Ein Aufsteiger, den keiner auf der Rechnung hatte
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Anders als die Vorgänger Luzern, Sion (2006), Xamax (2007), Vaduz, Bellinzona (2008) und St. Gallen (2009) strebte Thun den Aufstieg nicht an.
2005: Champions League. 2007: Sex-Skandal. 2008: Abstieg. 2009: Verwicklung in Wettskandal. 2010: Aufstieg. - Die Achterbahnfahrt des FC Thun geht weiter. Doch dass sie schon am Ende der Saison 2009/2010 wieder Höhenluft einatmen, damit haben sie in Thun nicht gerechnet. Denn als die Thuner im letzten Sommer den Trainer- Novizen Murat Yakin ins Oberland lotsten, erwarteten sie von ihm nicht auf Anhieb Wunderdinge. «Ein Platz unter den ersten fünf sollte es sein», hatte Sportchef Andres Gerber zu Saisonbeginn gesagt. Im vorderen Tabellendrittel zu sein, schien ihnen realistisch. Den Aufstieg wollten sie erst im Jahr 2011 schaffen, zur Eröffnung des neuen Stadions.
Yakins hilfreiche Kontakte
Nun hat Murat Yakin das Überraschende bereits in seinem ersten Jahr erreicht. In seiner ersten Saison als Profi-Trainer erzielte er das Maximum. Schon bevor der Coup feststand, prasselte Lob von allen Seiten auf den früheren Internationalen. Von Seiten der Spieler hört man oft, wie sehr Yakin noch wie ein Spieler denken und mitfühlen könne. Die Verantwortlichen sind begeistert über die harten Trainings, die er führt und die oft weit mehr als zwei Stunden dauern.
Yakin brachte in Thun aber auch seine Stärken als Netzwerker ein. Seine guten Kontakte zum FC Basel brachten den Berner Oberländern ein paar gute und günstige Transfers ein. Die Innenverteididger Timm Klose und Nicolas Schindelholz kamen ebenso vom Basler Nachwuchs wie der ausgeliehene Marco Aratore. Die drei entwickelten sich neben den Routiniers Oscar Scarione, Milaim Rama und Roland Bättig zu Leistungsträgern.
Budget soll fast verdoppelt werden
Nach diesem ersten Erfolg als Trainer kommt auf Yakin eine intensive Zeit zu. Zusammen mit Sportchef Andres Gerber muss er die Mannschaft Super-League-tauglich machen. Dazu braucht es einige Verstärkungen, zumal mit Stürmer Stjepan Kukuruzovic (zum FC Zürich) ein wichtiger Spieler den Verein verlässt.
Weit fortgeschritten sind die Oberländer in der Planung noch nicht. Auch weil Gedanken an den Aufstieg bis am letzten Samstag von Vorsicht (und Realismus?) unterdrückt wurden. Doch Gerber sieht es gelassen. «Wir haben Zeit und es gibt genügend interessante Spieler für uns auf dem Markt.» Jedenfalls wollen die Thuner das Budget von 3,9 Millionen Franken nun auf rund 6 bis 7 Millionen Franken erhöhen. (si)
Erstellt: 16.05.2010, 11:07 Uhr



