GC muss glaubwürdig werden
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Artikel zum Thema
- «Ich würde es nicht mehr machen»
- Knall bei GC: Linsi ersetzt Berbig als Präsident
- «Vom Konkurs bis zum Verkauf von GC ist alles möglich»
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Super League
36. Runde
| 23.05. | Basel - Young Boys | 1 : 2 |
| 23.05. | Lausanne - Grasshoppers | 2 : 1 |
| 23.05. | Sion - Luzern | 1 : 3 |
| 23.05. | Thun - FC Zürich | 2 : 4 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 34 | 22 | 8 | 4 | 78:33 | 74 |
| 2. | Luzern | 34 | 14 | 12 | 8 | 46:32 | 54 |
| 3. | Young Boys | 34 | 13 | 12 | 9 | 52:38 | 51 |
| 4. | Servette | 34 | 14 | 6 | 14 | 45:53 | 48 |
| 5. | Thun | 34 | 11 | 10 | 13 | 38:41 | 43 |
| 6. | FC Zürich | 34 | 11 | 8 | 15 | 43:44 | 41 |
| 7. | Lausanne | 34 | 8 | 6 | 20 | 29:61 | 30 |
| 8. | Grasshoppers | 34 | 7 | 5 | 22 | 32:66 | 26 |
| 9. | Sion | 34 | 15 | 8 | 11 | 40:35 | 17 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
Die Sitzung hatte der Zentralvorstand des Grasshopper-Clubs schon im vergangenen September geplant. Sie fand am letzten Wochenende in Davos statt. Und weil es, so Zentralpräsident Andres Iten, ein Strategie-Workshop war, wurde die Situation von GC ausführlich analysiert. Die drastischste Frage hiess: Was würde es für den Gesamtverein bedeuten, wenn die Fussballsektion keinen Profibetrieb mehr hätte? Was also, wenn sie keine Geldgeber finden und künftig in der 1. Liga spielen würde?
In der Davoser Höhenluft rief der Zentralvorstand schliesslich nicht das Ende aus, sondern einen Neuanfang - den x-ten in den letzten Jahren der fortwährenden finanziellen und personellen Probleme.
Die Neuerungen sind seit dem späten Dienstagabend bekannt. Roger Berbig hat nach knapp drei Jahren als Präsident des Verwaltungsrats der Neuen Grasshopper Fussball AG ausgedient, CEO Urs Linsi ersetzt ihn im Doppelmandat, und der Verwaltungsrat wird von bisher 2 auf 8 Leute aufgestockt. Darunter finden sich mit dem Rechtsanwalt Iten und dem Finanzexperten Simon Mehr zwei Leute aus dem Zentralvorstand, der alleiniger Aktionär der Fussball-AG ist.
Berbigs Fehler und Schwächen
Die Ablösung von Berbig ist keine Überraschung. «Wir haben mit ihm schon vor einiger Zeit vereinbart, dass er zurücktritt, wenn eine sinnvolle Lösung gefunden ist. Roger Berbig hat das selbst auch öffentlich so mitgeteilt.»
Die Ersetzung von Berbig, im April 2007 noch als Galionsfigur begrüsst, galt clubintern als überfällig. Er gewann nicht die Gunst der Gönner und Geldgeber, er führte den Verein nicht, weil ihm als Chirurg dafür nur schon die Zeit fehlte. Im operativen Geschäft setzte er auf Erich Vogel. Das fiel auf ihn zurück.
Gemeinsam mit Heinz Spross liess er den Vizepräsidenten machen, wie dieser wollte. «Der Club hatte ein Führungsproblem», bringt es Iten auf den Punkt.
Mit Vogel war der Club von Anfang an einer Zerreissprobe ausgesetzt und bekam ein ernsthaftes Glaubwürdigkeitsproblem. Dieses Problem war nie grösser als im vergangenen April, als sich die Führung zur Bewältigung der drängenden Geldsorgen mit dem Hochstapler Eckel einliess. Iten wirft ihr im Rückblick eine gewisse Naivität vor. Das ist nett formuliert, richtig ist: GC war damals schwer blamiert. Die Trennung von Vogel im letzten Sommer rettete nichts mehr.
