Schweizer entschied mit: Kuranyi darf nicht mit Deutschland zur WM
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 03.05.2010
Löw teilte dem Torjäger die Hiobsbotschaft in einem Telefonat mit. «Der disziplinarische Vorfall im Oktober 2008 hat für mich letztendlich keine Rolle mehr gespielt. Denn es wäre kein Problem gewesen, Kevin trotzdem in der Nationalmannschaft eine neue Chance zu geben», beteuert Löw. Hintergrund: Beim WM-Qualifikationsspiel gegen Russland im Oktober 2008 hatte Kuranyi im Frust das Dortmunder Stadion noch vor dem Abpfiff verlassen, weil er von Löw nicht für das Spiel nominiert worden war. Darauf hatte Löw angekündigt, er werde Kuranyi nie mehr für die Nationalelf berücksichtigen. Das war für Löw offenbar für die heutige Entscheidung nicht mehr massgebend. «Bei allen Überlegungen in unserem Trainerteam sind wir jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass wir taktisch und personell andere Vorstellungen für die Zusammenstellung des WM-Aufgebots haben.»
Der Basler Urs Siegenthaler gehört zu Löws Staff
Man muss wissen, dass zum Trainerstab Löws der Basler Urs Siegenthaler gehört. Die Meinung des ehemaligen Profis von Basel und YB hat bei Löw viel Gewicht. Siegenthaler, der beim deutschen Fussball-Bund (DFB) den Titel Chefscout trägt, wird von Löw in personellen und taktischen Fragen jederzeit miteinbezogen. Siegenthaler könnte durchaus sogar das letzte Wort im Fall Kuranyi gesprochen haben.
«Ich bin einfach nur traurig»
Kuranyi zeigte sich auf seiner Homepage (www.kevin-kuranyi.de) über seine Nichtnomination tief enttäuscht. «Wie jeder Fussballer habe ich schon als kleines Kind davon geträumt, an einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu dürfen. Dieser Traum ist jetzt leider geplatzt.Deshalb ist es klar, dass für mich diese Entscheidung einfach nur sehr traurig ist.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.05.2010, 13:48 Uhr

