«Favres Hoffnungsträger wird besser als Kahn»
Von Alexander Kühn, Thomas Niggl. Aktualisiert am 15.04.2011
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Das 5:1 im rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln am vergangenen Wochenende war für Borussia Mönchengladbach ein unerwartet effektiver Befreiungsschlag im Ringen mit dem Abstiegsgespenst, ein Erfolg, der weit mehr wert ist als nur die dringend benötigten drei Punkte. Plötzlich ist beim Schlusslicht die Zuversicht wieder da – und auch das Vertrauen der Vorderleute in einen jungen, erst 18-jährigen Torhüter. Dieser heisst nicht mehr Logan Bailly oder Christofer Heimeroth, sondern Marc-André ter Stegen. Er profitiert auch davon, dass sich Bailly bei der 0:1-Niederlage in Kaiserslautern einen fatalen Fehlgriff leistete und auch im Bewährungsmatch beim FC Bayern (0:1) nicht restlos überzeugen konnte.
Der einfühlsame Fussball-Lehrer Favre, der schon beim FC Zürich mutig jungen Spielern Verantwortung übertrug, findet ter Stegen «einfach gut», und auch der frühere Schweizer Nationaltorhüter Jörg Stiel, der ehemalige Gladbacher Keeper, schwärmt in den höchsten Tönen vom Nachwuchsmann. «Er ist ein Riesentalent, mutig und unerschrocken. Er kann sogar besser werden als Oliver Kahn, weil er am Ball beidfüssig und technisch beschlagen ist», so Stiel zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Ter Stegen sei wie ein elfter Feldspieler und zeige überdies eine aussergewöhnliche physische Präsenz bei der Strafraumbeherrschung und sei schon jetzt unheimlich nervenstark. «Gegen Köln war ich im Stadion. Ter Stegen hat mich wirklich tief beeindruckt», sagt der Aargauer, der dem neuen Gladbacher Hoffnungsträger eine grosse Zukunft voraussagt.
Ter Stegen strotzt vor Selbstvertrauen
Mit 18 Jahren und 345 Tagen ist das grosse Talent nach Uwe Kamps der zweitjüngste Keeper, der in der Bundesliga jemals für Mönchengladbach zwischen den Pfosten stand, und manch einer vergleicht ter Stegen mit dem aktuellen deutschen Nationalgoalie Manuel Neuer. Bereits heute kann der Gelobte die Vorschusslorbeeren erneut bestätigen: Gladbach gastiert heute Abend beim Europa-League-Anwärter Mainz 05 und kann mit einem Sieg erst einmal auf den Barrage-Rang 16 klettern.
«Wir treten nach dem Erfolg gegen Köln mit breiter Brust an und wollen unbedingt gewinnen», erklärte ter Stegen. Bei allem Selbstbewusstsein bleibt er aber Realist: «Es gilt, die Leistung gegen Köln in Mainz zu bestätigen. Wir haben noch viel vor in den nächsten Wochen. Das Ziel ist klar und allen bewusst.» Wegen der Distanz zwischen Mainz und dem heimischen Mönchengladbach muss er sich wenigstens keine Sorgen mehr machen, dass seine Mutter im Stadion sitzen könnte. Weil er sich ganz auf seinen Einsatz konzentrieren wollte, verbot er ihr ausdrücklich, für die Partie gegen die Kölner ins Stadion zu kommen.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 15.04.2011, 10:41 Uhr
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