche Bundestrainer Joachim Löw nach dem 2:3 gegen England in Berlin am Ostersamstag. «Generell muss man sagen, dass die Engländer verdient gewonnen haben. Selbst als wir 2:0 geführt haben, haben wir kein dynamisches Spiel gemacht, hatten nicht immer die Kontrolle und viele Möglichkeiten zugelassen.»

Doch woran lag es, dass der Weltmeister enttäuschte? «Wir konnten den Testspielcharakter irgendwie nicht abschütteln. Wir als Mannschaft – und auch ich selbst – sind vom Einsatz und der Aggressivität nicht an die 100 Prozent herangekommen», fand Thomas Müller. «Nach einer 2:0-Führung in einem Freundschaftsspiel machst du vielleicht einen Schritt weniger, auch wenn du das eigentlich nicht darfst», sagte Mario Gomez. Für ihn war die Niederlage «ein Stück weit unerklärlich».

«Wir haben die Qualität, um solche Spiele eindeutig zu gewinnen. Da mache ich mir relativ wenig sorgen», konstatierte Sami Khedira. «In einem Turnier müssen wir die Leistung aber über 90 Minuten abrufen. Ich habe aber auch gesagt, dass wir hart arbeiten und wieder bewusster zusammenspielen müssen. Wir haben bis zum 2:0 viel richtig gemacht, danach weniger. Dann hat England uns bestraft.»

Es sei die «Quittung für den Alltagsschlendrian» gewesen, schreibt die «Frankfurter Allgemeine». «Die deutsche Abwehr wird vom englischen Sturm weggeblasen», kritisiert die «Süddeutsche Zeitung». Sogar Welttorhüter Manuel Neuer sei in der zweiten Halbzeit mit seinen desorientierten Vorderleuten untergegangen.

Die Wettanbieter sehen die Deutschen trotz der Niederlage gegen die Engländer und den nicht immer überzeugenden Auftritten in der Qualifikation weiter als EM-Favorit. Dahinter folgen Gastgeber Frankreich, Belgien, das erstarkte England und Italien. (ak)

Erstellt: 27.03.2016, 13:22 Uhr

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