«Einfach nur himmeltraurig»
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 18.01.2012 68 Kommentare
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Super League
36. Runde
| 23.05. | Basel - Young Boys | 1 : 2 |
| 23.05. | Lausanne - Grasshoppers | 2 : 1 |
| 23.05. | Sion - Luzern | 1 : 3 |
| 23.05. | Thun - FC Zürich | 2 : 4 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 34 | 22 | 8 | 4 | 78:33 | 74 |
| 2. | Luzern | 34 | 14 | 12 | 8 | 46:32 | 54 |
| 3. | Young Boys | 34 | 13 | 12 | 9 | 52:38 | 51 |
| 4. | Servette | 34 | 14 | 6 | 14 | 45:53 | 48 |
| 5. | Thun | 34 | 11 | 10 | 13 | 38:41 | 43 |
| 6. | FC Zürich | 34 | 11 | 8 | 15 | 43:44 | 41 |
| 7. | Lausanne | 34 | 8 | 6 | 20 | 29:61 | 30 |
| 8. | Grasshoppers | 34 | 7 | 5 | 22 | 32:66 | 26 |
| 9. | Sion | 34 | 15 | 8 | 11 | 40:35 | 17 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
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Erich Vogel war in den Jahren 1978 und 1979 Trainer von Xamax. «Was dieser Bulat Tschagajew in Neuenburg angerichtet hat, geht natürlich auf keine Kuhhaut», sagt der Zürcher. «Dass Xamax jetzt die Lizenz verliert, ist für mich überhaupt keine Überraschung. Das ist nur normal, es musste ja so kommen», so Vogel. Einen grossen Vorwurf macht der ehemalige Sportchef von GC, dem FCZ und Basel Sylvio Bernasconi, dem vormaligen Präsidenten von Xamax. «Er hätte den Klub niemals diesem dubiosen Geschäftsmann aus Tschetschenien verkaufen dürfen. Aber er wollte offenbar einfach so viel Geld wie möglich machen», sagt Vogel.
Vogel findet es für die Region schade, dass Xamax nicht mehr im Spitzenfussball vertreten ist. Er findet aber auch Gutes daran: «Xamax hat in den letzten Jahren keinen Nationalspieler herausgebracht. Die Nachwuchsarbeit wurde sträflich vernachlässigt. Dabei hätte Xamax mit dem Jura ein grosses Einzugsgebiet, um Talente zu sichten.» So gesehen sei es gar nicht schlecht, dass beispielsweise der FC St. Gallen wieder erstklassig werde. «Dort wird auch im Nachwuchs hervorragend gearbeitet.» Vogel denkt aber, dass Xamax einst wieder in den Spitzenfussball zurückkehren wird. «Aber das geht lange», vermutet er.
«Tschagajew hat Xamax ins Elend geritten»
Heinz Hermann führte Xamax 1987 und 1988 als Spielmacher zu den letzten zwei Meistertiteln der Vereinsgeschichte. «Das ist einfach nur himmeltraurig», sagt der Zürcher. Eine ganze Region werde für die Misswirtschaft eines einzigen Menschen bestraft. «Dieser Bulat Tschagajew hat Xamax regelrecht ins Elend geritten», so Hermann. Der Tschetschene sei seinen finanziellen Verpflichtungen in keiner Art und Weise nachgekommen. Er habe geradezu grobfahrlässig gehandelt. «Ich kann nicht nachvollziehen, was dieser Herr überhaupt für Motive hatte, einen Verein zu führen. Eigentlich fehlen mir die Worte.»
«Man hat das Lebenswerk von Gilbert Facchinetti zerstört»
Obwohl Lausannes Trainer Martin Rueda vom Lizenzentzug von Xamax profitiert und zumindest jetzt nicht mehr direkt absteigen kann, bedauert er die ganze Angelegenheit. «Was mit Xamax geschieht, ist extrem schade», sagt der Zürcher. Man habe das Lebenswerk des ehemaligen Präsidenten Gilbert Facchinetti zerstört. Eine ganze Region müsse darunter leiden. «Ich hatte als Spieler von 1995 bis 1998 drei wunderbare Jahre bei Xamax», erinnert sich der ehemalige Nationalspieler. Deshalb hänge sein Herz immer noch an diesem Verein.
FCZ-Sportchef Fredy Bickel spricht von einem Imageschaden für den Schweizer Fussball. «So etwas darf nie mehr passieren. Bulat Tschagajew hatte den Verein von der ersten Sekunde an überhaupt nicht im Griff», sagt Bickel. Für den Verein sei der Lizenzentzug eine Tragödie. «Eine ganze Region muss büssen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.01.2012, 12:58 Uhr
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