FCZ verliert Derby forfait – Klubspitze empört
Von Thomas Niggl, Alexander Kühn. Aktualisiert am 19.11.2011 89 Kommentare
Vom Urteil unangenehm überrascht: FCZ-Sportchef Bickel (l.), Präsident Canepa. (Bild: Keystone )
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Super League
36. Runde
| 23.05. | Basel - Young Boys | 1 : 2 |
| 23.05. | Lausanne - Grasshoppers | 2 : 1 |
| 23.05. | Sion - Luzern | 1 : 3 |
| 23.05. | Thun - FC Zürich | 2 : 4 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 34 | 22 | 8 | 4 | 78:33 | 74 |
| 2. | Luzern | 34 | 14 | 12 | 8 | 46:32 | 54 |
| 3. | Young Boys | 34 | 13 | 12 | 9 | 52:38 | 51 |
| 4. | Servette | 34 | 14 | 6 | 14 | 45:53 | 48 |
| 5. | Thun | 34 | 11 | 10 | 13 | 38:41 | 43 |
| 6. | FC Zürich | 34 | 11 | 8 | 15 | 43:44 | 41 |
| 7. | Lausanne | 34 | 8 | 6 | 20 | 29:61 | 30 |
| 8. | Grasshoppers | 34 | 7 | 5 | 22 | 32:66 | 26 |
| 9. | Sion | 34 | 15 | 8 | 11 | 40:35 | 17 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
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Da das Urteil erstinstanzlich ist, hat der FCZ die Möglichkeit, Protest einzulegen. Man kann davon ausgehen, dass dies auch geschehen wird. Bleibt es beim 3:0-Forfaitsieg für GC, überholt die Mannschaft von Trainer Ciriaco Sforza den Stadtrivalen in der Tabelle. Wie der FCZ wird aber auch GC mit einer Geldstrafe von 50'000 Franken gebüsst. Zudem bleiben beim nächsten Derby mit FCZ-Heimrecht beide Fankurven gesperrt. Der zuständige Richter Daniele Moro bestätigte dies auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet.
«Keine Provokation rechtfertigt den Wurf von Fackeln in eine Menschenmenge»
Nach Ansicht der Disziplinarkommission der Swiss Football League hat das Beweisverfahren klar ergeben, dass der Referee den Match in erster Linie wegen den Zuschauern auf der Tartabahn und den Unruhen auf der Gegentribüne abbrechen musste. An diesen Vorfällen seien die Anhänger des FC Zürich schuld, für deren Verhalten der Klub einstehen müsse.
Die Kommission stellte fest, dass die FCZ-Fans vom GC-Lager mit den geklauten und beschmierten Klubfahnen massiv provoziert worden seien, die Provokation stelle aber nicht das entscheidende Glied in der Kausalkette zum Spielabbruch dar. Keine Provokation könne den Wurf von brennenden Fackeln in eine Menschenmenge rechtfertigen, heisst es im Urteil.
Bickel spricht von gefährlichem Signal
Für FCZ-Sportchef Fredy Bickel ist der Entscheid ein Ärgernis. «Dieses Urteil ist das falsche und ein gefährliches Signal», so Bickel in einer ersten Stellungnahme. «Ab sofort ist offenbar nicht mehr der Heimklub für die Sicherheit verantwortlich. Wir werden jetzt intern prüfen, ob wir gegen das Urteil Rekurs einlegen.» Ähnlich äusserte sich Klubpräsident Ancillo Canepa: «Das Urteil überrascht mich. Der FCZ wurde gleich dreifach bestraft. Wir müssen nun alles im Detail studieren, ehe wir über das weitere Vorgehen entscheiden.»
GC-Präsident bezeichnet Urteil als konsequent
GC-Präsident Roland Leutwiler kann mit der Entwicklung natürlich weit besser leben. «Dieses Urteil ist konsequent. Die Disziplinarkommission hat den bewussten Angriff auf Leib und Leben durch einen gezielten Petardenwurf stärker gewichtet als eine Provokation. Jede andere Interpretation der Ereignisse hätte mich sehr überrascht. Die Busse werden wir noch genauer analysieren müssen. Auf jeden Fall werden wir aus den Vorkommnissen unsere Lehren ziehen», so Leutwiler.
Das Zürcher Derby vom 2. Oktober im Letzigrund musste abgebrochen werden, weil ein brennender Feuerwerkskörper im Block der GC-Fans gelandet war. Auf den Tribünen kam es zu chaotischen Zuständen, auch Prügeleien zwischen den verfeindeten Fan-Lagern blieben nicht aus. Offizielle und Medien sprachen in der Folge von einer neuen Dimension der Gewalt in Schweizer Fussball-Stadien. Das Duell der beiden Teams ging als «Derby der Schande» in die Geschichtsbücher ein.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.11.2011, 09:45 Uhr
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