Knall bei GC: Linsi ersetzt Berbig als Präsident
Stichworte
Super League
36. Runde
| 23.05. | Basel - Young Boys | 1 : 2 |
| 23.05. | Lausanne - Grasshoppers | 2 : 1 |
| 23.05. | Sion - Luzern | 1 : 3 |
| 23.05. | Thun - FC Zürich | 2 : 4 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 34 | 22 | 8 | 4 | 78:33 | 74 |
| 2. | Luzern | 34 | 14 | 12 | 8 | 46:32 | 54 |
| 3. | Young Boys | 34 | 13 | 12 | 9 | 52:38 | 51 |
| 4. | Servette | 34 | 14 | 6 | 14 | 45:53 | 48 |
| 5. | Thun | 34 | 11 | 10 | 13 | 38:41 | 43 |
| 6. | FC Zürich | 34 | 11 | 8 | 15 | 43:44 | 41 |
| 7. | Lausanne | 34 | 8 | 6 | 20 | 29:61 | 30 |
| 8. | Grasshoppers | 34 | 7 | 5 | 22 | 32:66 | 26 |
| 9. | Sion | 34 | 15 | 8 | 11 | 40:35 | 17 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
Das Mediencommuniqué trug den unschuldigen Titel «Neue Grasshopper Fussball AG verstärkt VR - weitere Schritte Richtung Lizenz für die Saison 2010/2011». Was danach im Text folgte, war mehr als nur eine kleinere Personalmutation. Roger Berbig tritt per sofort als Präsident zurück und wird durch Urs Linsi ersetzt.
Linsi war im September vom GC-Zentralvorstand als neuer CEO in der Fussball-Sektion eingesetzt worden mit der Vorgabe, den Klub nachhaltig zu sanieren. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Die Grasshoppers sind aber auch dank Linsis Einsatz auf gutem Weg, Schulden abzutragen und das Budget um 5 Millionen auf rund 15, 16 Millionen Franken zu reduzieren - was bei Einnahmen von rund 10 Millionen jährlich noch immer ein grosses strukturelles Defizit ergibt.
Zu wenig Zeit
Als Nächstes muss der Klub bis zum 23. Februar bei der Liga die Eingabe für die Lizenz der kommenden Saison machen. Er dürfte dabei erfolgreich sein. Offenbar sollen der Klubführung von Gönnern und Sponsoren für die kommenden drei Saisons gesamthaft über 15 Millionen Franken zugesichert worden sein.
Roger Berbig fehlten als Arzt die zeitlichen Möglichkeiten, um GC zu prägen. Er hatte mit unglücklichen Aussagen zur wirtschaftlichen Situation des Klubs vereinzelt Geldgeber und Sponsoren verärgert. Und er hatte zuletzt wiederholt betont, er werde zurücktreten, wenn eine gute personelle Lösung möglich sei.
Ähnlich wie YB und Basel
Hinter Linsis Ernennung zum Präsidenten der Fussball AG steht auch jetzt der Zentralvorstand mit Präsident Andres Iten an der Spitze und Rolf Dörig im Hintergrund. Mit der gestern bekannt gewordenen Rochade wird auch der Verwaltungsrat der GC Fussball AG von zuletzt zwei (Roger Berbig und Finanzchef Heinz Spross) auf acht Personen massiv ausgebaut.
Aus dem Zentralvorstand nehmen Iten und Simon Mehr Einsitz. Das Gremium wird verstärkt durch Carlo Häfeli, Roland Leutwiler und Daniel Schweizer. Der bisherige Verwaltungsrat und Geldgeber Heinz Spross behält seinen Sitz. Und ein letzter Platz wird für einen Vertreter des Donnerstag Clubs frei gehalten.
Linsi sieht die Erweiterung seiner Aufgaben als «Vertrauensbeweis». Mit ihm an der Spitze als Präsident und CEO sind die Grasshoppers jetzt ähnlich organisiert wie die Grossklubs YB und Basel mit einem voll bezahlten Chef. Linsi erhält für sein Doppelmandat keinen Salärbonus. Er sagt mit einem Schmunzeln: «Bei GC reden wir derzeit nicht von Erhöhungen, nur von Senkungen, wir haben Hausaufgaben zu erledigen.»
Fachwissen zusammengelegt
Weil die finanzielle Lage zumindest kurzfristig keine Vorwärtsstrategie zulässt und GC als Ausbildungsklub ausgerichtet sein wird, kann Linsi abgesehen vom Chef Kommerz keine Posten neu besetzen. Den Ausbau des Verwaltungsrates findet er angesichts der Finanzlage logisch. Es würden mit der Neuorganisation Fachwissen zusammengelegt und Entscheidungswege verkürzt. Es sei eine mittel- und langfristig ausgelegte Organisationsstruktur. Und Linsi wird dabei die prägendste, stärkste Figur sein. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 10.02.2010, 08:11 Uhr


