Die Demütigung eines alternden Stars

Der holländische Nationalspieler Rafael van der Vaart ist am Tiefpunkt seiner Karriere angekommen. Die Gründe.

2010 griff Rafael van der Vaart nach dem WM-Pokal, wurde in Südafrika mit Holland dann immerhin Vizeweltmeister.

2010 griff Rafael van der Vaart nach dem WM-Pokal, wurde in Südafrika mit Holland dann immerhin Vizeweltmeister. Bild: Keystone

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Rafael van der Vaart – 32-jährig, Vizeweltmeister und 109-facher holländischer Nationalspieler – geriet in den letzten Jahren vor allem auch wegen seiner privaten Probleme in die Schlagzeilen. Er trennte sich von seiner Frau Sylvie und zuletzt auch von seiner Freundin Sabia Boulahrouz, was besonders in den Boulevardmedien ausgeschlachtet wurde.

Nach seinen Stationen bei Ajax Amsterdam, Real Madrid, Tottenham Hotspurs und dem Hamburger SV landete der Mittelfeldspieler erneut in Spanien. Auf diese Saison hin war Van der Vaart nach einer schlechten Spielzeit mit dem HSV, der fast abgestiegen wäre, zu Aufsteiger Betis Sevilla gewechselt und wollte dort noch einmal durchstarten. Doch mit seiner Rückkehr nach Spanien begann die schleichende Demontage des holländischen Stars.

«Habe den Tiefpunkt meiner Karriere erreicht»

Van der Vaart kam bisher in der Meisterschaft nur zu sporadischen Minuteneinsätzen. Und im Cupderby gegen den Stadtrivalen FC Sevilla stand er nicht einmal mehr im Kader. «Ich muss zugeben, dass ich den absoluten Tiefpunkt meiner Karriere erreicht habe», sagte der Holländer zur «Bild»-Zeitung. Was für den Holländer einer Demütigung gleichkommen muss: Wie er berichtet, habe er erst kurz vor dem Spiel davon erfahren, dass er nicht dabei sei. Als er in die Kabine gekommen sei, sei für ihn kein Trikot mit seinem Namen und seiner Rückennummer bereit gemacht worden.

Interimscoach Juan Merino fühlte sich offenbar nicht verpflichtet, Van der Vaart seine Entscheidung persönlich mitzuteilen. Es wird diesen Fussballer kaum darüber hinwegtrösten, dass er noch bis 2018 bei Betis einen Millionenvertrag in der Tasche hat. Denn er sagt: «Ich möchte spielen.» Wo, wird sich wohl schon bald zeigen. (tn)

Erstellt: 14.01.2016, 12:52 Uhr

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