Grosse Gefahr
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Noch ein langer Stürmer: Libor Kozak (1,93 m) misst nur einen Zentimeter weniger als Pekhart. (Bild: Keystone )
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An der U-20-WM 2007 in Kanada war Tomas Pekhart mit gerade einmal 18 Jahren einer der jüngsten Spieler des Turniers – und einer der besten. Im Viertelfinal gegen die spanische Mannschaft, der auch der heutige Barça-Star und Weltmeister Gerard Piqué angehörte, verwandelte er gar den entscheidenden Penalty. Kurz und gut: Pekhart schien unmittelbar vor einer ganz grossen Karriere zu stehen.
Ein Mittelfussbruch im Herbst 2009 warf den Tschechen, der als 16-Jähriger zu Tottenham gewechselt hatte, weit zurück. Nur langsam konnte er nach der Rückkehr in die Heimat an frühere Glanzzeiten anknüpfen. Nun ist Pekhart aber wieder brandgefährlich: Im EM-Viertelfinal gegen England erzielte er in der 89. Minute das goldene 2:1 für seine Equipe. Es war bereits sein zehnter Treffer seit dem Beginn der Qualifikation zur U-21-EM.
«Jedes einzelne Tor gibt einem Stürmer mehr Selbstvertrauen, es macht, dass man sich gut fühlt», sagte er auf der Pressekonferenz. Dass er die Partie nach den kraftraubenden Auftritten in den ersten beiden Gruppenspielen bis zur 83. Minute von der Bank aus verfolgen musste, störte ihn dabei keineswegs: «Der Trainer hat mich auf der Ersatzbank gelassen, um einen Top-Joker für die entscheidenden Momente zu haben. Dann bin ich ins Spiel gekommen und habe getroffen.»
Grosse Tschechen, kleine Schweizer
Selbst wenn Pekhart heute Abend zunächst erneut auf der Bank sitzen sollte, dürfen sich die Schweizer also nicht zurücklehnen. Besonders für Standardsituationen ist Pekhart mit seinen 1,94 m nämlich eine vielversprechende Option. Von den Schweizer Verteidigern ist nur Timm Klose (1,93 m) annähernd so gross wie der 1,94 m lange Angreifer, mit dem er in der kommenden Saison beim 1. FC Nürnberg spielen wird. Philippe Koch (1,78 m), Gaetano Berardi (1,79 m) sind für Defensivspieler dagegen aussergewöhnlich klein, während es Tschechiens Starstürmer Libor Kozak von Lazio Rom auf ebenfalls beeindruckende 1,93 m bringt.
«Schweizer Gruppe war leichter»
Die Schweizer bezeichnet Pekhart als «starkes Team». Er glaubt aber, dass ihre Gruppe leichter gewesen sei. Die letzten zwanzig Minuten des Spiels gegen England haben den Tschechen zudem den Glauben an sich selbst zurückgebracht. Diesen hatten sie nach der 0:2-Niederlage im zweiten Gruppenspiel gegen den Titelfavoriten Spanien phasenweise verloren.
Trotz seines aussergewöhnlichen Talents sieht sich Pekhart nur als ein Puzzleteilchen in der tschechischen Mannschaft. «Wir haben nicht so viele Stars, deshalb spielen wir kompakt und mit grossem Teamgeist», sagte er nach dem Erfolg gegen die Engländer. Diese Einstellung gefällt auch Nürnbergs Trainer Dieter Hecking, der den eine Million Euro teuren Neuzugang als «Schnäppchen» bezeichnete. Die Nürnberger gehen davon aus, dass sich Pekharts Marktwert bis zum Ende seines Vertrages im Sommer 2015 vervielfacht. Ein Tor gegen die Schweiz, egal ob als Joker oder Spieler in der Anfangsformation, würde dabei helfen. (ak)
Erstellt: 22.06.2011, 11:20 Uhr


