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«Die Fifa hat Fehler gemacht und lässt dafür nun die anderen zahlen»

Aktualisiert am 17.12.2011 113 Kommentare

Wird der «Fall FC Sion» nicht bis am 13. Januar im Sinne des Weltverbandes gelöst, wird der Schweizerische Fussball-Verband (SFV) am 14. Januar bis auf Weiteres automatisch suspendiert.

Unheil: Der FC Sion und Christian Constantin bringen den SFV in eine knifflige Situation.

Unheil: Der FC Sion und Christian Constantin bringen den SFV in eine knifflige Situation.
Bild: Keystone

Chronologie des «Fall FC Sion»: Von Kairo bis Tokio

Am 22. Februar 2008 verpflichtet der FC Sion den ägyptischen Goalie Essam El Hadary. Sein bisheriger Klub, Al Ahly aus Kairo, unterstellt dem Internationalen Vertragsbruch. Dennoch debütiert El Hadary am 21. April 2008 für die Walliser und verlässt den Klub etwas mehr als ein Jahr später wieder nach zahlreichen enttäuschenden Leistungen.

Am 2. Juni 2009 verurteilt die Fifa El Hadary und den FC Sion zu einer Zahlung von 1,36 Millionen Franken an Al Ahly. Zudem wird Sion mit einer einjährigen Transfersperre belegt.

Am 13. Juni 2009 verpflichtet der FC Sion den Franzosen Abdoul Karim Yoda. Der juristische Krieg zwischen Sion und der FIFA hat definitiv begonnen.

Am 2. Juli 2009 setzt der Sportgerichtshof CAS die Strafe gegen den FC Sion aus, bis das Urteil der höchsten Sportgerichtsbarkeit feststeht.

Am 1. Juni 2010, fast ein Jahr nach dem Einspruch von Sions Präsident Christian Constantin, entscheidet der CAS gegen die Walliser. Die Transfersperre bleibt bestehen, die Busse wird leicht reduziert.

Am 16. Juli 2010 und bis zum Ende der laufenden Transferperiode darf der FC Sion trotzdem wieder Transfers tätigen. Er protestiert bei der Swiss Football League erfolgreich. Die SFL stellte den Wallisern den Entscheid, wonach sie keine Transfers tätigen dürfen, zu spät rechtskräftig zu.

Im Winter 2010/2011 verpflichtet Sion keine Spieler. Das Urteil des Bundesgerichts, das die Transfersperre der Fifa gegen Sion in Januar 2011 bestätigt, tut Constantin nicht weh. «Wir haben einmal 25 Tage und einmal 30 Tage keine Transfers getätigt. Das kommt einer ganzen Transferperiode gleich.»

Die Fifa teilt die Interpretation von Constantin nicht. Am 15. Juli 2011 verweigert die Qualifikationskommission der SFL auf Druck des Weltverbandes Pascal Feindouno, Gabri, Stefan Glarner, José Gonçalves, Billy Ketkeophomphone und Mario Mutsch die Spielberechtigung. Constantin will vor dem CAS protestieren.

Am 5. August 2011 lizenziert die SFL die sechs Neuzugänge, weil Constantin vor dem Bezirksgericht in Martigny eine superprovisorische Verfügung erlangt hat.

Am 6. August werden die Spieler kurz vor dem Anpfiff für die Partie in Basel gesperrt, weil sie mit dem Gang vor dem Zivilgericht gegen die SFL-Statuten verstossen haben. Danach kommen sie wieder zum Einsatz. Die meisten Gegner spielen unter Protest.

Am 2. September schliesst die Uefa den FC Sion von der Europa League aus, weil er im Playoff gegen Celtic Glasgow die sechs Neuzugänge eingesetzt hatte.

Am 13. September verlangt das Kantonsgericht Waadt superprovisorisch die Wiedereingliederung Sions in der Europa League. Die Uefa weigert sich.

Am 28. September bestätigt das Bezirksgericht in Martigny seinen Entscheid vom 5. August. Die Sion-Neuzugänge bleiben in der Axpo Super League spielberechtigt.

Am 3. Oktober zieht der FC Sion seinen Rekurs vor dem CAS zurück.

Am 19. Oktober werden die sechs Neuzugänge für fünf Spiele gesperrt, weil sie mit dem Gang vor das Zivilgericht gegen die Statuten der SFL verstossen haben.

Am 18. November hebt das Walliser Kantonsgericht die provisorische Spielberechtigung für die sechs Neuzuzüge auf.

Am 24. November klagt Constantin gegen den französischen Verband. Er will zehn Millionen Euro Schadenersatz, «weil der französische Verband Rennes für die Europa League eingeschrieben hat, einen Wettbewerb, von dem Sion widerrechtlich ausgeschlossen wurde».

Am 8. Dezember weist die Disziplinarkommission alle Proteste und Einsprachen gegen die Wertung der Partien, an denen die sechs Neuzugänge teilnahmen, ab. Die Walliser behalten sämtliche Punkte. Einige Konkurrenten planen den Gang vor den CAS.

Am 15. Dezember verweigert der von der UEFA aufgerufene CAS dem FC Sion die Teilnahme an der Europa League. Sion zieht den Fall weiter an das Bundesgericht.

