Die Krönung für Lionel Messi

Im Zürcher Kongresshaus sind im Rahmen des Ballon d'Or Lionel Messi und Abby Wambach als Weltfussballer des Jahres 2012 ausgezeichnet worden. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete live.

  • 2. Zusammenfassung  

    Lionel Messi sorgt für weitere Rekorde. An der Fifa-Gala im Zürcher Kongresshaus wird der Argentinier zum vierten Mal in Folge mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet.

    Im Jahr 2012 sorgte Lionel Messi für manche Rekordmarke. Für Barcelona und das argentinische Nationalteam erzielte der Superstar sagenhafte 91 Tore, die 40 Jahre währende Bestmarke von Gerd Müller (85) übertraf der «Floh aus Rosario» mit einer beeindruckenden Leichtigkeit. Was fehlte, waren die grossen Titel mit seinem Arbeitgeber Barcelona. Dafür bestimmten die Captains und Nationaltrainer der 209 Fifa-Mitgliederstaaten – unter ihnen auch Gökhan Inler und Ottmar Hitzfeld – Messi zum besten Spieler des letzten Jahres.

    Die rund 1000 geladenen Gäste spendeten Messi beim Überreichen des goldenen Balls sekundenlangen Applaus, dem Geehrten waren die Sympathiebekundungen nicht recht. Der Goleador wirkte wie immer, scheu und nicht sehr redselig. Er erachtet die Geburt seines Sohns als «das Beste, was mir je passiert ist». Die vierte Auszeichnung als bester Spieler des Jahres hievt Messi – ob er es will oder nicht – in eine eigene Liga.

    Leer gingen die zwei weiteren Nominierte aus der Primera Division aus. Cristiano Ronaldo, mit Real Madrid spanischer Meister und zweitbester Torschütze hinter Messi geworden, wurde zum dritten Mal bei vier Nominierungen nicht als Weltbester gewählt. Messis Teamkollege Andres Iniesta blieb mit grossem Abstand Rang 3 und die Genugtuung, bereits als Europas Fussballer der Saison 2011/12 geehrt worden zu sein.

    Bei den Frauen wurde Amerikanerin Abby Wambach ausgezeichnet. Die zweifache Olympiasiegerin gewann die Wahl vor der fünffachen Siegerin Marta (Br) und ihrer Teamkollegin Alex Morgan. (si)

  • Portrait  

    Lionel Messi. - Geboren am 24. Juni 1987 in Rosario (Arg). - Grösse/Gewicht: 169 cm/67 kg. - Nationalität: Argentinier. - Klub: FC Barcelona (seit 2000, Vertrag bis 2018). - Grösste Erfolge: Dreimal Champions-League-Sieger (2006, 2009, 2011), fünfmal spanischer Meister (2005, 2006, 2009, 2010, 2011), zweimal spanischer Cupsieger (2009, 2012), zweimal europäischer Supercup-Sieger (2010, 2012), zweimal Klub-WM-Sieger (2010, 2012), vierfacher Torschützenkönig Champions League (2009, 2010, 2011, 2012), zweifacher Torschützenkönig der Primera Division (2010, 2012). - Sieger Ballon d'Or/FIFA-Weltfussballer 2009, 2010, 2011 und 2012. - Rekorde 2012: 91 Tore (79 in 60 Spielen für Barcelona, 12 in 9 Spielen für Argentinien) in einem Kalenderjahr, schnellster Hattrick-Schütze in Barcelonas Klubgeschichte (innert 17 Minuten bei 5:0 gegen Mallorca), erster fünffacher Torschütze in einem CL-Spiel (bei 7:0 gegen Leverkusen).

  • Zusammenfassung  

    Lionel Messi wurde im Zürcher Kongresshaus im Rahmen der Fifa-Gala mit dem Ballon d'Or als Weltfussballer des Jahres 2012 ausgezeichnet.

    Der Argentinier gewann die Wahl zum vierten Mal in Folge und ist damit alleiniger Rekordhalter. Zur Wahl standen auch Cristiano Ronaldo (Real Madrid) und Andres Iniesta (FC Barcelona). Bei den Frauen wurde die amerikanische Olympiasiegerin Abby Wambach ausgezeichnet. (si)

  • Resultate  

    Fifa, Ballon d'Or Gala (für das Jahr 2012). Männer: 1. Lionel Messi (Arg, FC Barcelona) 41,60 Prozent der Stimmen. 2. Cristiano Ronaldo (Por, Real Madrid) 23,68. Andres Iniesta (Sp, FC Barcelona) 10,91.

