Sport

Real gegen Barcelona – und Mourinho gegen alle

Von Javier Cáceres. Aktualisiert am 18.04.2011 2 Kommentare

Im ersten von vier Duellen der Erzrivalen gab es keinen Sieger. Aber mit José Mourinho einen Darsteller, der die Emotionen schürt.

Berüchtigt für seine Provokationen: José Mourinho legt sich im Derby gegen Barcelona mit dem Mittelfeldspieler Sergio Busquets an.

Berüchtigt für seine Provokationen: José Mourinho legt sich im Derby gegen Barcelona mit dem Mittelfeldspieler Sergio Busquets an.
Bild: Keystone

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Das Fussballspanien ist elektrisiert vom vierfachen «Clásico», dem viermaligen Aufeinandertreffen von Barcelona und Real Madrid innert 18 Tagen. Doch als am Samstag das erste Duell vorüber war und sich Barça und Real im Bernabéu 1:1 getrennt hatten, hatte Reals Trainer José Mourinho es wieder einmal geschafft – und sich selbst in den Vordergrund gerückt. Denn er ging voll auf Konfrontationskurs mit den Medien.

Er werde, so Mourinho, nur noch mit Chefredaktoren von Zeitungen und Radiosendern sprechen – nicht mehr mit einfachen Reportern. Hintergrund war der Eklat vom Freitag, als die Abschluss-Pressekonferenz Reals zum Theater wurde. Erst hiess es, nicht Mourinho werde erscheinen, sondern sein Assistent Aitor Karanka. Dann erschien «Mou» doch – aber nur, um neben Karanka zu schweigen. Die spanischen Reporter fühlten sich veralbert und gingen. Aus Protest. Deshalb die Retourkutsche Mourinhos, nach dem Motto: «Wenn ihr nur mit mir reden wollt, rede ich nur mit euren Chefs.»

Idee der Verschwörung

Ein paar Fragen beantwortete er nach dem Match dann doch – von Medien, die ihn nicht boykottiert hatten. Dabei erneuerte er seine Verschwörungstheorien, wonach Spaniens Verband und die Uefa Spiele zugunsten Barças verschieben. Die aktuelle Partie diente ihm als frisches Indiz. Reals Verteidiger Albiol wurde für das Foul an David Villa, das zum Penalty und Barças 1:0 durch Messi führte (52.), vom Platz gestellt. Barças Alves aber 30 Minuten später nicht verwarnt, als er Marcelo bei einem Zweikampf im Strafraum zu Fall brachte und den Penalty verursachte, den Cristiano Ronaldo zum Ausgleich verwertete.

«Immer müssen meine Teams gegen Barça zu zehnt spielen», klagte Mourinho. Dabei trat erstens in den Hintergrund, dass Messi und Ronaldo persönliche «Flüche» überwanden: Messi hatte nie zuvor gegen Mourinho-Teams getroffen; Ronaldo nie gegen Barça. Und zweitens, dass Real erst zu zehnt begann, Fussball zu spielen. Zuvor hatten sich die Madrilenen auf Catenaccio und – allerdings extrem gefährliche – Konter beschränkt.

Interna aus der Kabine

Ob Mourinho seine Fehde mit den Reportern gewinnt? Real-Reporter haben – bei aller Konkurrenz – einen gehörigen Korpsgeist. Die Eskalation des Konflikts liegt auch daran, dass Mourinho in Madrid zunehmend entzaubert wird: Interna aus der Kabine kratzen an seiner Aura. Immer mehr Spanier machen sich über «Mou» lustig. Das Sozialnetzwerk Twitter füllte sich mit höhnischen «Mou-Facts»: «Mou geht nur zur Kommunion, wenn der Papst die Hostie verteilt», «Mou raucht Zigarren nur, wenn Fidel Castro sie persönlich gedreht hat», «Mou spricht nicht mit Charles, sondern nur mit Camilla.»

Sollte Mourinho in den drei verbleibenden Klassikern siegen, übermorgen Mittwoch im Cupfinal sowie darauf im Halbfinal der Champions League, dürfte die Häme wieder weichen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.04.2011, 10:59 Uhr

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2 Kommentare

Tobias Rüdlinger

18.04.2011, 12:06 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Das ist einfach ein Witz.
Jeder der das Clasico am Sa. gesehen hat sieht, dass der Schiri absolut nicht gegen Barça gepfiffen hat.
Ganz im Gegenteil.
David Villa wurde ein klarer Elfmeter verwehrt und der Elfmeter für Real war eigentlich gar keiner.
Aber davon natürlich kein Wort von Mourinho.
Zudem war die rote Karte gerechtfertigt.
Einfach erbärmlich von Mourinho.
Antworten


Thomas Gysel

18.04.2011, 14:10 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Also hat er jetzt für oder gegen Barça gepfiffen....? Antworten



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Roland Garros
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