Europa, hier kommt der FC Basel
Von Fabian Kern. Aktualisiert am 29.12.2011 4 Kommentare
Wer kommt als nächstes zurück?
Durch die Verpflichtung seines Bruders Philipp dürfte sich David Degen (28/Young Boys) schon mit der Möglichkeit einer Rückkehr zum FC Basel auseinandergesetzt haben. Nach seinem letzten unglücklichen Gastspiel in Basel ist aber fraglich, ob der FCB den Nationalspieler überhaupt möchte. Offen zu seinen Rückkehrgedanken steht Ivan Rakitic (23/Sevilla). Der Möhlemer wird nach Ablauf seines gut dotierten Vertrags beim FC Sevilla im Jahr 2015 27 Jahre alt sein – ein ideales Rückkehralter. Eher nicht zurückkehren wird wohl Zdravko Kuzmanovic (24/Stuttgart), der mit einem Wechsel von Stuttgart zu Juventus Turin liebäugelt. Bei seinem Wechsel zu Fiorentina 2007 wurde viel Geschirr zerschlagen. Weitere Kandidaten sind der Kleinbasler Eren Derdiyok (23/Leverkusen), der Prattler Beg Ferati (25/Freiburg) und der Basler Timm Klose (23/Nürnberg). Bei ihnen muss man die weitere Entwicklung ihrer Auslandskarrieren abwarten. ker
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Der FC Basel hat mit dem Erreichen des Achtelfinals in der Champions League die Erwartungen für die Zukunft wieder einmal ein wenig in die Höhe geschraubt. Nachdem die Basler vor zwei Jahren in der Europa League und letztes Jahr in der Champions League nur am Weiterkommen geschnuppert hatten, wurde Thorsten Fink immer wieder gefragt, was denn noch fehle für den nächsten Schritt. Die Mannschaft brauche Zeit um zu lernen und komme mit jeder internationalen Partie weiter, lautete die Antwort. Immer wieder. Was nach Floskel klang, wurde in diesem Jahr unter Beweis gestellt.
Die diesjährige Kampagne des FC Basel war eine frappante Verbesserungen gegenüber 2010, als man eine vergleichbare Gruppe hatte. Anstatt Manchester United, Benfica Lissabon und Otelul Galati hiessen die Gegner Bayern München, AS Roma und CFR Cluj: Zweimal ein Champions-League-Favorit, ein Team der gehobenen europäischen Mittelklasse und der rumänische Meister. Das Startspiel gegen den rumänischen Aussenseiter gewann man in diesem Jahr. Nicht, dass die Vorstellung gegen Galati eine spielerische Offenbarung gewesen wäre, aber im Gegensatz zum Auswärtsspiel in Cluj, als man einen kapitalen Fehlstart nicht mehr korrigieren konnte, gewann man die erste Schlüsselpartie mit Moral 2:1. Hätte man in jenem Spiel Punkte verloren, das Thema Achtelfinal wäre wohl schon erledigt gewesen. Und auch das zweite Spiel gegen den Gruppenfavoriten konnte man positiver gestalten. Anstatt wie gegen Bayern zu Hause nach Pausenführung noch zu verlieren, holte man in Manchester nach einem 0:2-Rückstand noch einen aufsehenerregenden Punkt. Mit vier Zählern aus zwei Partien war die Basis für eine Überraschung gelegt.
Der Anfang ist gemacht
Kein Wunder also, sagte Marco Streller noch vor dem «Endspiel» gegen Manchester United: «Ich glaube, dass uns so eine Niederlage wie damals gegen Bayern heute nicht mehr passieren würde.» Man würde sich heute vielleicht mit einem Punkt zufrieden geben und die Partie nicht noch in der Schlussphase aus der Hand geben, war Streller überzeugt. Die Reife, die das Team gegen Manchester an den Tag gelegt hat, bekräftigt jene Aussage. Der FCB hat eine Entwicklung durchgemacht, weil der hochklassige Kern des Teams seit über zwei Jahren zusammen ist.
Soviel zur Geschichte. Doch wie kann man eine solche Erfolgsstory fortsetzen? Die Antwort ist einfach: Genau so, wie man sie in den letzten Jahren begonnen hat. Man holt gestandene frühere FCB-Profis nach deren Auslandskarriere zurück und ergänzt sie mit aufstrebenden eigenen Nachwuchsspielern und bezahlbaren ausländischen Talenten. Daran sind zwei Bedingungen geknüpft. Einerseits dürfen die Rückkehrer – wie im aktuellen Team Benjamin Huggel, Marco Streller und Alex Frei – ihren Leistungszenit noch nicht überschritten haben. Das hat Frei bei seiner Vorstellung am 19. Juli 2009 ausdrücklich gesagt: «Ich wollte zurückkehren, solange ich dem FC Basel noch etwas bringen kann.» Ist dieser Ehrgeiz, in Basel etwas zu erreichen nicht da, kann es herauskommen wie im Fall von Ludovic Magnin beim FC Zürich: Grosser Lohn, bescheidene Leistung.
Achtelfinal-Qualifikation als starkes Signal
Andererseits muss der FCB überdurchschnittliche Junioren herausbringen. Die heutige Situation mit so vielen eigenen Supertalenten wie Valentin Stocker, Fabian Frei, Yann Sommer, Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka muss als absolute Ausnahme betrachtet werden. Sollten diese aber einst dem Vorbild ihrer routinierten Teamkameraden folgen und den Weg zurück ans Rheinknie finden, wäre die Konsolidierung des FCB unter den besten zwanzig Clubs Europas realistisch.
Vor diesem Hintergrund kommt dem jüngsten Basler Triumph noch viel grössere Bedeutung als der rein sportliche Erfolg zu. Das Vogel-Team hat bewiesen: Mit dem FC Basel kann man nicht nur international spielen, sondern im Idealfall auch noch etwas erreichen. Oder wie es Bernhard Heusler am 9. Dezember im BaZ-Interview ausgedrückt hat: «Wer Manchester United schlägt, der hat einen ganz grossen Fleck auf die Fussball-Landkarte gesetzt.» Einen sehr attraktiven Fleck. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.12.2011, 07:58 Uhr
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4 Kommentare
Als ueber 45 Jahren FCZ Fan, kann ich dem FCBasel nur gratulieren fuer die Superleistung. Auch das Management des FCB stimmt. Warum hat der FCB die gleiche Anzahl Staff Member als der FCZ? Die Basler haben ihr Geld besser als der FCZ angelegt und muessen ihre Diamanten nicht verkaufen wie der FCZ. Leider wird der FCZ im 2012/13 nicht Meiser.Magnin mit fast Millionengehalt sitzt auf der Bank. Antworten

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