FCZ-Stürmertalent darf nicht Schweizer werden
Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 22.05.2009 32 Kommentare
Treffsicher: Josip Drmic stürmt für den FCZ-Nachwuchs, aber (noch) nicht für die Schweiz.
Er ist ein Aushängeschild der United School of Sports, dem Bildungszentrum des Sports, einem Vorzeigeprojekt von Swiss Olympic. Er erzielte in 22 Spielen 11 Tore für die U18 des FC Zürich. Er spricht akzentfrei Schweizerdeutsch. Und er hat auch schon für die Schweizer Nachwuchsauswahlen gespielt und getroffen. Doch Schweizer darf Josip Drmic nicht werden. Die Gemeinde Freienbach lehnte einen Einbürgerungsantrag ab, weil Drmic den entsprechenden Test nicht bestand.
«Da sassen zehn Leute um mich herum und befragten mich. Ich hatte ein Blackout und wurde nervös. Dann ging gar nichts mehr, obwohl ich die Antworten eigentlich wusste», erklärte Drmic in der Lokalzeitung «Obersee Nachrichten» seine «höchstens mittelmässige» Leistung, wie es in der offiziellen Antwort der Gemeinde Freienbachs hiess. Und Gemeindepräsident Kurt Zurbuchen schob nach: «Wenn jemand so unvorbereitet erscheint, muss er sich doch nicht wundern! Zudem verlangen wir nichts Unmenschliches», wird er zitiert.
Kritik: Zu sehr nach Zürich orientiert
Der Nachwuchsspieler des FCZ, der in Bäch SZ auf die Welt gekommen war, erhielt eine zweite Chance, die er abermals vermasselte. «Ich habe wirklich viel gelernt, vor allem über die Schweiz. Doch man befragte mich nur zur Gemeinde», erklärte Drmic. Er war erneut durchgefallen. Der Traum von der U17-EM in Deutschland, wo die Schweiz erst im Halbfinal an Holland scheiterte, war ausgeträumt.
Der Ausserschwyzer Gemeinde hatte an Drmic neben den ungenügenden Leistungen im Test vor allem missfallen, dass er «mehr nach Zürich als in der Gemeinde orientiert» sei. Nun schaltet sich Drmics Berater und Rechtsanwalt Adrian Bachmann, der die Agentur Footuro führt, ein. «Das Ganze ist eine Farce. Die Begründungen der Gemeinde sind fadenscheinig, qualifiziert unrichtig und willkürlich», sagt Bachmann.
Drmic will jedenfalls noch nicht aufgeben. «Ich bin zuversichtlich, dass wir das zusammen hinkriegen», sagt der Sohn kroatischer Einwanderer. Entsprechende Anfragen des kroatischen Verbands lehnte er – im Gegensatz zu etwa Ivan Rakitic oder Mladen Petric – bisher kategorisch ab. «Ich fühle mich als Schweizer, bin hier geboren. Ich will für die Schweiz spielen», hält er fest. Diese Frage kam im Test wohl nicht vor. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.05.2009, 10:47 Uhr
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32 Kommentare
Ein weiteres Beispiel für den Unsinn unserer Einbürgerungs-Ideologie. Wer hier geboren wurde und die Schulen durchlaufen hat, sollte automatisch mit 16 Jahren das Bürgerrecht erhalten. Der Genosse Gemeindepräsident hat wohl in seiner Milliardärs- und Korporationsbürger-Gemeinde Freienbach sonst nicht viel zu melden; deshalb spielt er lieber ein bisschen Gott im Bürgerrechts-Lotto. Antworten



