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Schweizer Nebenrolle bei der Krönung des Zauberflohs

Lionel Messi ist erstmals Weltfussballer des Jahres. Er wurde mit riesigem Vorsprung auf Vorjahressieger Cristiano Ronaldo im Zürcher Kongresshaus gewählt.

1/14 Lionel Messi (Barcelona)
Der Argentinier ist Weltfussballer des Jahres 2009 – alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen.
Bild: Keystone

   

Grosse Worte sind von ihm nie zu erwarten. Er ist irgendwie unscheinbar, ein kleiner Junge fast, der lieber mit seinem Fussballspiel überzeugt und auch nichts lieber tut als Fussball zu spielen. Trotzdem umgibt Lionel Messi eine magische Aura - ob er nun spielt oder auf die Bühne schreitet, um im Zürcher Kongresshaus die höchste Einzelauszeichnung des Fussballs entgegenzunehmen, den Pokal als Weltfussballer des Jahres. Tränen indessen, wie sie die Brasilianerin Marta auch nach ihrem vierten Weltfussballerinnen-Titel in Folge immer noch vergiesst, die sind nicht Messis Ding.

«Ein wunderbares Jahr endet auf die bestmögliche Weise», sagt der Argentinier kurz und knapp - sechs Titel hat Messi 2009 mit dem FC Barcelona gesammelt. Und nur wenige der wahlberechtigten Nationalteamcaptains und -trainer teilen die Meinung von Alex Frei, der jemand anderen als Messi als Weltbesten dieses Jahres sah, den Spanier Xavi Hernandez: Mit 1073 Punkten, 721 Punkte vor Vorjahressieger Cristiano Ronaldo, gewinnt der Zauberfloh aus Rosario. Vergleichbar dominant war er vor einem Monat bei der Vergabe des Ballon d’Or.

Die Fifa-Gala in Zürich hat Tradition, seit 1991 wird sie in der Heimatstadt des Weltverbandes durchgeführt. Bisher war die Schweiz aber nur Gastgeber. In diesem Jahr spielt sie auch fussballerisch eine Rolle - den U-17-Weltmeistern und dem Beachsoccer-Nationalteam sei Dank. Benjamin Siegrist, bester Torhüter der U-17-WM in Nigeria, und Dejan Stankovic, bester Spieler und bester Torschütze der Strand-WM in Dubai, werden erwähnt und im Bild gezeigt.

Sepp Blatters Stolz auf die U-17

Sepp Blatter jubelt in seinem Eröffnungsplädoyer und wechselt dafür vom Englischen ins Deutsche: «Endlich haben wir Schweizer auch etwas erreicht - und das ist gut so.» Er hatte der U-17 Mitte November in Abuja stolz den WM-Pokal übergeben. Weswegen wie Siegrist auch U-17-Captain Frédéric Veseli zur Gala geladen ist. An der Seite seines Vaters schreitet der Romand aber schüchtern und ziemlich unbehelligt von den wartenden Fans über den roten Teppich.

Da sind andere entschieden geübter und bekannter, und je näher die Gala rückt, desto berühmter werden die Gesichter. Lange mussten sich die mehrheitlich jugendlichen Fussballfans in der Kälte gedulden, der junge Mann aus Winterthur zum Beispiel beklagt sich bald über «Chuenaagel». Zur Belohnung erhascht er ein Autogramm von Chelsea-Bulldozer John Terry.

Sämi und Patrick aus Geroldswil haben dank ihrem strategisch günstigen Platz zuvorderst beim roten Teppich sogar eine ganze Sammlung angelegt. Fünf Stunden sind die 12-Jährigen in der Stadt unterwegs, mit einem Barcelona-Shirt ausgerüstet, auf dem schliesslich sogar Cristiano Ronaldo unterschreibt. Er habe aber das Barça-Logo verdeckt, damit der Real-Spieler unterschreibe, sagt Sämi. Das Warten habe sich gelohnt, findet er.

Die Grössen geben sich volksnah

Die Grössen des Weltfussballs geben sich volksnah, jeder - von Franz Beckenbauer bis Marco van Basten, von Hakan Yakin bis Fernando Torres - schreibt geduldig Autogramme. Kaká persönlich besorgt seiner Begleiterin Laura Pausini einen Stift, sodass auch die italienische Sängerin die Bedürfnisse der kreischenden Meute zufriedenstellen kann. Dass die Fifa ihre Gala vom Opernhaus ins Kongresshaus zügelte, begründet sie (auch) mit «mehr Platz für den roten Teppich».

Dafür kamen in diesem Jahr noch mehr Stars nach Zürich - neu kürt die Fifa in Zusammenarbeit mit der Spielergewerkschaft FIFpro ein Allstar-Team. Und alle 11 sind hier. «Eine aussergewöhnliche Ehre», sagt Verteidiger Terry. Bezeichnend für die Hackordnung des heutigen Fussballs: Sämtliche Allstars spielen entweder in England oder Spanien.

Ebenfalls erstmals vergeben wird der Puskas-Preis für das schönste Tor des Jahres. Cristiano Ronaldo erhält ihn für seinen Treffer aus 30 Metern im Champions-League-Viertelfinal gegen Porto aus den Händen der gerührten Erszebet Puskas, Witwe des 2006 verstorbenen früheren ungarischen Nationalspielers und eines der besten Stürmer des 20. Jahrhunderts. Es ist wohl der bewegendste Moment der durchwegs stimmungsvollen Ballgala. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.12.2009, 07:44 Uhr

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2 Kommentare

bjoern doll

23.12.2009, 15:26 Uhr
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Hui, nur 3 Stunden gesucht und doch noch was zum Meckern gefunden - Glück gehabt, wäre ja sonst ein verlorener Tag gewesen. Erstens, was ist verkehrt an Neologismen? Zweitens, warum wollen immer alle, die überhaupt keine Ahnung haben, anderen erklären wie sie ihren (erlernten) Beruf zu machen haben? Und drittens ist Zauberfloh kein Neologismus sondern schlicht ein Spitzname... Antworten


Gabriel Schmied

22.12.2009, 11:50 Uhr
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Was bittesehr ist ein "Zauberfloh" genau? Hat der Tages Anzeiger derartige Neologismen nötig? Antworten



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