    Frauen: 1. Abby Wambach (USA, MagicJack Boca Raton) 20,67. 2. Marta (Br, Tyresö/Sd) 13,50. 3. Alex Morgan (USA, Seattle Sounders) 10,87. - Trainer des Jahres: 1. Vicente del Bosque (Sp, Nationalteam Spanien) 34,51. 2. José Mourinho (Por, Real Madrid) 20,49. 3. Pep Guardiola (Sp, FC Barcelona, bis Juni 2012) 12,91. - Trainer des Jahres im Frauenfussball: Pia Sundhage (Sd, Nationalteam USA, bis Anfang Dezember 2012).

    Weitere Auszeichnungen. Fairplay-Award: Usbekischer Verband. - Puskas-Award (Schönstes Tor): Miroslav Stoch (Slk, Fenerbahçe Istanbul). - Presidential Award: Franz Beckenbauer (De).

    FIFPro World XI (Team des Jahres). Tor: Iker Casillas (Sp, Real Madrid). - Verteidigung: Dani Alves (Br, FC Barcelona), Gerard Piqué (Sp, FC Barcelona), Sergio Ramos (Sp, Real Madrid), Marcelo (Br, Real Madrid). - Mittelfeld: Xabi Alonso (Sp, Real Madrid), Xavi Hernandez (Sp, FC Barcelona), Iniesta. - Sturm: Messi, Radamel Falcao (Kol, Atletico Madrid), Ronaldo.

    Die bisherigen Gewinner des Ballon d'Or. 2010: Lionel Messi. - 2011: Messi.

    Bemerkung: Der Preis wird seit 2010 als kombinierte Auszeichnung von «FIFA Weltfussballer des Jahres» und «Ballon d'Or» des französischen Fachmagazins «France Football» verliehen.

  • Fussballer des Jahres  

    Fabio Cannavaro nimmt die Ehrung bei den Männern vor. Und: Lionel Messi macht das Rennen, zum vierten Mal de suite. Das ist beeindruckend. Das hat noch niemand geschafft. Standing ovation und grosser Applaus im Saal.

  • Fussballerin des Jahres  

    Jetzt geht es langsam um die Wurst. Wer wird Weltfussballerin des Jahres: Marta, Alex Morgan oder Abby Wambach? Hope Solo übergibt den Preis. Sie tritt mit Monsieur Blatter auf die Bühne. Es ist: Wambach!

  • Intermezzo  

    Amy Macdonald gibt ein Ständchen. Die Schottin ist Anhängerin der (zwangsrelegierten) Glagow Rangers. Sie war mit dem ehemaligen Fussballer Steve Lowell (u. a. Dundee, Aberdeen) verlobt. Im Juli 2012 brachen die beiden auseinander. Ms Macdonald hat also Beziehungen zum Fussball.

  • Puskas-Award  

    Die Gala kommt zurück auf das schönste Tor des Jahres: Falcao, Neymar oder Stoch? Carlos Valderrama überreicht den Preis. Wir sind gespannt...Stoch von Fehnerbahce macht das Rennen. Das ist doch eine Überraschung.

  • Fairplay-Preis  

    Prinz Ali aus Jordanien hält die Laudatio für den Fairplay-Preis. Der Sieger ist: der Fussball-Verband aus Usbekistan. Der Verband hat viele Fairplaypunkte gesammelt.

  • Blatter und Beckenbauer  

    Sepp Blatter hat das Wort. Der König aus dem Wallis (und der Fifa) spricht in Englisch. Er hält die Laudatio für Franz Beckenbauer, der den Präsidenten-Award erhält. Ein König kürt den Kaiser – das ist mal was Neues.

  • Männer-Trainer  

    Nun kommen die Männer-Coaches dran. Mourinho, Guardiola oder Del Bosque? Felipe Scolari liest vor: Es ist Vicente Del Bosque, der Nationaltrainer von Spanien.

  • Damen-Trainer  

    Pia Sundhage macht das Rennen als beste Trainerin für Frauen-Teams. Bruno Bini und der Japaner Norio Sasaki wurden auf die Plätze 2 und 3 verwiesen.

  • Weltelf  

    Auch die Weltelf wurde gekürt: Im Tor ist es Iker Casillas. Dann: Daniel Alves, Gerard Piqué, Sergio Ramos, Marcelo, Xabi Alonso, Xavi Hernandez, Andres Iniesta, Lionel Messi, Falcao, Cristiano Ronaldo. Wir stellen fest: eine Angelegenheit der Primera Division.

