Favre bei den Bayern hoch im Kurs
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 06.05.2011
Nach dem 1:0-Sieg über den deutschen Meister Dortmund hat der Romand nun auch in Hannover zu null gespielt und ebenfalls mit 1:0 gewonnen. Favre hat Gladbach im Kampf gegen den Abstieg die Hoffnung zurückgebracht. Und mit dem Sieg in Hannover auch gleich seinem ehemaligen Teamkollegen bei Servette, dem heutigen Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, einen grossen Freundschaftsdienst erwiesen. Dank Gladbach tauschte der letztjährige Doublesieger mit Hannover die Plätze und liegt wieder auf dem dritten Tabellenrang, der immerhin noch zur Qualifikation für die Champions League berechtigt.
Die Chefetage von Bayern München ist geradezu angetan vom ehemaligen Schweizer Nationalspieler. Für Karl-Heinz Rummenigge ist Favre ein schlauer Taktiker. «Lucien wird bei Gladbach noch viel Erfolg haben», prophezeit der ehemalige deutsche Nationalspieler in «Bild» Link. Er sei ein Fussballverrückter im Positiven. «Er hat damals in Genf Tag und Nacht den Fussball gelebt, mit dem Trainer stundenlang über Taktik diskutiert. Dann hat er sie uns Spielern erklärt», erinnert sich Rummenigge, der in den Jahren 1987 bis 1989 mit Favre zusammen spielte und stets auch bei Zusammenzügen das Zimmer mit dem Romand teilte.
Auch Bayerns Sportdirektor lobt Favre
Bayerns Sportdirektor Christian Nerlinger war zu Gast im «Doppelpass» des TV-Senders Sport 1. Er lobte explizit Lucien Favre als einen hervorragenden Trainer und klugen Taktiker, bei dessen Mannschaften stets eine Handschrift zu erkennen sei. Favre hat sich schon als Trainer von Hertha BSC einen Namen gemacht, als er in seiner ersten Saison bis zuletzt um den Titel mitspielte. Favre, der mit dem FC Zürich zweimal die Meisterschaft gewann, sorgt zurzeit in Deutschland für Furore.
Doch der Romand ist kein Lautsprecher wie Frankfurts Coach Christoph Daum. Er ist stets bescheiden geblieben. Das ist auch Hannovers Coach Mirko Slomka aufgefallen. Als der Schweizer nach dem 1:0-Sieg an der Pressekonferenz sagte, der Sieg Gladbachs sei nur «vielleicht verdient» gewesen, wurde er von seinem Trainerkollegen prompt korrigiert. «Lucien, sei nicht so bescheiden. Der Erfolg war absolut verdient. Ihr wart in allen Belangen deutlich besser», gab Slomka unumwunden zu.
«Wir müssen zweimal gewinnen»
«Es ehrt mich natürlich, dass die Bayern-Chefs Nerlinger und Rummenigge meine Arbeit goutieren», sagt Favre. Er habe in Gladbach aber noch nichts gewonnen und stehe in den verbleibenden zwei Runden vor schweren Aufgaben. «Wir spielen zu Hause gegen Freiburg und müssen dann noch zum Hamburger SV», sagt Favre gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Da müsse Gladbach zweimal gewinnen, um es zumindest noch in die Relegationsspiele gegen den dritten der zweiten Bundesliga zu schaffen. Favre kann sich in Deutschland der Komplimente kaum erwehren. «Es ist fantastisch, einfach grossartig, was Favre bei seiner Rückkehr in die Bundesliga bisher geleistet hat», sagt auch Experte Günter Netzer gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Favre sei der absolut richtige Trainer für Gladbach, betont die deutsche Fussball-Legende. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 06.05.2011, 14:12 Uhr
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