«Er ist ein taktischer Fuchs»
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 05.11.2009 22 Kommentare
Der Entdecker von Dany Ryser: Hansruedi Hasler, der technische Direktor des SFV. (Bild: Keystone)
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Hansruedi Hasler ist seit 1995 technischer Direktor des Schweizer Fussballverbands, und in dieser Funktion stellte er vor 13 Jahren Dany Ryser als Ausbildner für die Trainer ein. «Mit seiner Fachkompetenz und seiner methodischen Kompetenz kann er jedem Trainer etwas mit auf den Weg geben», erklärt Hasler gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Dies habe den Ausschlag gegeben, dass man den damaligen Trainer des FC Biel, den Ryser mit zahlreichen jungen Spielern von der 2. Liga regional in die 1. Liga geführt hatte, zum Verband geholt habe.
Vor zwei Jahren wurde Ryser Nachfolger von Bernard Challandes, der dem Ruf des FC Zürich gefolgt war, als Chef der Nachwuchsauswahlen. «Es ist ein sehr gewiefter Taktiker», weiss Hasler. Gemeinsam hätten sie die Spiel- und Ausbildungsphilosophie des SFV entwickelt. «Er ist ein Fuchs in der taktischen Diskussion und er kann sein Wissen sehr gut an junge Spieler weitergeben.»
«Ruhig und sachlich an der Seitenlinie»
Von Leuten, die mit ihm in ihrer Verbandstätigkeit zu tun hatten, wird Ryser als «Schaffer» und «sehr minuziös arbeitend» beschrieben. «Er plant gerne bis ins kleinste Detail», erzählt Pierre Benoit, der langjährige Medienchef des Verbands. «Er setzt sein grosses taktisches Verständnis gezielt ein», beschreibt Hasler den 52-jährigen Solothurner. Er berücksichtige dabei sicherlich den Gegner und habe entsprechende Alternativen bereit. «Aber ein guter Coach muss auch offen sein, für das, was auf dem Feld passiert», so Hasler.
Hasler gefalle, dass Ryser «ruhig und sachlich an der Seitenlinie» sei. Er sei dabei durchaus vergleichbar mit Markus Frei, der mit der Schweiz 2002 den EM-Titel auf der gleichen Alterstufe gewann. Dass Ryser weder als Spieler noch als Trainer «keinen grossen Namen» gehabt habe, sieht Hasler nicht als Nachteil. «Grossen Spielern öffnen sich die Türen zwar schneller, aber sie gehen auch schneller wieder zu», so Hasler.
«Die Besten brauchen keinen Zirkus und Tänze»
Ein anderer langjähriger Verbandstrainer sagt über Ryser: «Er ist kein Glamourboy.» Und dies ist durchaus positiv gemeint. Auch spezielle Motivationstricks, wie sie andere Trainer gerne brauchen, sind nicht die Sache des erfolgreichen Auswahl-Trainers. «Die besten Spieler brauchen keinen Zirkus und Tänze», sagt Hasler. Ryser gebe klare Aufträge und ein klares Bild des Gegners, erklärt der SFV-Direktor, der Ende Jahr zurücktreten wird.
Der Erfolg in Nigeria, so relativiert Hasler, sei aber auch zu einem grossen Teil der Verdienst der Spieler. «80 Prozent ist dies das Resultat der Spieler, 20 Prozent macht der Staff aus», meint Hasler. «Es ist ein sehr talentierter Jahrgang», ergänzt er. Um Erfolge wie jetzt die Viertelfinalqualifikation zu feiern, bräuchten kleine Länder eben überdurchschnittliche Jahrgänge wie 2002 den 85er oder jetzt den 92er.
«Gehe davon aus, dass er im Verband bleibt»
Er habe schon im Vorfeld gedacht, dass die Schweizer U-17-Auswahl, die ja schon an der EM im Sommer in Deutschland erst im Halbfinal an Holland scheiterte, die Vorrunde überstehen würde. «Jetzt im Cupsystem muss man Match für Match nehmen. Das Team hat bewiesen, dass es auf Weltniveau mitspielen kann», sagt Hasler. «Ob es auch gegen Italien reicht, hängt auch von der Frische ab.»
