Der FC Aarauist das Prädikat «unabsteigbar» los. Nach dem 1:4 in der 35. Runde der Axpo Super Leaguegegen die Grasshoppers und dem gleichzeitigen Sieg von Bellinzona in St. Gallen (2:1) müssen die Aarauer nach 29 Jahren wieder den Gang in die Challenge League antreten. Der FCA verpasste damit die kleine «Finalissima» am letzten Spieltag.
Das Spiel am Sonntag in Bellinzona wird zum Muster ohne Wert. «Der Abstieg tut mir vor allem für die Fans leid. Der FC Aarau ist aber nicht tot, wir werden uns wieder zurückmelden», sagte FCA-Präsident Alfred Schmid unmittelbar nach der Partie.
15-Jähriger traf beim Debüt
Die Zürcher kamen im Brügglifeld mit geringem Aufwand zum 13. Sieg in der Rückrunde. Steven Zuber (41.), Gonzalo Zarate (66.), der einen Foulpenalty verwertete, Nassim Ben Khalifa (72.) und der erst 15-jährige Endogan Adili (85.), der zum ersten Mal in der Super League zum Einsatz kam, schossen die Tore für die Gäste. Orhan Mustafi gelang vor der Rekordkulisse von 7900 Zuschauern zwischenzeitlich das 1:3 (82.).
Dem Heimteam war zwar nicht mangelnder Einsatz vorzuwerfen, trotzdem merkte man der Equipe von Fredi Strasser nicht an, dass es sich für den FCA um ein Endspiel handelte. Erst als die Partie bereits entschieden war, wurde es vor dem Tor von Yann Sommer erstmals richtig gefährlich.
Das Team von Ciriaco Sforza, das beim Saisonstart im letzten Juli dem FCA noch 0:1 unterlegen war, kontrollierte Ball und Gegner von Beginn an nach Belieben. Bereits nach dem 1:0 durch Zuber, dessen Schuss von Schaub unhaltbar abgelenkt worden war, standen die Aargauer mit dem Rücken zur Wand. Einen einzigen Punkt konnte der FCA in dieser Saison nach einem 0:1-Rückstand noch ergattern. Spätestens nach dem dem Penalty zum 2:0, den Ivan Benito mit einem Foul an Ben Khalifa verschuldete war die Partie entschieden.
«In der Challenge League wieder angreifen»
Der erste Abstieg aus der höchsten Spielklasse seit 1936 kam mit Ansage. Die Negativspirale auf dem Brügglifeld begann bereits vor dem Beginn der Saison mit der Trennung von Trainer Ryszard Komornicki zu drehen. Der Pole hatte die Aargauer in den beiden Saisons zuvor souverän in der Liga gehalten hatte.
Hinzu kam die völlig missglückte Transferpolitik von Sportchef Fritz Hächler, der ein Kader zusammengestellt hatte, das weder unter Jeff Saibene noch unter Martin Andermatt den Tritt fand. Erst mit dem ehemaligen U21-Trainer Ranko Jakovljevic gelang dem FCA eine Serie von drei Siegen in Folge, die sich aber nur als kleines Strohfeuer erwies.
Auch Präsident Schmid bezeichnete die fehlgeschlagene Transferpolitik als den grössten Fehler, den sich die Verantwortlichen anzulasten haben. «Nun werden wir den Plan B aus der Schublade nehmen und versuchen, in der Challenge League wieder anzugreifen», so Schmid. Wegweisend dürfte auch die Abstimmung von Mitte Juni sein, wo es um die Umzonung für den möglichen Bau eines neuen Stadons geht. Werde diese abgelehnt, bedeute dies das Ende des Spitzenfussballs in der Region, so Schmid.