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Lazio-Star Zarate provoziert mit Hitler-Gruss

Der argentinische Torjäger Mauro Zarate des Erstligisten Lazio Rom ist in Italien wegen einer üblen faschistischen Geste in die negativen Schlagzeilen geraten.

Erwischt: Der wegen eines Platzverweises gesperrte Lazio-Star Mauro Zarate verfolgte ein Spiel seines Teams mitten im Fanblock der als rechtsradikal geltenden Lazio-Ultras.

Erwischt: Der wegen eines Platzverweises gesperrte Lazio-Star Mauro Zarate verfolgte ein Spiel seines Teams mitten im Fanblock der als rechtsradikal geltenden Lazio-Ultras.
Bild: Keystone

Das Bild des Anstosses: Die italienische Zeitung «Il Messaggero» dokumentierte die faschistische Geste des Lazio-Spielers.

Das Bild des Anstosses: Die italienische Zeitung «Il Messaggero» dokumentierte die faschistische Geste des Lazio-Spielers.

Am Mittwoch wurde in den italienischen Medien ein Bild abgedruckt, das den 22-Jährigen dabei zeigt, wie er inmitten von Lazio-Ultras den rechten Arm zum «römischen Gruss» erhebt. Eine Handbewegung, die dem Hitler-Gruss sehr ähnlich sieht.Dem Südamerikaner droht nun eine Strafe.

Zarate hatte am vergangenen Sonntag die Partie zwischen Lazio Rom und Bari in der Nordkurve inmitten der eigenen Fans besucht. Er war für das Spiel wegen einer Rotsperre aus dem Heimspiel gegen Sampdoria Genua gesperrt.

Teile der Anhänger des römischen Hauptstadt-Klubs, insbesondere die grösste Ultra-Gruppe «Irriducibili Lazio», sind wegen ihrer Nähe zum rechten Gedankengut gefürchtet. Immer wieder kommt es zu antisemitischen oder rassistischen Gesängen in der berüchtigen «Curva Nord». Zarate ist jedoch nicht der erste Lazio-Star, der wegen faschistischer Gesten in Bedrängnis geraten ist. Der ehemalige Captain Paolo di Canio hatte schon öfter für handfeste Skandale gesorgt. Nach Torerfolgen hatte er nicht selten mit dem «römischen Gruss» provoziert und war dafür auch mehrmals bestraft worden.

Zarate drohen Konsequenzen

Im Gegensatz zu Di Canio, der aus seiner Bewunderung für den Faschismus nie einen Hehl machte und sich selbst als Rechtsradikaler outete, gilt für Zarate vorerst die Unschuldsvermutung. Angeblich hätten die Lazio-Ultras Zarate zu der Geste animiert. Wie die italienische Zeitung «La Stampa» mutmasst, könnte sich Zarate der Geste jedoch nicht bewusst gewesen sein. Weil das Verherrlichen des Faschismus in Italien unter Strafe steht, drohen Zarate trotzdem Konsequenzen. Auch der italienische Ligaverband dürfte gegen den Argentinier Ermittlungen einleiten.

Lazio-Star Hitzelsperger kämpft gegen Rechtsradikale

Deutschlands Nationalspieler Thomas Hitzelsperger, den Christian Gross in Stuttgart ausgemustert hatte, steckt seit seinem Wechsel zu Lazio Rom in einem Gewissenskonflikt. Der Deutsche kämpft seit Jahren, unter anderem auch in persönlichen Blogs und Zeitungskolumnen, gegen den Rechtsradikalismus. Hitzelsperger hatte wegen dieser Problematik auch schon mahnende Vorträge an Schulen gehalten.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.03.2010, 14:16 Uhr

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