  • Das schönste Tor  

    Zuerst wird der Preis für das schönste Tor des Jahres (Puskas-Preis) übergeben. Das wurde abgestimmt. Die Nominierten: Radamel Falcao, Neymar und Miro Stoch.

  • Es geht los an der Gala  

    Ruud Gullit und seine Kollegin begrüssen alle. Zuerst die nominierten Fussballerinnen: Marta aus Brasilien, Alex Morgan und Abby Wambach, die eine Wucht in ihrem Kopfballspiel ist. Dann das männliche Trio: Ronaldo, Favorit Messi und Iniesta.

  • 19 Uhr  

    Um 19 Uhr beginnt der Festakt. Tagesanzeiger.ch/Newsnet ist mit TV-Liveticker dabei.

  • 18.15 Uhr  

    Natürlich haben sich auch Lionel Messi und Cristiano Ronaldo auf dem roten Teppich gezeigt. Nun begibt sich die illustre Gäste-Schar zum Bankett. Da muss Otto Normalverbraucher draussen bleiben.

  • 18 Uhr  

    Weitere illustre Gäste werden auf dem roten Teppich gesichtet: Sängerin Amy Macdonald, US-Goalie Hope Solo, Barcelonas Fussballer Gerard Piqué, der ehemalige Kolumbianische Fussball-Star Carlos Valderrama oder etwa die weiblichen Fussball-Stars Marta und Alex Morgan, die zu den nominierten Spielerinnen zählen.

  • 17.30 Uhr MEZ  

    Der Gastgeber des heutigen Fifa-Events, Sepp Blatter, und der Neo-Russe Gérard Depardieu strahlen um die Wette. Es gibt wohl nichts Schöneres als die alljährliche Party der Fifa in Zürich.

  • ab 17 Uhr  

    Die Stars zeigen sich nun auf dem roten Teppich vor dem Zürcher Kongresshaus. Promis aus der grossen Welt des Fussballs, aber auch aus der Kultur. So weilt auch der mehrfache Oscarpreisträger aus Basel, Arthur Cohn, am Fifa-Anlass in der Limmatstadt. Fussball-Lehrmeister Felipe Scolari gibt bereitwillig Autogramme.

  • 15.59 Uhr  

    Nach einer halben Stunde ist der Spuk zu Ende. Die Stars verschwinden wieder hinter dem Vorhang. Um 17 Uhr flanieren sie vor dem Kongresshaus über den roten Teppich. Erwartet werden nebst Messi & Co. auch Gérard Depardieu, Amy MacDonald und natürlich Sepp Blatter.

  • 15.51 Uhr  

    Messi und Ronaldo über die gegenseitige Rivalität:

    Ronaldo: «Ich bin nicht frustiert, dass wir verglichen werden. Ich arbeite für meinen Klub und ich versuche einfach mein Bestes zu geben.»

    Messi: «Wir sind keine Konkurrenten. Wir versuchen beide für das Team zu kämpfen, wir sind keine Rivalen.»

  • 14.49 Uhr  

    Pep Guardiola über seine Zukunft: «Ich möchte wieder Trainer werden, aber ich habe noch keinen Club.»

  • 15.46 Uhr  

    Jetzt wirds spannend! Messi wird über Ronaldo befragt. «Er ist sicher einer der besten Spieler der Welt», sagt Messi kurz und knapp, während ihn Ronaldo doch noch kurz in die Augen schaut. Die Frage geht auch an den Portugiesen, er äussert sich über den Argentinier. «Ich habe nicht abgestimmt», sagt Ronaldo ernst und fragt grimmig nach: «Haben Sie mich verstanden!?»

  • 15.43 Uhr  

    Während die Stars auf der Bühne neben dem Ballon d'Or sitzen und mit Superlativen um sich schmeissen, ist ihre Mimik etwas moderater. Messi lächelt immer wieder, aber Ronaldo schaut ziemlich grimmig in die Kameras. Er würdigt Messi keines Blickes.

  • 15.42 Uhr  

    Wieder Ronaldo. Was ist das für ein Gefühl neben den besten der Welt zu sitzen? «Sehr speziell. Ich komme aus einem kleinen Land. Es ist jedes Mal unglaublich hier zu sein und zu den Besten zu gehören.»

