Sport

Die neue Spannung auf der Insel

Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 29.12.2009 5 Kommentare

Die Premier League erlebt die abwechslungsreichste Saison seit Langem. Die Übermacht der grossen vier Klubs bröckelt. Das hat seine Gründe.

Tottenhams Goalgetter Jermain Defoe trifft gegen Valon Behramis West Ham United: Die Konkurrenz der «Big Four» hat Lunte gerochen.

Tottenhams Goalgetter Jermain Defoe trifft gegen Valon Behramis West Ham United: Die Konkurrenz der «Big Four» hat Lunte gerochen.
Bild: Reuters

Premier League, 20. Runde

Am Montag spielten: Wolverhampton Wanderers - Manchester City 0:3. Stoke City - Birmingham City 0:1. Everton - Burnley 2:0. Chelsea - Fulham 2:1. Blackburn Rovers - Sunderland 2:2. Tottenham Hotspur - West Ham United 2:0. - Am Dienstag: Aston Villa - Liverpool. Bolton Wanderers - Hull City. - Am Mittwoch: Manchester United - Wigan Athletic. Portsmouth - Arsenal.

Rangliste: 1. Chelsea 20/45. 2. Manchester United 19/40. 3. Arsenal 18/38. 4. Tottenham Hotspur 20/37. 5. Aston Villa 19/35 (29:17). 6. Manchester City 19/35 (38:27). 7. Birmingham City 20/32. 8. Liverpool 19/30. 9. Fulham 19/27. 10. Sunderland 20/23. 11. Everton 19/22. 12. Stoke City 19/21 (15:23). 13. Blackburn Rovers 20/21 (20:35). 14. Burnley 20/20. 15. Wigan Athletic 18/19. 16. Wolverhampton Wanderers 20/19 (17:36). 17. West Ham United 20/18. 18. Bolton Wanderers 17/17. 19. Hull City 19/17 (18:40). 20. Portsmouth 19/14.

Premier League

38. Runde

13.05.Chelsea London - Blackburn2 : 1
13.05.Everton - Newcastle3 : 1
13.05.Manchester City - Queens Park Rangers3 : 2
13.05.Norwich - Aston Villa2 : 0
13.05.Stoke - Bolton2 : 2
13.05.Sunderland - Manchester United0 : 1
13.05.Swansea - Liverpool1 : 0
13.05.Tottenham - Fulham2 : 0
13.05.West Bromwich - Arsenal London2 : 3
13.05.Wigan - Wolverhampton3 : 2
Stand: 13.05.2012 17:59

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Manchester City38285593:2989
2.Manchester United38285589:3389
3.Arsenal London382171074:4970
4.Tottenham38209966:4169
5.Newcastle381981156:5165
6.Chelsea London3818101065:4664
7.Everton3815111250:4056
8.Liverpool3814101447:4052
9.Fulham3814101448:5152
10.West Bromwich381381745:5247
11.Swansea3812111544:5147
12.Norwich3812111552:6647
13.Sunderland3811121545:4645
14.Stoke3811121536:5345
15.Wigan3811101742:6243
16.Aston Villa387171437:5338
17.Queens Park Rangers381072143:6637
18.Bolton381062246:7736
19.Blackburn38872348:7831
20.Wolverhampton385102340:8225
Stand: 13.05.2012 18:01

Manchester United, Chelsea, Arsenal und Liverpool: Sie zählen zu den «Big Four» der englischen Top-Liga – oder sie haben bisher dazu gehört. Denn heuer ist die Premiere League spannender und abwechslungsreicher als in den letzten Jahren, in denen seit 2005 kein anderer Klub in die Phalanx der grossen vier einzudringen vermochte. Damit konnte das Quartett jeweils auch auf die fetten Einnahmen der Champions League zählen.

Im Meisterschaftsbetrieb 2009/10 ist das anders: Die vier renommierten Teams schwächeln, allen voran der FC Liverpool, der auf Rang 8 in der Tabelle abgestürzt ist und von dem fast stündlich die Entlassung von Trainer Rafael Benitez erwartet wird. Champion Manchester United hat trotz einem überzeugenden Wayne Rooney in der Post-Cristiano-Ronaldo-Ära bereist fünf Niederlagen kassiert, mehr als in der gesamten letzten Saison. Leader Chelsea tritt nicht überzeugend auf, nachdem die noblen «Blues» einen souveränen Start hingelegt haben. Und auch Arsenal erlebt immer wieder Rückschläge.

