«Ich würde es nicht mehr machen»
Von Fredy Wettstein. Aktualisiert am 11.02.2010
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Super League
36. Runde
| 23.05. | Basel - Young Boys | 1 : 2 |
| 23.05. | Lausanne - Grasshoppers | 2 : 1 |
| 23.05. | Sion - Luzern | 1 : 3 |
| 23.05. | Thun - FC Zürich | 2 : 4 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 34 | 22 | 8 | 4 | 78:33 | 74 |
| 2. | Luzern | 34 | 14 | 12 | 8 | 46:32 | 54 |
| 3. | Young Boys | 34 | 13 | 12 | 9 | 52:38 | 51 |
| 4. | Servette | 34 | 14 | 6 | 14 | 45:53 | 48 |
| 5. | Thun | 34 | 11 | 10 | 13 | 38:41 | 43 |
| 6. | FC Zürich | 34 | 11 | 8 | 15 | 43:44 | 41 |
| 7. | Lausanne | 34 | 8 | 6 | 20 | 29:61 | 30 |
| 8. | Grasshoppers | 34 | 7 | 5 | 22 | 32:66 | 26 |
| 9. | Sion | 34 | 15 | 8 | 11 | 40:35 | 17 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
Roger Berbig, ist das Ihre schmerzlichste Niederlage mit GC?
Sicher nicht, ich empfinde es auch nicht als Niederlage.
Sie wurden als Präsident abgesetzt.
Früher als Torhüter habe ich viel schmerzlichere Niederlagen erlebt. Weh tut, dass ich als Präsident nicht das geschafft habe, was wir uns beim Antritt als Ziel gesetzt hatten.
GC auf eine finanziell gesunde Basis zu führen...
...ich möchte es so sagen: aus der heterogenen GC-Truppe wieder eine Familie zu machen, in der alle das gleiche Ziel verfolgen.
Bereuen Sie, dass Sie sich vor drei Jahren überreden liessen, das Präsidium zu übernehmen?
Ich hatte damals gar keine Zeit zu überlegen. Es war ein Herzensentscheid, und eigentlich bin ich bisher in meinem Leben mit meinen Herz- und Bauchentscheidungen immer gut gefahren.
Aber heute würden Sie es nicht mehr machen?
Wenn ich genau gewusst hätte, wie es wirtschaftlich um den Klub steht, und wenn ich vor allem gewusst hätte, wie viele Gruppierungen es rund um den Klub gibt, die unsere Arbeit nicht erleichtert haben – nein, dann würde ich es nicht mehr machen.
Haben Sie Fehler gemacht?
Wenn man die heutige finanzielle Situation anschaut, kann ich ja nicht sagen, dass ich als VRPräsident keine Fehler gemacht habe. Aber das Wichtigste für mich ist: Ich kann am Morgen weiterhin in den Spiegel schauen und sagen, du hast nie gelogen, niemanden betrogen, nie ein mieses Spiel mitgemacht.
Den Flop mit dem Hochstapler Eckel haben Sie mitzuverantworten.
Ja, es ist nicht schön, damit in Verbindung gebracht zu werden. Aber ich bin oder war der VR-Präsident, also muss ich dazu stehen, Punkt, fertig.
Was haben Sie gelernt?
Ich habe vieles gesehen, was ich vorher vermutet habe, aber selber nicht erfahren musste, weil ich irgendwie privilegiert war und mein Leben selber bestimmen konnte.
Was denn genau?
Wie viele Intrigen und Machtkämpfe es im Fussball gibt. Ich habe viel Negatives erlebt. Aber ich gebe zu: Ich hatte vielleicht eine gewisse Naivität, weil ich immer glaubte, es ginge doch letztlich um Sport und Freude.
Wussten Sie, dass es eine Strategiesitzung des Zentralvorstands gab?
Heinz (Spross) hat mir das vorher gesagt, ja. Und ich habe schon lange gespürt, was im Hintergrund ablief.
Was hat der Donnerstag-Club gegen Sie?
Das weiss ich nicht. Man hat mich informiert, dass es im Donnerstag-Club Leute gibt, für die ich als Präsident nicht mehr tragbar bin.
Gibt es GC im Spitzenfussball in einem Jahr noch?
Ich bin glücklich, dass sich jetzt angeblich eine Lösung abzeichnet und GC für die nächste Saison eine Lizenz bekommt. Aber es ist klar, dass man noch hart daran arbeiten muss, um die Zukunft mittelfristig zu sichern.
Werden Sie als Zuschauer weiterhin die Spiele von GC verfolgen?
Selbstverständlich, mein Herz bleibt ein GC-Herz – der Klub Teil meines Lebens.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 11.02.2010, 09:01 Uhr