  • 15.40 Uhr  

    Frage an Cristiano Ronaldo. Wie fest hoffen Sie, dass Sie wieder Weltfussballer werden? «Das wäre schön, aber wenn ich es nicht werde, geht das Leben auch weiter. Ich denke, ich habe meinen Job auf dem Platz erledigt. Wir werden sehen.»

  • 15.37 Uhr  

    Die erste Frage an Messi. Ein Titel fehlt Ihnen noch: der Weltmeistertitel mit Argentinien!? Messi: «Die WM 2014 ist noch weit weg, aber wir sind auf einem guten Weg. Wir haben ein starkes Team und ich bin zufrieden, wie es bis jetzt läuft.»

  • 15.29 Uhr  

    Messi, Iniesta und Ronaldo betreten die Bühne. Und auch Vicente del Bosque und Pep Guardiola stehen den Journalisten während der Medienkonferenz zur Verfügung.

  • Verzögerung  

    Die Stars lassen sich Zeit. Der Beginn des Events verzögert sich. Lionel Messi & Co sind aber in Zürich eingetroffen.

  • 14.55 Uhr  

    Noch fünf Minuten bis zum Auftritt von Messi, Ronaldo und Iniesta.

  • 14.37 Uhr  

    Mit dem Statement von US-Coach Pia Sundhage geht die Medienkonferenz der Frauen zu Ende. Um 15 Uhr steigen Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Andres Iniesta auf die Bühne.

  • 13.32 Uhr  

    Marta hat mit den beiden US-Amerikanerinnen wieder grosse Konkurrenz. Abby Wambach und Alex Morgan krönten ihre Karriere 2012 in Londen mit dem Olympiasieg. US-Coach Pia Sundhage, die als Trainerin des Jahres nominiert ist, sagt über Wambach und Morgan: «Sie haben beide viele Tore geschossen und mich als Coach sehr gut aussehen lassen.» Im Gegensatz zu Wambach und Morgan hat Marta noch keinen grossen Titel mit Brasilien errungen. 2004 und 2008 stand sie zwar im Olympiafinal, verlor aber beide Endspiele.

  • 14.20 Uhr  

    Marta über den Ballon d'Or und wie sie sich fühlen würden, wenn sie dieses Jahr nicht gewinnt: «Ich bin immer vorbereitet. Ich habe auf dem Spielfeld alles gezeigt, was möglich ist. Wenn ich dieses Jahr nicht gewinne, werde ich weiterarbeiten. Wir leben diesen Traum, den Ballon d'Or zu gewinnen.»

    Die Enttäuschung dürfte sich bei einer Nicht-Wahl in Grenzen halten. Sie wurde schon fünfmal Weltfussballerin.

  • 14.15 Uhr  

    Marta wird gefragt, wie sie als Kind zum Fussball kam: «Ich habe den Fussball auf der Strasse entdeckt. Ich kickte als kleines Mädchen mit anderen Kindern in den Gassen.»

  • 14.09 Uhr  

    Mit leichter Verspätung beginnt die Medienkonferenz der Frauen und der Coaches. Die nominierten Spielerinnen: Marta, Abby Wambach, Alex Morgan (v.l.).

  • 13.51 Uhr  

    Gespanntes Warten auf die Nominierten. Um 14 Uhr werden die besten Fussballerinnen präsentiert. Langsam füllt sich der Presseraum.

  • Die Nominierten  

    Weltfussballer des Jahres

    Lionel Messi (Argentinien/FC Barcelona)
    Andres Iniesta (Spanien/FC Barcelona)
    Cristiano Ronaldo (Portugal/Real Madrid)

    Weltfussballerin des Jahres

    Marta (Brasilien/Tyresö FF)
    Abby Wambach (USA/vereinslos)
    Alex Morgan (USA/Seattle Sounders Women)

    Trainer des Jahres bei den Männern

    Vicente del Bosque (Spanien)
    Pep Guardiola (ehemals FC Barcelona)
    José Mourinho (Real Madrid)

    Trainer des Jahres bei den Frauen

    Bruno Bini (Frankreich)
    Norio Sasakin (Japan)
    Pia Sundhage (ehemals USA)

    Puskas-Preis (Tor des Jahres)

    Radamel Falcao (Kolumbien/Atlético Madrid)
    Neymar (Brasilien/FC Santos)
    Miroslav Stoch (Slowakei/Fenerbahce Istanbul)

    Fairplay-Preis

    Guatemaltekischer Fussballverband
    Usbekischer Fussballverband
    Eskisehirspor (Türkei)

  • Vorschau  

    Auch wenn die Konkurrenz hochkarätig ist und die Auswahl durch Nationaltrainer und -captains sowie ausgewählte Journalisten bereits im November getroffen werden musste: alles andere als der nächste Rekord für Lionel Messi würde erstaunen. Noch nie hat ein Spieler die Auszeichnung als Weltfussballer des Jahres viermal in Folge überreicht bekommen. Die Fachwelt war sich im Vorfeld der Wahl jedoch einig, dass der argentinische Ballzauberer eine weitere Bestmarke aufstellen wird.

