Schweizer U-17 90 Minuten vor dem Weltmeister-Titel
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Kolumbien - Schweiz 0:4 (0:2)
Teslim Balogun, Lagos. - 24'000 Zuschauer. - SR Hester (Neus).- Tore: 14. Ben Khalifa (Handspenalty) 0:1. 36. Seferovic 0:2. 50. Martignoni 0:3. 67. Rodriguez 0:4.
Schweiz: Siegrist; Martignoni, Chappuis, Hajrovic, Rodriguez; Gonçalves, Buff (67. Nimeley), Xhaka, Kamber (72. Tosetti); Seferovic, Ben Khalifa (72. Mijatovic).
Bemerkungen: Schweiz ohne Veseli, Kasami (beide gesperrt). 13. Rot gegen Arias (Kolumbien/Hands). Verwarnungen: 20. Buff, 45. Hajrovic, 57. Chappuis, 90. Murillo (Kolumbien/alle Foul).
Am Sonntag spielt die derzeit faszinierendste SFV-Equipe in der nigerianischen Hauptstadt Abuja gegen den Gastgeber um eine der begehrtesten Trophäen.
Am Ende der Vorführung umrundeten die euphorisierten Schweizer die Leichtathletikbahn. Sie liessen sich von den begeisterten Fans feiern. Die Jubel-Szenen waren so beeindruckend wie der Auftritt zuvor auf dem Kunstrasen. Tanzende Fans, eine Welle der Begeisterung - ausgelöst von den Schweizern.
Der Sturmlauf zu Gold?
Das nicht zu stoppende Duo Nassim Ben Khalifa (14.) und Haris Seferovic (36.), zusammen für acht Turniertore verantwortlich, spurte mit der Doublette vor. Nach der Pause erhöhten die stürmenden Aussenverteidiger Bruno Martignoni und Ricardo Rodriguez auf 4:0. Selten zuvor war ein südamerikanisches Top-Team von einer vermeintlich kleinen Nation derart gedemütigt worden.
Unaufhaltsam stürmen die U-17-Junioren dem wohl grössten Erfolg der SFV-Geschichte entgegen. 90 Minuten trennen sie noch vom ersten WM-Titel einer Schweizer Auswahl. Mit absolut unbefleckter Bilanz haben sich die Hochbegabten für den Final qualifiziert. Sechs Siege reihten sie aneinander - gegen die vereinigte globale Fussball- Prominenz.
Unabhängig vom Ausgang der gloriosen Kampagne steht fest, dass die jugendlichen Schweizer die Sympathien in der fernen Heimat und auch die der afrikanischen Fussball-Anhänger im Sturm erobert haben. Kaum eine andere Equipe hat mehr Spektakel zu bieten als die Equipe von Dany Ryser. Der Torschnitt von 2,8 ist nur das statistische Dokument dieser märchenhaften WM-Expedition.
Nach dem frühen Ausschluss des Kolumbianers Santiago Arias inszenierten die Schweizer eine Show erster internationaler Güte. Ballsicher, ausnahmslos mit dem richtigen Timing beim Passpiel, und auf jedem Quadratzentimeter des Platzes diszipliniert bot Rysers Ensemble multinationaler Prägung eine grossartige Vorstellung.
Ben Khalifas entscheidendes Nachsetzen
Eine Szene veränderte alles und zwar ausschliesslich zu Gunsten der Schweizer. Ben Khalifa, der brillante Topskorer, verwickelte gleich mehrere Kolumbianer in eine Aktion mit einschneidenden Folgen für die Südamerikaner. Zunächst erzwang der GC-Stürmer einen Abpraller des Keepers, ehe er mit seinem Nachschuss das fatale Hands von Arias im Strafraum provozierte.
Für die Kolumbianer begann der Halbfinal deshalb denkbar schlecht - mit Rot und dem berechtigten Handspenalty Ben Khalifas zum 0:1. Von jenem misratenen Auftakt erholten sie, die sich selber zum WM-Anwärter deklariert hatten, nicht mehr. Die unwiderstehlichen Schweizer spielten mit mehr Man-Power auf dem Kunstrasen ihren Kontrahenten nach allen Regeln der Fussballkunst aus.
Und einer ragte erneut aus dem besten Kollektiv dieser Junioren- WM heraus: Nassim Ben Khalifa. Der elegante Finisseur aus der Romandie mit Ausbildungsplatz in Zürich entzückte im «Teslim Balogun» die gegen 24'000 Zuschauer. In der 29. Minute verhinderte Goalie Bonilla das fünfte Turniertor des tunesisch-schweizerischen Doppelbürgers um Haaresbreite, ehe Ben Khalifa wenig später mit einem cleveren Absatztrick die Zäsur einleitete.
Castellas Bewunderung
Am Ende der wunderbaren Schweizer Co-Produktion von Ben Khalifa und Seferovic stand das hoch verdiente 2:0. Und wieder demonstrierten die SFV-Stürmer in jenem entscheidenden Moment ihre beeindruckende Gelassenheit vor dem Abschluss. «Es ist schon aussergewöhnlich, über zwei solch starke Angreifer zu verfügen», freute sich Gérard Castella, der Schweizer «Chef-Scout» auf der Tribüne.
Auch was die jungen Schweizer im zweiten Teil ihrer Gala fabrizierten, quittierte Castella mit einem Lächeln und einem anerkennenden Schulterzucken: «Unglaublich gut war das. Und was mich besonders beeindruckt: Leichter ging es zuvor fast nie.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 12.11.2009, 21:25 Uhr








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