Den Spielern in der aktuellen U-17-Auswahl wird eine grosse internationale Karriere zugetraut. Goalie Benjamin Siegrist (Aston Villa), Frédéric Nimely (Manchester City), Sead Hajrovic (Arsenal) und Pajtim Kasami (Lazio Rom) spielen bereits im Ausland. Eine ähnliche Karriere wird Ryser kaum mehr machen. «Ich gehe davon aus, dass er im Verband bleibt. Vielleicht wird er einmal den Schritt zu den älteren Nationalteams machen», meint Hasler. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.11.2009, 16:15 Uhr
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22 Kommentare
Dies tolle Juniorenmannschaft kann an dem Turnier noch viel erreichen. Die brasilianischen Komentatoren bei SKY kamen auf jeden Fall nicht aus dem Schärmen für den gezeigten Fussball, insbesondere auch in taktischer Hinsicht. Gemäss Meinung dieser Fachleute kann der Gewinner des Spiels das Finale erreichen. Ein schönes Lob aus dem Land des dreifachen U17-Weltmeisters, wo der Fussball Religion ist. Antworten
«ruhig und sachlich an der Seitenlinie» EINE WOHLTAT und nicht entweder ständig reklamieren (Challandes etc) oder kindlich herumzappeln und hüpfen (Winnie Schäfer etc) inn der (naiven) annahme, der schiri ändere einen entscheid oder die spieler "schnallen" was er will Antworten
"eusi CH-nati" oder wie heute in der 20 Minuten "die Eidgenossen"...jaja ich lache immer wieder darüber!!da hört man jetzt alle noch "HOPP SCHWIZ" und morgen reden alle über die bösen Ausländer mit Migrationshintergrund!willkommen doppelmoral..an die jungs: Weiter so! Antworten
Ich gratuliere der U-17-Auswahl und ihrem Staff zu ihrem bisherigen Erfolg an der WM in Nigeria. Es war fantastisch diesen jungen Fussballern zuzuschauen, die mit Mut, Einsatzbereitschaft und dem Willen zu siegen in diese WM eingestiegen waren. Es ist sicher auch an der Zeit, dass der SVF Hansruedi Hasler für seine grossartige, ehrliche Arbeit über Jahre hinweg die notwendige Ehre zukommen lässt. Antworten
Nur dies, wenn man schon von einer Multi Kulti Truppe bei der Schweizer Mannschaft spricht, so ist dies auch bei den anderen Ländern so. Oder hat man bei den Deutschen es anders gesehen. Warum ist dies so? Kommen Eltern aus einem Land, wo Menschen noch wissen, was Armut ist, dann ist eben der Sport eine Möglichkeit für ein besseres Leben. Auch gestandene Spieler bei uns wechseln doch wegen Geld. Antworten
Super! Gratulation zum Weiterkommen! Nun werden die Migrantenkinder gefeiert, ja gar gefeiert. Sobald jedoch ein Schweizer mit Migrationshintergrund negativ auffällt, wird mit dem Finger auf seine Herkunft gezeigt. Doppelmoral oder nur weiterhin Schweizer 2. Klasse? Antworten
Super, die Mannschaft hat Klasse. Dazu hat der Trainer viel beigetragen, was man auch bei den Spielübertragungen beobachten kann. Herr Ryser tritt da sehr souverän auf, was sich dann auf die Spieler überträgt. Jeder Schweizer Fussball-Fan sollte sich auch mal bei Hansruedi Hasler bedanken. Was er alles geleistet hat ist phänomenal. Unter seiner Führung und Ausbildung ging es unseren Auswahlen supe Antworten
Per Zufall habe ich gesehen, dass Eurosport das Spiel überträgt und war von anfang an dabei. War echt ein toller und spannender Match - Action bis zum Schluss(pfiff) (obwohl der 1:1 ausgleich von Deutschland ein RIESEN Ei war). Eine super Leistung - hoffe das färbt auf die A-Mannschaft ab oder die Jungs bleiben so stark, dass die Schweiz in ein paar Jahren die offizielle Top10 der Welt erreicht! Antworten
coole sache für die jungs... habens ehrlich verdient. nur deswegen gleich den sieg für den ganzen schweizer fussball auszurufen ist doch ein wenig übertrieben. nach der blamage der "grossen" gegen luxembourg hat ja auch keiner von der niederlage für den ganzen schweizer fussball gesprochen, oder? also, ball flach halten, die jungs weiter anfeuern und nicht übertreiben... Antworten
Herzliche Gratulation an das Team und das Trainerteam!! Nach den Siegen in der Gruppenphase ein weiterer, historischer Sieg. Daumen drücken am Sonntag, das Schweizer Team ist daran, Geschichte zu schreiben. In einem möglichen Halbfinal gegen Kolumbien oder Türkei wäre eine Sensation zum Greifen nah. Bei dieser Offensive (11 Tore in 4 Spielen) ist alles möglich. Toi toi toi aus Chile Antworten
@R. Wegmüller: UNSERE Nachwuchsförderung? Lesen sie mal nach, wieviele der jungen Spieler bei ausländischen Klubs unter Vertrag stehen. DORT wird Nachwuchsförderung betrieben und das ist auch ok so. Bei unserem mittelmässigen Super League rumgekicke kann ja kein gescheiter Nachwuchs ranwachsen. Antworten
Der wahre Baumeister dieses Erfolges ist Hansruedi Hasler. Mit seinen Ausbildungskozepten hat er den Schweizer Fussball zu dem gemacht, was er heute ist. Es ist zu hoffen, dass seine Nachfolger in seinem Sinne weiter arbeiten und den Pfad der stillen Arbeit nicht verlassen werden. Profilneurotiker hat es in diesem Sport genug. Herzliche Gratulation für die gute Arbeit viel Erfolg bei GC. Antworten
Herzliche Gratulation der U-17 Nationalmannschaft. Es zeigt wiedereinmal, dass wir in der Schweiz im Juniorenfussball seit Jahren immer in der Spitze vertreten sind. Speziellen Dank auch an alle Betreuer und Trainer in der ganzen Schweiz. Und nun viel Glueck im Viertelsfinal. Antworten
Grosses Kompliment an viele Trainer, Betreuer, Staffs über bald 20 Jahre. Von "Köbi bis Ryser" haben sehr viele Anteil dran, auch Welsche wie Challandes, Schürmann, etc. und der Verband kann das, im Gegensatz zu den Fehlleistungen rund ums A-Team, als grossen Pluspunkt verbuchen. Weiter so, sagar die Deutschen kriegen mit, dass unsere Nachwuchsförderung top ist. Antworten


Dominik Bücheler
@Beni Schärer glaubst Du, dass diese Spieler schon als Piccolos oder F-Junioren bei den ausländischen Vereinen waren? Zuerst mal genau nachdenken bzw. abklären und dann am besten diese blöde schweizerische Nörgelei unterlassen. Z.B. unser toller Goali Beni Sigrist hat bis vor rund einem Jahr bei Therwil und dem FC Basel gespielt, bevor er nach England wechselte, etc. etc. ! ! ! HOPP SCHWIIZ !!! Antworten