Messis Fehltritt in Ägypten

Im ägyptischen Fernsehen spendete Lionel Messi ein Paar seiner Fussballschuhe – und sorgte für einen Eklat.

Mit seiner Spende hat er in Ägypten für Empörung gesorgt: Lionel Messi während eines Länderspiels der Argentinier in Chile. (24. März 2016)

Mit seiner Spende hat er in Ägypten für Empörung gesorgt: Lionel Messi während eines Länderspiels der Argentinier in Chile. (24. März 2016) Bild: Claudio Reyes/AFP

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Mit einer Spendenaktion hat der argentinische Fussballer Lionel Messi den Zorn der Ägypter auf sich gezogen. Nach einem Bericht der «BBC» hat Messi in der TV-Sendung «Yes, I'm famous» («Ja, ich bin berühmt») der Moderatorin Mona El-Sharkawy seine Fussballschuhe übergeben. Der fünffache Weltfussballer bat darum, dass das Paar für einen guten Zweck versteigert werden solle. Das Interview wurde am Wochenende auf dem arabischen Sender MBC Masr ausgestrahlt, Videomitschnitte kursieren auf Youtube.

Fragwürdige Spende in diesem Kulturkreis: Im Interview überreicht Lionel Messi ein Paar seiner Schuhe. (Quelle: Youtube/New Day)

Jemandem seine Schuhsohlen zu zeigen, gilt in der arabischen Welt allerdings als schwere Beleidigung. Schuhe gelten als Träger von Unreinheit und Schmutz, darum ist zum Beispiel der Besuch einer Moschee nur ohne Schuhe gestattet. Der irakische Journalist Muntaser al-Seidi wurde 2008 in Bagdad durch seinen Schuhwurf auf den früheren US-Präsidenten George W. Bush weltberühmt.

Empörung unter Politikern

«In den vergangenen 7000 Jahren wurden wir Ägypter noch nie so gedemütigt», kommentierte Said Hasasin die Spende. Wie der «Spiegel online» schreibt, war der Parlamentarier derart wütend, dass er in seiner eigenen TV-Show einen seiner Schuhe auszog und mit den Worten «Ich werde dich mit meinem Schuh schlagen, Messi» in die Kamera hielt.

Hasasin telefonierte in seiner Sendung mit Azmy Megahed, dem Sprecher des ägyptischen Fussballverbands. Und auch er attackierte Messi scharf. «Unsere armen Menschen brauchen seine Schuhe nicht», sagte er: «Wenn er uns beleidigen will, soll er sich die Schuhe auf seinen Kopf legen». Mona El-Sharkawy, die Messi interviewt hatte, verteidigte dagegen dessen Verhalten: «Das ist so falsch», sagte die Moderatorin: «Das ist einfach Tradition in unserer Show, dass Prominente uns Gegenstände schenken.» Gemäss der Nachrichtenagentur «Reuters» hat sich Lionel Messi bislang noch nicht zu den Reaktionen nach seiner Spende geäussert.

(nag)

Erstellt: 30.03.2016, 17:46 Uhr

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