«Es herrscht eine positive Anspannung»
Von Joël Gernet. Aktualisiert am 25.05.2011 4 Kommentare
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Wenn der FCB heute gegen Luzern gewinnt, sind die Basler Meister. Es wäre das zweite Mal unter Trainer Thorsten Fink und das dritte Mal mit dem frischgebackenen Papa Franco Costanzo. Allzu siegesgewiss wollten sich Fink und Stürmer Marco Streller am Tag vor dem Showdown im St.-Jakob-Park aber nicht geben. Da fallen Sätze wie: «Ich habe immer gesagt, dass wir bis zum letzten Spiel kämpfen müssen.» Und: «Wer die bessere Leistung bringt, soll Meister werden.»
Dennoch wissen die beiden ganz genau, dass Basel im Gegensatz zu Zürich über einen entscheidenden Vorteil verfügt: Man kann aus eigener Kraft Meister werden. Es ist also der eine Punkt, den Basel vor vierzehn Tagen beim 2:2 gegen den FCZ aus dem Letzigrund stibitzen konnte, der den Unterschied machen könnte. «Wenn ich nach dem Zürich-Spiel gefragt worden wäre, ob ich unterschreiben würde, dass Basel vor dem letzten Spiel einen Punkt Vorsprung hat, hätte ich das sofort gemacht», sagt Streller.
«Es gibt kein Fernduell»
Nun freut sich der Routinier in erster Linie auf das letzte, alles entscheidende Spiel der Saison. «Natürlich kribbelt es, aber ich schlafe gut», erklärt er, «es herrscht eine positive Anspannung.» Seit Streller zurück in Basel ist, habe er mit dem FCB alle vier Finalspiele gewonnen. Angesprochen auf den 13. Mai 2006 – dem Pearl Harbour der FCB-Geschichte – meint Streller lakonisch: «Dieses Datum habe ich aus meinem Gedächtnis gestrichen.» Zudem sei das noch vor seiner Rückkehr gewesen.
Über das unter Umständen mitentscheidende Spiel Zürich-Thun sagt Thorsten Fink: «Es gibt kein Fernduell.» Wenn Basel gewinne, könne der FCZ auch mit einem 12:0-Sieg nicht an den FCB herankommen. «Wir können selber entscheiden, ob wir Meister werden.» Ob der Totomat im Stadion den FCZ-Zwischenstand zeigen soll, ist dem Deutschen deshalb egal. Das Team ist jedenfalls bereit: «Wir werden uns vorbereiten wie immer.»
Die Nacht auf heute hat die Mannschaft gemeinsam im Hotel verbracht – mit Massagen und Videoanalyse am Abend. Heute Morgen ist ein gemeinsamer Spaziergang angesagt und nach dem Mittagessen bekommen Finks Spieler nochmals Bettruhe verschrieben. Eine letzte Besprechung vor dem Spiel «und dann werden wir auflaufen», grinst Fink.
Auch auf Negatives gefasst sein
«Die Luzerner werden mit dem Messer zwischen den Zähnen kommen», sagt Streller über die Innerschweizer, die nun nach der 0:5 Schlappe gegen Zürich nach Basel kommen. Dennoch glaubt Streller nicht, dass die Luzerner sein Team überraschen werden. Ähnlich sieht das Fink: «Meine Mannschaft hat ihre Philosophie und die wird sich auch nicht gegen Luzern ändern.» Taktische Kniffe wurden im Abschlusstraining deshalb nicht mehr neu eingeübt. Diese beherrscht man.
«Ich muss die Spieler viel eher auch auf negative Szenarien einstellen», erklärt Fink. Etwa, dass es heute nach 70 Minuten immer noch 0:0 steht oder dass Basel dann gar im Rückstand ist. Hier müsse sich das Team vor Augen halten, wie man diese Saison mehrere Male bewiesen hat, dass der FCB ein Spiel innerhalb von Minuten drehen kann. «Dieses Selbstvertrauen haben wir einfach.»
Und auch wenn es – wider Erwarten – nicht klappen sollte mit dem Titel: «Die Saison war ohnehin top», findet Fink und erinnert daran, dass man ja nebenbei noch Champions League gespielt habe. Der dritte Titel im zweiten Jahr beim FCB wäre für Fink deshalb «das Tüpfelchen auf dem i». (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.05.2011, 15:17 Uhr
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