    Sagenhafte 91 Tore, 79 für den FC Barcelona und zwölf für Argentiniens Nationalteam, stehen in Messis Statistik. Für das Jahr 2012, versteht sich. Mit einer sprichwörtlichen Leichtigkeit hat der Linksfuss die Bestmarke von Gerd Müller aus dem Jahr 1972 (85 Treffer) überboten. Das wichtigste Duell der letzten Saison, jenes um den Titelgewinn in der Primera División, hat Barcelona gegen Erzrivale Real Madrid zwar verloren. Der persönliche Zweikampf mit Cristiano Ronaldo entschied Messi aber zu seinen Gunsten.

    Nicht Ronaldos Priorität

    Cristiano Ronaldos Meriten des letzten Jahres beinhalten die Qualifikation für den EM-Halbfinal mit ihm als Captain von Portugals Auswahl und 63 Tore für Real Madrid. Im königlichen Ensemble von José Mourinho ist der Supertechniker die prägende Figur. Die Dynamik und seine gewaltige Schusstechnik machen Ronaldo zu einer Attraktion mit aussergewöhnlich grossem Unterhaltungspotenzial.

    Streitbar ist Ronaldo deshalb, weil ihm Kritiker das grosse Selbstbewusstsein und das Bemühen, stets auch auf dem Platz gut auszusehen, als Arroganz auslegen. Zur anstehenden Wahl sagte der Weltfussballer von 2008, er würde sie gerne gewinnen. «Aber das Leben hört nicht auf, wenn ich es nicht werde.» Priorität haben die Erfolge im Club. Abwechslung könnte Ronaldo durchaus brauchen. Der Rückstand auf Leader Barcelona ist bereits beträchtlich.

    Iniesta bereits geehrt

    Gegen Andrés Iniesta, den dritten Nominierten, spricht die Tatsache, dass er bereits die Trophäe als bester Fussballer Europas erhalten hat. Die herausragenden Leistungen auf internationaler Ebene, vor allem beim EM-Titel Spaniens, wurden Ende August von der Uefa und einer Jury von 53 Sportjournalisten honoriert. Beim Gewinn des dritten grossen Titels der Iberer in Folge war Iniesta mit seinen genialen Pässen und seiner brillanten Übersicht ein überaus wichtiges Element.

    Weil er im Vergleich mit den beiden Konkurrenten um die Auszeichnung als weltbester Fussballer nicht annähernd so viele Tore schoss, dürfte Iniesta heute Abend wohl leer ausgehen. Auch wenn Sergio Ramos, sein Kollege im Nationalteam, sagt: «Er ist der Erleuchtete, der von einem Zauberstab berührt wurde. Er kann Dinge tun, die kein anderer kann, und er kann damit den Lauf des Spiels ändern.»

    Weitere Awards

    In Zürich werden heute Abend nicht nur die drei grossen Stars im Rampenlicht stehen. Die Fifa und das Fachmagazin «France Football» vergeben während der Gala weitere Awards. Ausgezeichnet werden die Weltfussballerin des Jahres (nominiert sind die Amerikanerinnen Abby Wambach und Alex Morgan sowie Marta, die fünffache Siegerin aus Brasilien), die Nationaltrainer des Jahres sowie der Schütze des schönsten Tores 2012 (Puskás Award). Die Auswahl bei den Torschützen wurde mittlerweile auf Radamel Falcao, Neymar und Miroslav Stoch eingeschränkt. Die Internetuser durften in einer Abstimmung ihr persönliches Topteam bestimmen. Weiter werden im Kongresshaus vor einer grossen Zahl illustrer Gäste der Presidential Award für einen herausragenden Beitrag zum Wohle des Fussballs und der Fairplay-Preis überreicht. (si)

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 07.01.2013, 10:09 Uhr)

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