Sport

Die «Killer-Queen» aus dem Asylantenheim

Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 25.03.2011

Sie reiste als Asylbewerberin nach Deutschland ein. Und heute ist Susi Kentikian Deutschlands erfolgreichste Profiboxerin und Weltmeisterin.

1/14 Die deutsche Boxerin Susi «Killer-Queen» Kentikian posiert an einer Pressekonferenz.
Bild: Keystone

   

Jetzt hat die 23-Jährige ein Buch über ihr Leben mit dem Titel «Mir wurde nichts geschenkt» herausgegeben. Am 14. März ist es erschienen. Kentikian wird wegen ihrer unglaublichen Schlagkraft in der Branche die Killer-Queen genannt. Auch wenn sie in der Fliegengewichtsklasse kämpft, hat die Linksauslegerin schon manche Gegnerin übel zugerichtet. Sie hat sämtliche ihrer bisherigen Fights gewonnen, gleich 16-mal durch K. o. Am Samstag verteidigt sie ihre drei Gürtel der WIBF, WBA und WBO. Ihre Gegnerin ist die Mexikanerin Ana Arrazola, der ebenfalls eine Tracht Prügel droht. Es ist Kentikians 14. Titelverteidigung.

Die selbstbewusste 23-Jährige hat ein bewegtes Leben hinter sich. Ihr Geburtsname ist Sjusanna Lewonowna Kentikjan. Im Alter von fünf Jahren verliess sie mit ihren Eltern und ihrem Bruder Armenien, weil dort die Einberufung ihres Vaters zum Militärdienst im damals umkämpften Bergkarabach drohte. Die Familie zog zunächst in ein Wohnheim in Berlin. Wegen der dort herrschenden Gewalt und der fehlenden Deutschkenntnisse flüchteten die Kentikians nach Moldawien und später nach Russland. Dort besuchte Susi kurze Zeit die Schule.

Als Putzfrau brachte sie ihre Familie durch

Im Jahr 1996 versuchte die Familie einen Neuanfang in Deutschland und übersiedelte nach Hamburg. Kentikian lebte zunächst auf der «Bibby Altona», einem Wohnschiff für Asylbewerber, und kam dann später in einem Asylbewerberheim unter. Ihr Aufenthaltsstatus blieb lange unsicher. Doch der erste Profivertrag als Boxerin sicherte ihr und ihrer Familie im Jahr 2005 ein dauerhaftes Bleiberecht. Neben der Schule arbeitete Kentikian im Alter von 16 Jahren als Putzfrau, damit sie ihre Familie finanziell unterstützen konnte. Im Sommer 2006 absolvierte sie an einer Berufsfachschule für Ernährung und Hauswirtschaft ihren Realschulabschluss. Im Juni 2008 erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft. Danach hatte sie einen Antrag gestellt, um ihre armenische Staatsangehörigkeit zu erhalten. Heute lebt die Familie immer noch in Hamburg.

Mit Bushido-Song in den Ring

Inzwischen sitzen auch viele Promis am Ring. Kentikian wird vor ihrer Titelverteidigung mit dem Song «Alles wird gut» des Rappers Bushido einlaufen. «Das ist eine Ehre für mich», sagt Bushido in «Bild». Er sei überzeugt, dass im Kampf gegen die Mexikanerin Ana Arrazola für Kentikian alles gut komme. «Sie ist wie eine kleine Schwester für mich. Sie ist nicht nur eine super Boxerin, sondern auch ein toller Mensch.» Zwischen Kentikian und Bushido stimmt die Chemie offensichtlich. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.03.2011, 12:13 Uhr

Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 15:26
Keine Daten vorhanden
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Roland Garros
27.05Live Cipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 4:3
Stand: 27.05.2012 15:25
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Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0511:00Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0511:00Djokovic - Starace
28.0511:00Bolelli - Nadal
28.0511:00Federer - Kamke
Stand: 25.05.2012 15:24
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