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Kein Verständnis für das Fifa-Nein zum Fortschritt

Von Sascha Rhyner. Aktualisiert am 08.03.2010 33 Kommentare

«Die Türe ist zu.» So klar war das Verdikt der Gralshüter der Fifa zur Einführung von unterstützenden Technologien. Die Fussball-Welt schüttelt den Kopf.

Das übersehene Tor: Liam Ridgewell drückt den Ball im FA-Cup-Viertelfinal zwischen Portsmouth und Birmingham über die Linie zum vermeintlichen Anschlusstreffer (Video: Reuters)

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Was halten Sie vom Entscheid der Fifa, keine moderne Technologie im Fussball zuzulassen?

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Christian Gross hat zum Njet des höchsten Fifa-Regelgremiums eine klare Meinung: «Technische Möglichkeiten, um strittige Szenen klar zu definieren und beurteilen zu können, sollte man einführen. Man darf sich da der Entwicklung nicht verschliessen», erklärte der Trainer des VfB Stuttgart. Schon lange ein vehementer Verfechter der Einführung der Torlinientechnologie war Felix Magath, der den jüngsten Entscheid der Fifa überhaupt nicht verstehen kann. «Wir erlauben uns im Profifussball, in dem ja letztendlich Milliarden umgesetzt werden, den Luxus, dass wir Fehler einfach mittragen. Wir hätten genügend Möglichkeiten, schwerwiegende Fehler sofort zu korrigieren», so Magath.

Der frühere Hertha-Berlin- und aktuelle Wolfsburg-Manager Dieter Hoeness konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen, als er von einer «verpassten Chance» sprach. «Sie müssen ja nicht spielen», so Hoeness süffisant Richtung Fifa und deren Regelgremium International Football Association Board (IFAB). «Wir sind wohl die einzige Sportart, in der Hilfsmittel nicht angewandt werden. Ich weiss nicht, warum das der Fussball nicht zulässt», wetterte Herthas Trainer Friedhelm Funkel.

«Ein frustrierender Entscheid»

Zusätzliche Nahrung erhielt die Forderung nach der Torlinientechnologie am Wochenende in England. Im Viertelfinal des FA Cups schoss Liam Ridgewell für Birmingham gegen Portsmouth den vermeintlichen Anschlusstreffer zum 1:2 (siehe Video). Der Schiedsrichter gab den Treffer nicht. «Das ist ein frustrierender Entscheid der Fifa, weil sie ihren Offiziellen damit keinen Gefallen tut», so Birminghams schottischer Trainer Alex McLeish. Der schottische und der englische Verband hatten denn auch für die Einführung der Torlinientechnologie votiert, waren aber am Mehr der vier Fifa-Vertretern sowie den Vertretern des walisischen und irischen Verband im IFAB gescheitert.

Und selbst Louis van Gaal, dessen FC Bayern in der Champions League gegen die Fiorentina unlängst von einem Fehlentscheid profitiert hatte, fordert den Fortschritt. «Ich sage seit zehn Jahren, dass wir nicht mehr ohne technische Hilfsmittel auskommen. Für die Schiedsrichter wird es immer schwieriger, die Dinge mit dem blossen Auge zu sehen», so der Holländer. «Das geht über meine Vorstellungskraft hinaus. Für mich ist das schwer zu verstehen», äusserte sich auch Arsenals Trainer Arsène Wenger. «Wenn man den Fussball liebt, will man doch auch, dass richtig entschieden wird.»

Noch mehr Schiedsrichter werden blossgestellt

In der Umfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet, an der sich fast 9000 Leser beteiligten, stimmten 59 Prozent für die Einführung des Videobeweises. Immerhin 19 Prozent forderten den Chip im Ball. 7 Prozent waren der Meinung, dass ein zusätzlicher Schiedsrichter auf der Torlinie genügt. Nur 15 Prozent hatten die gleiche Auffassung wie die Fifa und Reglementskommission IFAB, dass alles beim Alten bleiben soll.

Weder ein Chip im Ball noch Torkameras – und nur darum ging es in der Diskussion um die Einführung moderner Technologien – dürfen das menschliche Auge in Zukunft unterstützen. Dafür wird es vielleicht mehr menschliche Augen geben, wenn sich die Fifa für die Einführung der sogenannten Torrichter entscheidet. Und es wären dann auch zwei zusätzliche Schiedsrichter, die die TV-Bilder, die Millionen von Menschen rund um den Globus sehen, entlarven und blossstellen würden. Auch das ist kein Fortschritt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.03.2010, 11:40 Uhr

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33 Kommentare

Otto Tasch

08.03.2010, 12:47 Uhr
Melden

Beim Riesengeschäft Fussball ein Lob auf Fehlbarkeit... "Honi soit qui mal y pense " - Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Antworten


Rolf Iseli

08.03.2010, 11:44 Uhr
Melden

Die FIFA Obrigkeit - ideale Politiker. Ein Volk von Ignoranten. Antworten



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