Ein Denkmal wackelt

Die Euro naht und Bastian Schweinsteiger weilt verletzt im Liebesurlaub. Die Kritik um den Captain der DFB-Elf wird immer lauter.

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Noch genau 108 Tage hat Bastian Schweinsteiger Zeit, sich für die EM in Frankreich in Form zu bringen. Am 12. Juni trifft Deutschland im ersten Spiel der Gruppe C auf die Ukraine. Die Frage ist, ob Schweinsteiger dann auch die Captainbinde trägt? Die Zweifel mehren sich. Eine Knieverletzung zwingt den 31-jährigen Münchner im Dienst von Manchester United seit Anfang Januar zu einer längeren Auszeit. «Ein Innenbandanriss benötigt Zeit, aber es verheilt alles prima. Ich kenne meinen Körper, das wird alles gut», sagt Schweinsteiger gegenüber der «Bild» und scherzt: «Wenn die EM jetzt nicht kurzfristig auf Anfang März vorverlegt wird, dann sieht es sehr gut aus.»

Wenig zu lachen hat dabei Louis van Gaal, der angezählte United-Trainer ordnete für seinen angeschlagenen Führungsspieler gar Zwangsferien an. Schweinsteiger nutzte den Freipass und begleitete seine Freundin Ana Ivanovic vergangene Woche an das WTA-Turnier von Dubai. Romantik statt Rehabilitation? Der Ausflug in die Wüste der Arabischen Emirate während der Saison löst in Deutschland teilweise negative Reaktionen aus. So ist auch Lothar Matthäus immer zur Stelle, wenn es etwas zu schimpfen gibt. «Dass wir mal eben ins Ausland zu einem Tennisturnier fliegen, wäre damals ganz sicher nicht möglich gewesen», sagt der ehemalige Captain und Rekordnationalspieler mit 150 Länderspielen.

Kritische Kommentare gibt es auch von Oliver Kahn, die lebende Bayern-Legende geht mit seinem ehemaligen Teamkollegen hart ins Gericht. «Bastian hat das Bestreben, Europameister zu werden. Aber klar ist: Wenn Bastian an der EM eine tragende Rolle spielen will, muss er schnell in die Gänge kommen», sagt der frühere deutsche DFB-Goalie, «es geht darum, ob Bastian auf höchstem Niveau bestehen kann. Er muss 100 Prozent für den Sport geben, es darf keine Ablenkungen geben. Er muss für sich beantworten, ob das möglich ist.»

Magere Bilanz bei ManUnited

Van Gaal sieht das freilich anders, der Holländer versteht die Auszeit im Ausland als gute Gelegenheit, den Kopf zu lüften. Und zu verarbeiten gibt es für Schweinsteiger so einiges: Gross waren die Erwartungen nach seinem spektakulären Wechsel vom vergangenen Sommer von Bayern München zu Manchester United. Zu Saisonbeginn liess er aber nur phasenweise seine Klasse aufblitzen, erkämpfte zusehends mehr Spielzeit, bis zur Hälfte der Meisterschaft fiel die Bilanz trotzdem ernüchternd aus: nur die Hälfte aller Spiele bestritt der Mittelfeldspieler über die vollen 90 Minuten.

Schweinsteiger enttäuschte die Fans, den Trainer und sich selber. Der Weltmeister von 2014 verpasste es, den englischen Rekordmeister nach drei Jahren ohne Titel wieder an die Spitze der Premier League zu führen.

Auch im Kreis der deutschen Elf ist der Ertrag seit der WM in Brasilien überschaubar. In 15 Spielen kam Schweinsteiger wegen diverser Verletzungen lediglich auf sechs Einsätze, Jogi Löw lässt deshalb aber keinen Zweifel an der Rolle seines Leaders aufkommen. «Bastian macht mir keine Sorgen», sagt der Trainer der DFB-Elf. «Ich stehe in ständigem Austausch mit Bastian. Ich weiss, dass sein absoluter Fokus die EM ist, und ich habe vollstes Vertrauen.» Vielleicht ist das naiv, vielleicht auch nur fürsorglich. So zumindest sind die warmen Worte von Team-Manager Oliver Bierhoff zu interpretieren: «Anstatt Bastian öffentlich zu kritisieren, sollte er ihn lieber unterstützen.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.02.2016, 15:29 Uhr

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