Sport

Milliardär vom Zürichsee mischt HSV auf

Klaus-Michael Kühne wird mit einem geschätzten Privatvermögen von 6,8 Milliarden US-Dollar in der Liste der reichsten Deutschen auf Rang 6 geführt. Obwohl er seit 1975 in Schindellegi am Zürichsee wohnt, investiert der erklärte Fussballfan nicht in Schweizer Vereine.

Sorgt für Unruhe: Milliardär Klaus-Michael Kühne.

Sorgt für Unruhe: Milliardär Klaus-Michael Kühne.
Bild: Keystone

Der gebürtige Hamburger und Logistik-Unternehmer hat bisher 15 Millionen Euro in den Bundesligisten HSV eingeschossen. Doch sein Engagement war beim deutschen Traditionsverein stets umstritten. Jetzt ist offenbar das eingetroffen, was die Kritiker befürchtet hatten. Der Milliardär vom Zürichsee mischt sich mit öffentlichen Statements in die Vereinspolitik ein und geht noch vor dem Bundesligastart am Freitag auf die Stars los.

Im «Hamburger Abendblatt» lässt der 73-Jährige Dampf ab. «Westermann war bisher in den Vorbereitungsspielen keineswegs überzeugend», urteilt der Geschäftsmann. Diekmeier sei schon verletzt. «Die Verletzten-Misere des HSV setzt sich unverändert fort. Woran liegt das eigentlich?», fragt Kühne zynisch. Bezüglich des Engagements von Kacar sei er ebenfalls skeptisch. Dieser war vor vier Wochen von Absteiger Hertha Berlin verpflichtet worden. Der deutsche Internationale Heiko Westermann kam von Schalke 04.

Kühne ist verärgert, weil das Engagement Siegenthalers scheiterte

Laut «Bild» sieht eine Vereinbarung zwischen dem Verein und Kühne vor, dass diese Saison ein offensiver Mittelfeldspieler von internationalem Format verpflichtet werden soll. Sonst reduziere sich sein Investitions-Volumen um 2,5 Millionen Euro. «Die Auflage ist nicht erfüllt», erklärt er kurz und bündig. Ob sich Kühne, wie vom HSV erhofft, an den Transfers jetzt noch beteiligt, ist fraglich. «Das ist zurzeit offen, weil nicht alles so gelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe.»

Ausserdem ist Kühne verärgert, weil die Verpflichtung des Schweizers Urs Siegenthaler als Sportlicher Leiter nicht zustande gekommen ist. Mit dem Basler war man sich einig, dann machte Siegenthaler wegen eines Kompetenzgerangels einen Rückzieher. Er will lieber Chefscout der deutschen Nationalmannschaft bleiben. Siegenthaler war Bastian Reinhard vor die Nase gesetzt worden. «Das ist ein Ding aus dem Tollhaus», sagt Kühne. «Meine Investition war im Wesentlichen durch die überzeugende Präsentation von Herrn Siegenthaler bestimmt», erklärt Kühne.

Der HSV darf seine Seele nicht verkaufen

Jetzt geht der ehemalige HSV-Präsident Jürgen Hunke auf Kühne los. «Ich bin entsetzt, wie der Kühne mit uns umgeht. Er macht, was er will. Der HSV tut mir leid. So etwas darf sich ein Verein nicht erlauben. Ich würde die 15 Millionen sofort zurücküberweisen.» Rückendeckung erhält Hunke von HSV-Legende Uwe Seeler. «Hoffentlich bleibt der Verein nicht auf der Strecke. Er muss aufpassen, dass er seine Seele nicht verkauft», warnt der ehemalige deutschen Nationalstürmer. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 20.08.2010, 12:51 Uhr

Programm & Resultate

NLB Playoff
Chaux-de-Fonds - Ajoie5:3
Langenthal - Basel6:0
Visp - Olten6:3
Lausanne - GCK Lions5:2
Stand: 12.02.2012 20:26

Sport

Populär auf Facebook Privatsphäre