Am 17. Dezember droht die Fifa beim Kongress in Tokio dem Schweizerischen Fussballverband mit der Suspendierung. Der Weltverband will, dass die Meisterschaftspartien, in denen Sion mit den Neuzugängen antrat, Forfait gewertet werden. Constantin kündigt eine Klage gegen die Fifa-Verantwortlichen wegen Nötigung an.

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Der SFV und sein Präsident Peter Gilliéron vernahmen die unerfreuliche Kunde vom Kongress der Fifa im fernen Tokio. Die Fifa verlangt explizit, dass sämtliche Partien des FC Sion, in denen einer oder mehrere der sechs neuverpflichteten Spieler eingesetzt wurden, mit Forfait-Niederlagen gewertet werden.

Sollte die angedrohte Sperre gegen SFV ab dem 14. Januar Tatsache werden, entstünde nicht nur für die Nationalmannschaft und die weiteren Auswahl-Teams des SFV ein Schaden, sondern auch für jeden einzelnen Klub, der sich mit ausländischen Vereinen messen möchte.

Forfait-Niederlage oder Punkte-Abzug

Unmittelbar bedroht wären beispielsweise die für den 22. Februar und den 13. März geplanten Auftritte des FC Basel in der Champions League gegen Bayern München. In einer ersten Reaktion sprach Bernhard Heusler, Vizepräsident des FCB, von einer «unangenehmen Situation», in die sein Verein ohne eigenes Verschulden geraten sei. Heusler brauchte den Vergleich mit einem Autopassagier, der keinen Einfluss auf die Fahrt nehmen könne und das erste Unfallopfer werde. Der FC Basel dürfte wie alle übrigen Schweizer Klubs während der Suspension auch keine Freundschafts- und Testspiele gegen ausländische Mannschaften bestreiten. Für die Nationalmannschaft wäre zuerst das auf den 29. Februar angesetzte Länderspiel gegen Argentinien betroffen.

An einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz im Haus des Fussballs in Muri bei Bern konnte Präsident Peter Gilliéron noch nicht definitiv aufzeigen, wie der SFV nun vorgehen werde. Gilliéron hält es aber für unrealistisch, dass Sion nun doch mit Forfait-Niederlagen bestraft werde. Eher komme ein Punkte-Abzug in Frage. Gilliéron glaubt, dass der Wille der Fifa damit möglicherweise erfüllt werden könnte. Dieser Ansicht ist auch Robert Breiter, Jurist der SFV.

Gilliéron hält es für möglich, dass der SFV vor das internationale Sportgericht CAS in Lausanne gelangen werde, sollte die Suspendierung Tatsache werden. «In jedem Fall werden wir alles daran setzen, die Situation zu bereinigen.» Es gelte nun, in nächster Zeit die «vielen komplexen juristischen Fragen» zu klären.

Constantin plant Strafanzeige

Die Drohung der Fifa belasten das Gewissen von Christian Constantin nicht. Der Präsident von Sion, der am Ursprung der Affäre steht, bläst bereits zum Gegenangriff. «Ich bin nicht überrascht über den Entscheid. Die Fifa hat viele Fehler gemacht und lässt dafür nun die anderen zahlen», meinte Constantin. Er plant nun gegen die Fifa-Verantwortlichen Strafanzeige wegen Nötigung einzureichen. Geht es nach dem Walliser Klubchef, muss sich Fifa-Präsident Joseph Blatter demnächst vor einem Staatsanwalt erklären.

Die beiden Uefa-Exponenten Michel Platini und Gianni Infantino hatten im Herbst bereits vor einem Schweizer Gericht Rede und Antwort stehen müssen, nachdem Constantin sie verzeigt hatte. Zudem will Constantin bei der nächsten Generalversammlung des Schweizerischen Fussballverbandes beantragen, dass Blatter nicht mehr zur Wahl für das Fifa-Präsidium vorgeschlagen wird. (fal/si)

Erstellt: 17.12.2011, 13:47 Uhr

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113 Kommentare

Pierre Kohler

17.12.2011, 14:38 Uhr
Melden 29 Empfehlung

Es gibt eine einfache Lösung: Schmeisst den FC Sion aus dem SFV raus! Antworten


Stef Schmutz

17.12.2011, 13:18 Uhr
Melden 28 Empfehlung

Also, dann weiss der SFV, was er zu tun hat. Die Millionenklagen vom FCB und der Nationalmannschaft kann sich Constantin, bzw. der FCS nicht leisten. Das ganze Theater war ja amüsant, aber nun ist genug. Sobald Dritte zu Schaden kommen, hört der Spass definitiv auf. Ich erwarte, dass Sion von der Meisterschaft ausgeschlossen wird, bis Constantin seinen Laden im Sinne der Reglemente aufgeräumt hat! Antworten



Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 15:26
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.05Live Cipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 4:3
Stand: 27.05.2012 15:25
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0511:00Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0511:00Djokovic - Starace
28.0511:00Bolelli - Nadal
28.0511:00Federer - Kamke
Stand: 25.05.2012 15:24
Keine Daten vorhanden
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