«Schweizer Pass drückt auf den Marktwert»
Von Sebastian Rieder. Aktualisiert am 28.06.2011 45 Kommentare
Dossiers
Artikel zum Thema
- U21-Helden in der Zürcher Innenstadt gefeiert
- Bildstrecke: Herzlicher Empfang für U21
- Schweizer verlieren Final gegen Spanien
- «Wenn du jeden Tag die 20 gleichen Köpfe siehst, verleidet dir das»
Dino Lamberti ist CEO der Beraterfirma Fairplay Agency und ist Agent von Nati-Captain Gökhan Inler und Hertha-Star Raffael. Lamberti lancierte seine Laufbahn als Sportberater und praktizierte bei der Anwaltskanzlei Scherrer, Jenny & Partner. 1999 bestand er die Prüfung zur Fifa-Spielervermittlerlizenz und tritt heute weltweit als Lizenzierter Spielervermittler SFV auf.
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Die Euphorie um das U-21-Team ist nach dem Vize-Europameistertitel wieder verflogen – und mit ihr auch die wilden Wechselgerüchte um die Schweizer EM-Helden. Vor allem Xherdan Shaqiri soll während der vergangenen drei Wochen im Fokus grosser Vereine gestanden haben.
Schon vor der EM meldete BBC, Manchester United wäre bereit, für den Basler Wirbelwind über 13 Millionen Franken auf den Tisch zu legen. «Shaqiri ist im Preis dank der EM auf jeden Fall gestiegen, aber würde er nicht in der Super League spielen, wäre er wohl noch viel mehr wert», sagt Spieleragent Dino Lamberti.
Wieso das? «Die Schweizer Liga hat im Vergleich zu den Topligen auf dem Transfermarkt einen tieferen Stellenwert», sagt Lamberti, der Hertha-Star Raffael im Portfolio hat und mit seiner Firma FPA Fairplay-Agency wegen Nati-Captain Gökhan Inler (Udinese) seit Wochen mit mehreren Spitzenklubs in Verhandlungen steht. «Gökhan ist zwischen 15 und 20 Millionen Euro wert. Wäre er aber Brasilianer, könnte Udinese doppelt so viel verlangen. Der Schweizer Pass drückt auf den Marktwert.»
Die Rechnung ist ganz einfach: Brasilien geniesst als fünffacher Weltmeister das höchste Ansehen – die heimischen Fussballer sind ein Exportschlager. Im Gegensatz dazu ist die Schweiz nicht gerade als traditionelles Fussball-Land bekannt und kann auch auf A-Stufe keine grossen Titel aufweisen.
«Spanien fünfmal wervoller»
Beim dreifachen EM-Torschützen Admir Mehmedi kann der FCZ gemäss Lamberti «dank der EM viel rausholen», aber im Vergleich zu den spanischen U-21-Stars, die schon in der Primera Division spielen, sind bei den jungen Iberern Ablösesumme und Gehalt um ein Vielfaches höher.
Vertraut man auf Zahlen der Website Transfermarkt.de, ist die spanische Mannschaft fünfmal wertvoller als das Schweizer Nachwuchsteam. So schätzt das Online-Portal Xherdan Shaqiri mit einer Ablösesumme von 8 Millionen Euro als teuersten Schweizer.
Unzählige Faktoren bestimmen den Preis
Im Vergleich wäre Valencia-Stürmer Juan Manuel Mata, der zwar mit 1,70 Meter keinen Zentimeter grösser ist als Shaqiri, für schätzungsweise 25 Millionen Euro zu haben. «Die Zahlen sind ziemlich realistisch, auch wenn es unzählige Komponenten gibt, die den Preis festlegen», sagt Lamberti und nennt die Faktoren: «Im Vordergrund steht immer die Leistung des Spielers und in welcher Liga er spielt. Entscheidend ist auch, auf welchem Platz der Verein die Saison beendet. Spielt er zudem Champions League oder Europa League und ist auch noch im Nationalteam engagiert, wird sich das weiter auf den Preis auswirken.»
Weiter stellt sich die Frage, wie viele Klubs um den Spieler buhlen und wie gross die Kaufkraft der Vereine ist. «Klopft ein Verein wie Manchester United oder Real Madrid an, kann man den Preis schon nach oben treiben», sagt Lamberti, der bei den Gesprächen jeweils die Schlüsselrolle spielt: «Der Berater führt die beiden Vereine zusammen und muss bei den Verhandlungen viel Feingefühl zeigen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 28.06.2011, 10:50 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
45 Kommentare
Nicht zu Unrecht wurde Herr Lamberti beim FCZ zur "Persona non grata"! Sätze wie "..könnte ich das Doppelte verlangen..." oder "...kann ich den Preis nach oben treiben..." sagen viel über seine Prioritäten aus. Ob der Spieler zB. zum neuen Verein passt und dort auch spielen kann, interessiert ihn überhaupt nicht. Hauptsache der Preis stimmt. Antworten
Wenn der gleiche (= gleich gute) Spieler mit brasilianischem Pass tatsächlich doppelt so viel Wert hätte, wie er mit Schweizer Pass hat, beweist dies nur, dass die Spielereinkäufer offenbar nicht fähig sind, einigermassen objektiv zu urteilen. Antworten


Bitte warten