Genauso in der Kritik wie Berbig hat Spross gestanden. Auch der Gartenbauer ist bis heute nicht als Figur aufgefallen, die Führungsstärke bewiesen hätte. Vereinzelt wurde intern gefordert, auch er müsste gehen. Das ist leichter gesagt als getan. GC braucht, wie schon 2008 und 2009, auch dieses Jahr Spross, damit jemand für das Dauerdefizit von rund 5 Millionen Franken pro Saison bürgt.
Geld vorerst nur für ein Jahr
GC galt einst als nobel, und die legendäre Gönnervereinigung Donnerstag-Club verkörperte Geld und Einfluss, bis 1999 die früheren Wirtschaftsführer Rainer E. Gut und Fritz Gerber den Club übernahmen. Sie warfen mit Unsummen um sich und liessen sich die Meistertitel von 2001 und 2003 gegen 90 Millionen Franken kosten.
Peter Widmer war ihr präsidialer Statthalter. Unter Thomas Gulich begann 2003 eine Ära, die ins Desaster mündete. Walter Brunner übernahm, hemdsärmlig und enthusiastisch, und hinterliess ebenfalls ein Chaos. Unter Berbig und Spross ist GC ein wirtschaftlich krankes Unternehmen geblieben. Im November förderte der genaue Blick in die Buchhaltung zusätzliche Schulden von 4,5 Millionen Franken zutage. Der drohende Konkurs konnte abgewendet werden.
GC wieder verantwortungsbewusst und glaubwürdig
Letzte Woche dann vermittelte Linsi den Eindruck, als könnten Personen gefunden werden, die in die Zukunft des Vereins investieren. 15 Millionen sind der gesuchte Betrag, um die geplanten Defizite bis 2013 zu decken. Dabei sind es allein schon für 2010/11 gegen 7 Millionen, weil die Verträge mit vier Sponsorenfirmen auslaufen.
Jetzt sagt Zentralpräsident Andres Iten: «Ich bin sehr zuversichtlich, dass die nächste Saison gesichert ist.» Er betont: Dafür liegen erst Zusagen und noch keine Garantien vor. Und vor allem: Sie gelten vorerst nur für ein Jahr. Dieses eine Jahr soll und muss als Beweis dienen, dass GC wieder verantwortungsbewusst und glaubwürdig handeln kann. Wenn das gelingt, ist auch denkbar, dass die Geldgeber sich längerfristig engagieren.
Für 1,5 Millionen Franken bürgt der Donnerstag-Club um Präsident Walter Brunner. An die Zahlung war eine Bedingung geknüpft: Wenn das Geld fliessen soll, muss die alte Führung ausgewechselt werden.
Mit dem Segen von Dörig
Berbigs Nachfolger Linsi ist der Mann des Zentralvorstands, der ihm für ein Jahr auch seinen Lohn als CEO bezahlt. Mit dem Segen von Rolf Dörig, dem einflussreichsten Mann im ZV, der im Hintergrund den Kurs bestimmt, hat der frühere Hobbyfussballer die nächste Hierarchiestufe genommen. Aber die Frage ist: Kann er einen Club führen? Oder wird es am Ende seiner Amtszeit nur so sein wie nach jener von Gulich, Brunner und Berbig?
«Kontinuität und Kompetenz in der Führung sind vordringlich», erklärt Iten, «wir müssen sachlich, nüchtern und unternehmerisch vorgehen.» Von den neuen Kräften im Verwaltungsrat verspricht er sich viel, von ihrem analytischen Handeln als Anwälte und Finanzfachleute.
«Optimismus ist bei GC immer vorhanden», sagt Iten. Ganz nach dem Motto: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Nachricht per e-mail senden
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(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.02.2010, 16:27 Uhr








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