Sport

«Sepp Blatter hat mir grünes Licht gegeben»

Walter Gagg ist der neue Hoffnungsträger von Xamax. Im Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt der technische Direktor der Fifa, wie er den konkursiten Klub wieder in die Super League zurückführen will.

«Bis wir Xamax wieder in der Super League sehen, brauchen wir schon fünf bis sechs Jahre Zeit», sagt Fifa-Direktor Walter Gagg.

«Bis wir Xamax wieder in der Super League sehen, brauchen wir schon fünf bis sechs Jahre Zeit», sagt Fifa-Direktor Walter Gagg.
Bild: Keystone

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Walter Gagg, Sie sind Ehrenmitglied bei Xamax und waren schon vor der Machtübernahme von Bulat Tschagajew daran interessiert, den Klub mit einer Gruppe zu übernehmen. Wie ernsthaft ist Ihr Interesse an Xamax nach dem Konkurs?
Immer noch sehr gross. Ich bin zwar im Moment als Fifa-Funktionär am Africa-Cup tätig, werde nächste Woche aber mit dem früheren Xamax-Präsidenten Gilbert Facchinetti und Ex-Sportchef Michel Favre wieder zusammensitzen.

Wie sieht Ihr Plan aus?
Wir sind in permanentem Kontakt, auch mit den Investoren. Facchinetti, Favre und ich wollen Xamax wieder aufbauen. Jetzt wo Tschagajew weg ist, können wir das Ruder übernehmen und den Klub in gute Gewässer führen.

Konkret?
In den kommenden Tagen rufen wir die neuen Investoren, Juristen, Anwälte und Finanzleute auf den Plan, um die weitere Tätigkeit zu erfahren. Erste Prioriät hat die Juniorenabteilung, wir wollen, dass die Jungen einen geregelten Spielbetrieb haben. Dort müssen wir sofort Fuss fassen, damit wir für die Saison 2012/13 bereit sind.

Die 1. Mannschaft wird in die 2. Liga interregional relegiert, oder kommt es zur Fusion mit Erstligist Serrières?
Zuletzt haben wir das am letzten Mittwoch diskutiert. Es ist in der Tat so, dass sich Serrières uns anerboten hat, aber das ist für uns noch nicht spruchreif.

Wie sieht es mit den neuen Investoren aus?
Da sind viele ehemalige Investoren dabei, die während der Zeit von Tschagajew abgesprungen sind, aber jetzt wieder bereit sind, Xamax unter die Arme zu greifen.

Das heisst, das Budget würde noch nicht für einen Aufstieg in die Super League reichen?
Viele Geldgeber stammen aus dem Klub der Freunde, es sind Investoren aus der Region. Bei einem allfälligen Aufstieg müssten wir auch das Budget etappenweise aufstocken. Bis wir Xamax wieder in der Super League sehen, brauchen wir schon fünf bis sechs Jahre Zeit.

Als Nächstes müssen Sie Vertrauen schaffen.
Ja, das ist so. Was Tschagajew mit Xamax angerichtet hat, ist jenseits von Gut und Böse.

Was ist mit den Gläubigern, die auf insgesamt acht Millionen Franken warten?
Die müssen wohl oder übel auf ihre Forderungen verzichten.

Sie sind als Funktionär bei der Fifa tätig, gibt es da keinen Interessenkonflikt, wenn Sie sich bei Xamax engagieren?
Nein, ich habe grünes Licht von Sepp Blatter. Ich bin ja nicht mehr voll bei der Fifa engagiert. Eigentlich bin ich ja schon in Pension, hier am Africa-Cup bin ich für die Matchvorbereitung, die Stadien und die Sicherheit zuständig.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.01.2012, 14:51 Uhr

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6 Kommentare

André Gerber

29.01.2012, 21:49 Uhr
Melden

Man sollte sich mal ernsthaft fragen: Wie konnte es so weit kommen, dass Xamax an diesen Hochstapler verscherbelt wurde? Und jene, die das eingefädelt haben, zur Rechenschaft ziehen!! Antworten


Paul Meier

27.01.2012, 21:00 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Auch ich kann das nicht verstehen. Eine ausserordentliche und wahrschnlick kriminelle Situation erfordert eben auch ausserordentliches Engagement und Ideen. Ist es wirklich nicht möglich, diese Rettung, unter Ansetzen einer Frist bis Ende der laufenden Saison jetzt zu realisieren und Xamax weiter spielen zu lassen? Antworten


Nina Fischer-lindeman

27.01.2012, 20:49 Uhr
Melden 7 Empfehlung

Das ist doch kein Fall Xamax, wenn die SFL AUF VERDACHT die Lizenz entzieht! Wenn sie nicht merkt, dass Tschagajew ein gefälschtes Dokument vorweist, um die Lizenz zu erschleichen. Die Lizenz hätte nie vergeben werden dürfen, weil Tschagajew NIE Besitzer des Klubs war. Gebt Gagg & Co. eine Chance und lässt Xamax weiter spielen, womit die SFL ihr Gesicht wahrt! Antworten


Daniel Meier

29.01.2012, 14:57 Uhr
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Der Verein hatte schon vorher finanzielle Probleme. Der voherige Mehrheitsaktionär hat einfach genau gewusst das er mit Tschagajew ein super Geschäft machen kann und hat entsprechend abkassiert. So sieht es doch aus.


Mike Kaufmann

28.01.2012, 09:05 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Frau Fisher wenn Sie von einem Betrieb 52% Mehrheits Aktien kaufen, sind Sie dann nicht der Inhaber von dem Betrieb??


ernst kammermann

27.01.2012, 20:59 Uhr
Melden 3 Empfehlung

frau fischer, was belegt denn, dass tschagajew nie besitzer des vereins war? und diese frage meine ich nicht sarkastisch!



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