Sport

Ein Ja zu Hitzfeld mit Hindernissen

Von Thomas Schifferle, St. Julian's. Aktualisiert am 09.02.2011 28 Kommentare

Der Nationalcoach möchte einen neuen Vertrag, der Verband möchte das auch. Nur die Liga legt sich quer.

Vertragsverlängerung: Ottmar Hitzfeld verdient als Nationaltrainer über 1 Million Franken.

Vertragsverlängerung: Ottmar Hitzfeld verdient als Nationaltrainer über 1 Million Franken.
Bild: Keystone

Umfrage

Soll der Vertrag mit Hitzfeld verlängert werden?

Sicher nicht vor dem Bulgarien-Spiel.

 
7.4%

Erst nach der EM-Qualifikation.

 
21.3%

Mit einem Mann wie Hitzfeld muss man sofort verlängern.

 
47.8%

Die Nati braucht einen neuen Trainer.

 
23.5%

1420 Stimmen


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Sie sind nicht auf Malta und doch irgendwie präsent, zumindest via Telefon. Sie berufen sich auf die Vertraulichkeit interner Gespräche und sagen wie Ancillo Canepa: «Kein Kommentar.» Oder wie Thomas Grimm: «Ich bitte Sie, Herrn Stadelmann zu fragen.»

FCZ-Präsident Canepa gehört zum neunköpfigen Komitee der Swiss Football League, das von Grimm präsidiert wird. Das Komitee spielt eine Rolle, wenn es laut Statuten um «die Anstellung und Ernennung» eines Nationalcoaches geht. Ihm steht dann das Vorschlagsrecht zu. Darauf gestützt wiederum fällt der Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbandes den definitiven Entscheid.

Verhaltene Bekenntnisse

Am 28. Januar tagte das SFL-Komitee letztmals. Damals fasste es den Beschluss, es bestehe keine Eile, schon jetzt über die Verlängerung des Vertrags mit Ottmar Hitzfeld über den Sommer 2012 hinaus zu verhandeln und zu entscheiden. Stadelmann wurde darüber informiert, weil er als Delegierter des Nationalteams erster Ansprechpartner des Komitees ist. Anschliessend erhielt auch der Zentralvorstand des Verbandes diese Nachricht. «Es ist nicht gut, wenn dazu jeder etwas sagt», erklärt aber Grimm und verweist darum an Stadelmann.

Der Delegierte hat es sich auf der Terrasse des Schweizer Mannschaftshotels gemütlich gemacht, hoch über der tiefblauen Bucht von St. Julian’s. Und Stadelmann sagt: «Es ist ganz einfach: Ottmar Hitzfeld hat das Interesse bekundet, den Vertrag zu verlängern. Und wie alle Arbeitnehmer hat er das Recht auf einen Bescheid.»

Stadelmanns Analyse

Schon im November, am Vorabend des Tests gegen die Ukraine in Genf, diskutierte Hitzfeld mit Stadelmann und Verbandspräsident Peter Gilliéron über ein Thema: Was sind die Perspektiven des Nationalteams? Was ist, wenn es eine sportliche Durststrecke gibt? Kommen dann genug Spieler nach, um wieder Erfolg haben zu können? Und die Antwort auf die letzte Frage war ein Ja.

In diesen Tagen ist das Thema wieder ins Rollen gekommen. Hitzfeld hat durchblicken lassen, dass er eine Antwort möchte, damit «das Theater» nicht weitergeht und sich die Diskussionen vor dem bedeutungsvollen EM-Qualifikationsspiel vom 26. März in Bulgarien nicht um seine Zukunft drehen. Auch Stadelmann möchte das Spiel von Sofia nicht mit Hitzfelds Zukunft belasten. Darum wünscht er schon vorher Klarheit.

«Ich kommentiere das nicht»

In St. Julian’s sagt Hitzfeld nur: «Ich kommentiere das nicht.» Dafür wird Stadelmann ausführlicher. Er sagt: «Ich habe mir meine Meinung gebildet. Für mich ist klar, wie es weitergehen soll.» Er hat Hitzfelds Arbeit analysiert und allfällige Alternativen geprüft. Genau das erwartet er auch von denen, die wünschen, dass das Thema mit weniger Tempo und mit mehr Geduld behandelt wird. Und von denen er fundierte Antworten erwartet auf die Frage, ob denn ein Christian Gross, Lucien Favre, Marcel Koller für die Position des Nationalcoaches geeignet wären.

