Löws Abschiedsgeschenk an Ballack
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 01.09.2010
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Löw hat Ballack für die ersten EM-Qualifikationsspiele gegen Belgien am Freitag und Aserbaidschan am darauffolgenden Dienstag nicht aufgeboten, weil er internationalen Ansprüchen nach einer langen Verletzung noch nicht vollends genüge. Löw soll der Mannschaft an der Teamsitzung auch erklärt haben, WM-Captain Philipp Lahm sei weiterhin Ballacks Vize.
Jener Mann also, der in Abwesenheit Ballacks noch vor dem WM-Halbinal gegen Spanien öffentlich seine Ansprüche auf das Amt des Captains gestellt hatte. Brisant auch: Ballack, der von Löw im Amt bestätigte Chef, war an dieser Sitzung im Frankfurter Hotel Villa Kennedy selbst nicht anwesend.
Löw bricht ein ungeschriebenes Gesetz
Löws Entscheidung wirft einige Fragen auf: Weshalb bleibt mit Ballack ein Spieler Captain, obwohl er in der Nationalmannschaft nicht mehr hundertprozentig gesetzt ist? Diese Erklärung soll Löw den Spielern schuldig geblieben sein . Aber intern soll Löw laut «Bild» erklärt haben, dass er sich nicht sicher sei, ob Ballack für die EM 2012 tatsächlich noch gut genug ist.
Was die Experten verwundert: Löw bricht mit seiner Entscheidung ein ungeschriebenes Gesetzt. Denn bislang war der Captain der Nationalmannschaft ein unbestrittener und unantastbarer Stammspieler. Es ist absolut denkbar, dass Löw Ballack nicht ganz demontieren und ihm mit seiner Entscheidung ein vorzeitiges Abschiedsgeschenk machen wollte.
Mit Ballack hat Deutschland keinen Titel geholt
Ballack, der in drei Wochen 34 Jahre alt wird, ist seit August 2004 Captain der deutschen Nationalmannschaft. Es lastet ihm allerdings ein Fluch an: Er hat mit Deutschland die WM 2002, die EM 2004, die WM 2006, die EM 2008 bestritten. Unter seiner Regie konnte die Deutschen nie einen grossen Titel gewinnen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 01.09.2010, 09:49 Uhr