Primera Division lockt die Stars

Der Grund für die Trendwende in England hat auch wirtschaftliche Aspekte. Bis auf Roman Abramowitschs Chelsea verloren alle Klubs Schlüsselspieler, ManU beispielsweise scheint den Verlust von Ronaldo an Real Madrid stärker zu spüren als erwartet. «Die Finanzkrise, ein neuer Spitzensteuersatz und der schwache Pfundkurs erschwerten die Akquise» schreibt «Welt online» zur «Revolution auf der Insel».

Tatsächlich orientieren sich die weltbesten Fussballer momentan in Richtung Spanien. So spürt man auch an Liverpools Anfield Road den Abgang von Mittelfeldspieler Xabi Alonso an Real Madrid schwer. «Kamen von den 23 Nominierten zur Wahl des Weltfussballers des Jahres 2008 noch elf aus der Premiere League und acht aus Spaniens Eliteliga, ist dieses Verhältnis nun exakt umgekehrt», untermauert «Welt online» diese These. Unter den besten fünf landete bei der Fifa-Wahl keiner aus der englischen Spitzenklasse. Schliesslich ist aus Europas Königsklasse Liverpool bereits in der Vorrunde ausgeschieden, nach mehrheitlich missglückten Heim-Vorstellungen. Dass englische Klubs die Champions League wie in den letzten Jahren dominieren werden, scheint in dieser Spielzeit äusserst fraglich – trotz grandiosen Spielertypen wie Rooney.

Den Fans ist es recht

Arsenals Manager Arsène Wenger, der stur auf die Jugendpolitik bei den Gunners setzt, sieht nichts Negatives in dieser Entwicklung. «Das sind Veränderungen, die gut für die Werte des Fussballs sind.» Natürlich jubelt auch die Konkurrenz. Herry Redknapp, Wengers Branchenkollege von Stadtrivale Tottenham Hotspur: «In dieser Saison ist alles möglich.» Aston Villa, das in seinem Fussball-Stil auf typisch britische Tugenden setzt und damit hoch in der Gunst der Zuschauer steht, hat durch mehrere Exploits und gute Leistungen gegen die sogenannten Spitzenklubs aufhorchen lassen. Und das neureiche Manchester City unterstreicht mit seinem neuen Trainer Robert Mancini die hohen Ambitionen.

Die neue sportliche (und wirtschaftliche) Situation ist aber vor allem für die Supporter, die nicht dem Promi-Quartett aus London, Manchester oder Liverpool angehören, eine Offenbarung. Ihr Team hat derzeit gegen die «Big Four» eine echte Chance, ein Spiel zu gewinnen oder zumindest ein spannendes Duell zu sehen. Fussballfan, was willst du mehr?

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 29.12.2009, 16:09 Uhr

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5 Kommentare

Volker Seer

29.12.2009, 13:53 Uhr
Melden

Eine Situation, die die deutsche Bundesliga schon seit Jahren kennt. Da spielen nicht mehr die besten Spieler der Welt, auch sind die Klubs nicht mehr europäische Spitze, aber die Spiele sind spannender und die Stadien sind voll. Den Zuschauer jedenfalls erfreut es. Antworten


Tim Thommen

29.12.2009, 14:02 Uhr
Melden

Spaniens Klubs verschulden sich (ausser Barca, die aber so oder so, wie Arsenal, hauptsächlich auf Eigengewächse setzten), was in England nicht gemacht wird. Benitez darf z.B. gar keine Transfers machen, daher ist das Kader nicht sehr tief und das es dann nicht reicht, zeigten die Spiele während der Ausfälle von Torres und Gerrard! Aber eben, mir soll's recht sein: "C'mon you Spurs!" Antworten



Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 15:30
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.05Live Cipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 4:3
Stand: 27.05.2012 15:25
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0511:00Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0511:00Bolelli - Nadal
28.0511:00Federer - Kamke
28.0511:00Djokovic - Starace
Stand: 25.05.2012 15:24
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden

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