Nach der schweren Niederlage im Oktober in Montenegro war Stadelmann frustriert. In der ersten Gefühlsaufwallung hätte er sich kaum für eine weitere Zusammenarbeit mit Hitzfeld ins Feuer geworfen. Jetzt, nach emotionsfreier Betrachtung, sagt er: «Ein Entscheid, die Spiele in Bulgarien und in England abzuwarten, greift zu kurz. Es muss doch mehr dahinterstecken als die kurzfristige Wertung von Resultaten. Ich habe meine Meinung gebildet.» Und auch: «Bei der Bewertung aller Möglichkeiten hat Ottmar Hitzfeld sehr viele Vorteile.» Und schliesslich: «Ich bin dezidiert der Meinung: Ob man sich für ein Turnier qualifiziert, darüber entscheiden verschiedene Faktoren. Es gibt da nicht nur den Trainer.»

Der Millionen-Trainer

Stadelmann ist Anwalt genug, um seine Meinung verschlüsselt mitzuteilen. Am Ende kann es nur eine Interpretation seiner Aussagen geben: Er möchte den Vertrag mit Hitzfeld um zwei weitere Jahre verlängern. Verbandspräsident Peter Gilliéron ergänzt: «Wir spüren bei Ottmar Hitzfeld das gegenseitige Vertrauen seit Jahren.» Er tendiert wie Stadelmann zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Hitzfeld.

Der 62-jährige Deutsche ist der teuerste Trainer, der im Schweizer Fussball gearbeitet hat. Er bezieht nicht nur ein Gehalt vom Verband (über 1 Million Franken), er hat auch Prämien (500 000 Franken für die Qualifikation zur WM 2010), profitiert überdies von einem Vertrag mit dem Hauptsponsor des Verbandes, der Credit Suisse (rund 250 000 Franken im Jahr), und ihm steht die Freiheit zu, für den deutschen Bezahlsender Sky tätig zu sein, der Experten, wie Hitzfeld einer ist, im hohen sechsstelligen Bereich entschädigt. Je nach Jahr kommt Hitzfeld allein so auf 2 bis 2,5 Millionen.

Zahlenspiel

«Zu diesen Zahlen sage ich nichts», sagt Stadelmann. Er hat dafür eine andere Zahl, eine andere Frage im Kopf: «Mit welchem Trainer haben wir die besten Chancen, uns für eine EM oder WM zu qualifizieren? Welcher Trainer ist am besten geeignet, dass der Verband alle zwei Jahre acht, neun Millionen Franken daraus einnimmt?»

In Südafrika waren es zwar nicht ganz so viel, «nur» vier Millionen, die er überdies mit der Swiss Football League teilen musste. Gleichwohl ist es Geld, das er braucht, um mit dem Nachwuchs nachhaltig arbeiten zu können. Solche Überlegungen stehen für Stadelmann im Vordergrund. Anders gesagt: Es geht um Erfolg. Und nicht um schönen Fussball.

Gespräche der Hitzfeld-Befürworter mit dem Liga-Komitee, mit Grimm, Canepa und Kollegen, sollen folgen, um zu einem Entscheid zu kommen. «Zeitnah», sagt Stadelmann zu einem Termin. Er meint: am besten noch diesen Monat. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.02.2011, 18:27 Uhr

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28 Kommentare

Jürg Studer

09.02.2011, 13:31 Uhr
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OH muss umdenken. Den Angsthasenfussball (Montenegro Spiel) haben wir satt. Männer mit Eiern wollen wir auf dem Platz sehen und nicht irgendwelche Ballrückwärtsschieber. Aggressives, beherztes Auftreten und kein "es kommt dann hoffentlich schon gut" Gekicke. Aber es ist natürlich für den Trainer nicht einfach, auf mehrheitlich Bänkchenwärmer zurückgreifen zu müssen. Antworten


samuel wehrli

09.02.2011, 12:59 Uhr
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Wie kurzsichtig sind eigentlich die Verantwortlichen des Verbandes. Man wollte und war von Hitzfeld überzeugt. Und jetzt zögert man. Nur eine gewisse Kontinuität und Zuverlässigkeit führt ans Ziel. Deshalb sollte der Verband keine Sekunde mehr zögern und den Vertrag unter Dach und FAch bringen. Ansonsten machen sich die Verbandsverantwortlichen unglaubwürdig. Antworten



Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 15:32
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.05Live Cipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 5:3
Stand: 27.05.2012 15:30
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0511:00Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0511:00Bolelli - Nadal
28.0511:00Federer - Kamke
28.0511:00Djokovic - Starace
Stand: 25.05.2012 15:24
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