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Riesiger Wettbetrug umfasst auch Challenge League

Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchen im Zusammenhang mit vermuteten Manipulationen von Fussballspielen in Europa rund 200 Partien, darunter 22 auch in der Schweiz. Zwei Personen wurden in der Schweiz verhaftet.

Wettskandal bis in die Schweiz: 200 Partien stehen unter Manipulationsverdacht.

Wettskandal bis in die Schweiz: 200 Partien stehen unter Manipulationsverdacht.
Bild: Reuters

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In der Schweiz stehen 22 Partien in der Challenge League unter Manipulationsverdacht. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Bochum mit. In Deutschland stehen 32 Spiele von der Zweiten Liga abwärts unter Verdacht. Bundesliga-Spiele sind nach bisherigen Erkenntnissen nicht betroffen.

«Das ist zweifellos der grösste Betrugsskandal, den es im europäischen Fussball jemals gegeben hat», sagte Peter Limacher, Leiter der Disziplinarabteilung bei der Uefa. Bei der Swiss Football League sagte Direktor Edmond Isoz auf Anfrage der Nachrichtenagentur Sportinformation, er habe keine Kenntnisse von manipulierten Spielen und seines Wissens sei keine Untersuchung im Gang.

15 Personen wurden verhaftet

Nach Angaben der Ermittler sollen mindestens 200 Spiele und 200 Personen betroffen sein. Es habe 50 Durchsuchungen gegeben. Festgenommen wurden bislang in Deutschland, Österreich, Grossbritannien und der Schweiz 15 Verdächtige, zwei davon in der Schweiz. Es wurden Bargeld und Vermögenswerte in Höhe von mehr als einer Million Euro sichergestellt.

Offenbar setzten die Betrüger rund 10 Millionen Euro, davon gingen 50 Prozent allerdings nicht auf. Das Ergebnis kam nicht wunschgemäss heraus. Die Ermittlungen liefen seit neun Monaten und würden auch noch mehrere Monate andauern.

Auch drei Champions-League-Spiele unter Verdacht

Die Betrüger sollen Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle bestochen haben, um Spielausgänge zu beeinflussen. Anschliessend hätten die Beschuldigten versucht, hohe Geldbeträge bei europäischen und asiatischen Wettanbietern gesetzt haben.

Neben der Schweiz sind Belgien, Deutschland, Kroatien, Slowenien, die Türkei, Ungarn, Bosnien-Herzegowina und Österreich betroffen. Hinzu kommen mindestens drei Champions-League- und zwölf Europa-League-Spiele sowie ein Qualifikationsspiel zur U21-EM. Aus «ermittlungstaktischen Gründen» wollte der zuständige Staatsanwalt weder Namen von Verdächtigen noch die betroffenen Spiele und beteiligten Vereine nennen. Die Staatsanwaltschaft Bochum ist eine Schwerpunktabteilung zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität und Korruption. (son/si/ap)

Erstellt: 20.11.2009, 15:19 Uhr

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