Murat Yakin schnupperte bei Barcelona-Startrainer Guardiola
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 14.01.2010
Stichworte
Der einstige Nationalspieler, der als Spieler für den VfB Stuttgart und den 1. FC Kaiserslautern gespielt hatte, schnupperte in Deutschland für ihn altbekannte Bundesligaluft. Er war Gast bei Borussia Mönchengladbach, wo der einstige Nati-Captain Jörg Stiel zurzeit ein Beratermandat bekleidet. «Dank Jos Beziehungen konnte ich mich eingehend mit Cheftrainer Michael Frontzeck unterhalten. Wir haben viele interessante Gespräche geführt und Erfahrungen ausgetauscht», so Yakin.
Der 36-Jährige nutzte auch seine Beziehungen zu seinem alten Lehrmeister Christian Gross und besuchte den neuen Trainer des VfB Stuttgart. Seine Trainingsmethoden sind Yakin nicht fremd. Die beiden hatten einst beim FC Basel grosse Erfolge gefeiert. Gross als Coach, Yakin als Captain und verlängerter Arm des Zürchers. «Es ist immer wieder interessant und spannend, wenn ich mit Christian über Fussball dozieren darf. Ich kann auch als Trainer unheimlich viel von seiner immensen Erfahrung profitieren.»
«Ich habe mir in jedem Training Notizen gemacht»
Auf seiner Europa-Tour landete Yakin zuletzt in Barcelona. Er war Zaungast bei den Trainings der Katalanen. Yakin ist tief beeindruckt von den Trainingsmethoden von Barcelonas jungem Trainer Josip Guardiola, der nur drei Jahre älter ist als Yakin. Guardiola hat schon in seiner ersten Saison als Chefcoach 2009 sämtliche Titel gewonnen. Das spanische Double (Cup und Meisterschaft), die Champions League, den nationalen und internationalen Supercup sowie die Fifa-Klub-Weltmeisterschaft.
«Ich habe mir in jedem Training Notizen gemacht», sagt Yakin. Er durfte sich auf Vermittlung der Fifa auf dem Trainingsgelände der Katalanen als VIP-Gast aufhalten. «Das Gelände ist hermetisch abgeriegelt», sagt Yakin. Es sei so streng bewacht, wie die berüchtigte Festung von Alcatraz, dem härtesten Knast der Welt.
Weltfussballer Messi gibt auch im Training Vollgas
«Im Kader von Barça stehen 24 absolute Weltklassespieler», berichtet Yakin gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Die Qualität der Trainingseinheiten sei deshalb dementsprechend enorm hoch. «Das Training basiert auf einem einfachen, ultraschnellen und schnörkellosen Passspiel, das vom Gegner kaum zu unterbinden sei», schwärmt Yakin. Die tägliche Arbeit sei vor allem dadurch geprägt, dass die Fehlerquote praktisch bei null Prozent liege.
Barcelonas Erfolgsrezept basiere vor allem auf der Einfachheit des Fussballs. «Weil der Konkurrenzkampf enorm ist, wird in Barcelona jedes Training unter Matchbedingungen ausgetragen», sagt Yakin. Es werde gefightet, wie wenn es um Punkte ginge. «Da hält sich auch Messi, der Weltfussballer des Jahres, nicht zurück», schildert Yakin voller Bewunderung. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.01.2010, 15:30 Uhr

