Pulverfass Aserbeidschan – Deutsche wollen Vogts ausfliegen
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 07.06.2011
Berti Vogts in Angst
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Das Engagement des Nationaltrainers von Aserbeidschan ist heute Abend wohl beendet. Die letzten Tage wurden für den deutschen Welt- und Europameister zu einem Albtraum. Bei einer Pressekonferenz zum heutigen Spiel in der EM-Qualifikation gegen Deutschland wurde Vogts von Unbekannten bedroht. Sicherheitskräfte konnten schliesslich tätliche Übergriffe verhindern.
Gestern Vormittag mussten die Bodyguards den Deutschen sogar während des Abschlusstrainings seiner Mannschaft schützen. Vogts lebt in Angst. Nach der 1:2-Niederlage gegen Kasachstan ist die Stimmung in Aserbeidschan aggressiv geworden. Vogts befürchtet, dass die Situation bei einer hohen Niederlage gegen Deutschland vollends eskalieren könnte.
Vogts Vertrauen in den Verband hat gelitten
«Es ist unfassbar, leider gibt es überall Verrückte. Ich freue mich, am Mittwoch wieder in Deutschland zu sein», erklärt Vogts gegenüber «Bild». Vogts schliesst nicht aus, dass er nicht mehr nach Aserbeidschan zurückkehren wird. Er fühlt sich auch von den Verbandsbossen im Stich gelassen. «Es gibt mir zu denken, dass es nach dem Vorfall noch keinen Kontakt zum Präsidenten und Generalsekretär des Verbandes gegeben hat», sagt Vogts. Es sei auch merkwürdig, dass ihn ein Dolmetscher vor der besagten Pressekonferenz noch davor gewarnt habe, es könne unruhig werden. Vogts Vertrauen in die Verband-Offiziellen hat gelitten.
Auch beim deutschen Fussball-Bund macht man sich Sorgen um Berti Vogts, der die Deutschen an der Europameisterschaft 1996 in England zum Titel geführt hatte. «Wenn Berti den Wunsch hat, werden wir ihn selbstverständlich nach dem Spiel gleich mitnehmen», bietet DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach in «Bild» seine Hilfe an. Der DFB hat in der eigenen Chartermaschine bereits einen Platz für Vogts reserviert. Vogts hat inzwischen Klage eingereicht. «Angeblich waren es Journalisten, aber ich habe sie noch nie an einem Spiel gesehen», sagt Vogts. Sein Anwalt werde die Sache jetzt regeln. Der Vertrag von Vogts läuft in Aserbeidschan noch bis Ende der EM-Qualifikation im Oktober. Es ist jedoch fraglich, ob er noch einmal nach Baku zurückkehrt.
Auch für Fringer wurde Baku zum Albtraum
Aserbeidschan wurde auch für den ehemaligen Schweizer Nationalcoach Rolf Fringer zum Albtraum. Er kassierte in der WM-Qualifikation in Baku, wo heute Abend die Deutschen spielen, mit der Schweiz eine historische Niederlage. Das 0:1 war dann für Fringer der Anfang vom Ende als Naticoach. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.06.2011, 14:18 Uhr


