Schweinsteiger schockt Benaglio
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 21.08.2010
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Die Bayern spielten im Duell der letzten beiden Meister zu Beginn wie die deutsche Nationalmannschaft an der WM: temporeich, voller Ideen und mit einem herausragenden Thomas Müller. Müller erzielte in der 9. Minute nach einem wunderbaren Doppelpass mit Toni Kroos die Führung. Er legte sich den Ball selbst vor und schoss ihn dann am machtlosen Schweizer Nationalgoalie Diego Benaglio vorbei in die Maschen.
Auch in der Folge war die Überlegenheit der Münchner derart gross, dass der zweite Treffer nur eine Frage der Zeit zu sein schien. Weil die Münchner ihre Chancen etwas gar leichtfertig ausliessen und Benaglio stets auf seinem Posten war, blieb es aber bis zum Pausenpfiff beim 1:0.
Misimovic lässt die Bayern zittern
Nach dem Seitenwechsel brachte Wolfsburgs neuer Trainer Steve McClaren den in Ungande gefallenen Zvjezdan Misimovic. Und der gebürtige Münchner mit bosnischem Pass, der gerne zu Schalke wechseln möchte, brachte enorm Schwung in die Offensive des VfL. In der 55. Minute drehte er nach einer Reihe guter Wolfsburger Aktionen einen Corner herrlich in den Strafraum, sein Landsmann Edin Dzeko musste nur noch zum 1:1 einköpfeln.
Anschliessend hatten beiden Mannschaften die Chance, den Sack zuzumachen. Doch Bayern-Goalie Jörg Butt und sein Wolfsburger Konterpart Benaglio standen immer wieder im Weg. Benaglio glänzte mit zahlreichen ausgezeichneten Aktionen mit der Faust.
Ribéry schlägt die entscheidende Flanke
In der 91. Minute war aber auch der Schweizer machtlos: Franck Ribéry, der überaus motiviert und fleissig agierte, zirkelte den Ball passgenau an den langen Pfosten, und Schweinsteiger spitzelte ihn aus dem Lauf heraus über die Linie. Benaglio war zuvor unter dem Ball durchgerutscht.
«Zehn Minuten vor dem Tor gab es schon einmal ähnliche Szene, ich habe den Lauf dort aber nicht durchgezogen. Beim zweiten Versuch habe ich es dann besser gemacht», kommentierte Schweinsteiger die Schlüsselszene. «In der zweiten Halbzeit hat man aber auch gesehen, dass wir nach der langen WM noch nicht bei 100 Prozent sind», fügte er selbstkritisch an.
Ärger wegen Demichelis
Personellen Zündstoff gibt es übrigens schon jetzt bei beiden Mannschaften. Bei den Bayern weigerte sich Martin Demichelis, auf der Bank Platz zu nehmen, bei Wolfsburg gab sich der stark aufspielende Misimovic im Interview bockig. «Ich weiss es nicht», antwortete er auf die Frage, ob er den VfL-Fans weiter Freude machen werde.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.08.2010, 22:56 Uhr

