Sion Sieger im Penaltyschiessen in Luzern
Von Stephan Roth. Aktualisiert am 13.04.2009
Einige «Unverbesserliche», wie es FCL-Trainer Rolf Fringer nennt, sind auf dem Platz gestürmt, wo es zu Ausschreitungen kam.
YB und Basel, die am Donnerstag den zweiten Halbfinal bestreiten, sind gewarnt: Sion hat bisher alle seine zehn Cupfinals gewonnen.
8. Schütze: Paito (Sion). Tor! Sion steht zum 11. Mal im Cupfinal! Sion gewinnt 5:3 nach Penaltyschiessen.
7. Schütze: Renggli (Luzern) trifft. 3:2 für Sion.
6. Schütze: Afonso (Sion). Tor! 3:1 für Sion. Vier Matchbälle für Sion.
5. Schütze: Pacar(Luzern). Beney hält!
4. Schütze: Fermino (Sion). Tor! 2:1 für Sion.
3. Schütze: Paiva (Luzern). Beney hält!
2. Schütze: Obradovic (Sion). Tor. 1:1. Cool eingeschoben.
1. Schütze: Gajic (Luzern). Tor! 1:0 für Luzern.
Die Luzerner stimmen sich in einem Kreis auf den Penalty-Krimi ein.
Schlusspfiff. Das Penaltyschiessen muss über den Einzug in den Cupfinal entscheiden.
120. Minuten: Luzern spielt den Ball noch einmal in die Gefahrenzone. Doch Sion kann klären. Irgendwie. Eine Minute Nachspielzeit in der Verlängerung. Sion kommt noch einmal gefährlcih vors Luzerner Tor.
118. Minuten: Im Moment scheinen sich beide Teams mit einem Penaltyschiessen anfreunden zu können. Doch spätestens, wenn sie selbst schiessen müssen, werden sie das wohl bereuen.
117. Minuten: Pacar versucht in einen langen Ball zu grätschen. Er kommt aber knapp nicht heran.
116. Minuten: Mehrere Spieler wie der Luzerner Ferreira sind angeschlagen und müssen sich durchbeissen.
115. Minuten: Sion ist spielerisch jetzt die bessere von zwei platten Mannschaften. Luzern setzt seine Leidenschaft dagegen.
114. Minuten: Frimpong verliert mit einem missglückten Absatztrick den Ball. Zum Glück des FCL-Angreifers kann MOonterrubio beim Konter den Ball nicht richtig annehmen.
113. Minuten: Reset checkt Gajic. Der Luzerner muss gepflegt werden.
111. Minuten: Der junge Luzerner Joker Janko Pacar schiesst bei einer guten Konter-Gelegenheit zu früh. Und vor allem übers Tor.
110. Minuten: Corner für den FCL. Sion kann abwehren. Wer hat noch die Kraft, das Spiel zu entscheiden? Wer den grösseren Willen?
109. Minuten: Corner für Sion. Zibung befreit mit einer Faustabwehr.
108. Minuten: Jetzt ist es längst ein Kampf auf Biegen und Brechen. Die Nerven flattern. Die Spannung ist fast greifbar. Jeder Fehler kann jetzt das Aus bedeuten. Jeder Schuss den Einzug in den Cupfinal bringen.
Und weiter!
Pause in der Verlängerung. Es steht 1:1. Noch 15 Minuten bis zum Penaltyschiessen? Auswechslungen gibt es keine mehr. Constantin und seiner treuer Begleiter Frédéric Chassot sowie Fringer haben dreimal gewechselt. «CC» beschwört sein Team in einem Kreis.
105. Minuten: Schwegler wird gepflegt und von den Zuschauern gefeiert. Was für eine Stimmung!
104. Minuten: Wieder Lustenberger! Der Linksverteidiger nimmt Reset den Ball ab und zieht vors Tor. Sein Schuss verfehlt das Ziel nur knapp.
103. Minuten: Renggli kommt in guter Schussposition zum Abschluss, schiesst aber übers Tor.
101. Minuten: Sie können sich vielleicht noch an das letzte Tor von Claudio Lustenberger erinnern. Lange ist es ja noch nicht her. Am Donnerstag erzielte er das 3:1 im Abstiegskampf gegen Vaduz. Weil der Torhüter der Liechtensteiner aufgerückt war, konnte Lustenberger über den ganzen Platz sprinten und brauchte den Ball nur noch ins leere Tor zu schieben.
100. Minuten: Beide Teams meiden jetzt das Risiko.
96. Minuten: Die Hektik und Dramatik konnte nicht ganz in die Verlängerung hinübergerettet werden. Jetzt ist das Spiel wieder blockiert. Und unglaublich spannend.
93. Minuten: Sions Vanczak kommt nicht an den Ball. Zibung hat dennoch Mühe, den tückischen Ball zu blockieren.
Weiter gehts! Die Verlängerung kann kommen. Die Endphase der regulären Spielzeit hatte es wirklich in sich.
Abpfiff! Es kommt zur Verlängerung.
95. Minuten: Tor! 1:1! Das gibt es nicht! Claudio Lustenberger hat per Kopf getroffen! Gajic hatte geflankt. Diese Schlussphase entschädigt für 86 Minuten Leerlauf. Die Allmend bebt.
94. Minuten: Sion-Konter: 4 gegen 1! Doch Reset bleibt an Seoane hängen.
93. Minuten: Serrey Die bleibt am Boden liegen. Sehr zum Ärger der Luzerner. Schiedsrichter Zimmermann lässt den Sion-Spieler vom Platz tragen.
92. Minuten: Die FCL-Fans treiben ihr Team an. Die Luzerner rennen verzweifelt an. Sion hat Platz für Konter.
91. Minuten: Reset vergibt die Chance zum 2:0.
90. Minuten: Afonso prallt mit Zibung zusammen. Der Sion-Stürmer bleibt liegen. Zibung zerrt an seinem Arm und versucht ihn vom Feld zu schleifen. 5 Minuten werden mindestens nachgespielt
88. Minuten: Kann Luzern noch reagieren? Fringer bringt Stürmer Pacar für Zverotic.
86. Minuten: Tor! 1:0 für Sion! Olivier Monterrubio bezwingt Zibung mit einem herrlichen Volley! Reset hatte das Tor mit einem tollen Flügellauf und einer starken Flanke vorbereitet.
83. Minuten: Sion-Goalie Beney klärt und prallt mit Frimpong zusammen. Luzerns YB-Leihgabe muss gepflegt werden.
82. Minuten: Kämpferisch bringen beide Teams genug auf den Platz. Bei Sion scheint man Zibung als möglichen Unsichergheitsfaktor ausgemacht zu haben. Diesmal versucht es Serrey Die mit einem (schlechten) Distanzschuss. De Luzerner Goalie spielt bisher tadellos und stoppte Reset, als dieser in der 44. Minute allein auf ihn zulaufen konnte.
81. Minuten: Noch rund zehn Minuten sind zu spielen. Das erste Tor könnte die Entscheidung bringen.
79. Minuten: Bei einem Meisterschaftsspiel hätte es längst Pfiffe gegeben und die ersten Zuschauer hätten sich schon auf den Heimweg gemacht. Heute nicht. Heute kann es immer noch einen denkwürdigen Abend geben.
78. Minuten: Luzern macht nun Druck.
76. Minuten: Es ist immer noch ein fürchterliches Gekicke. Aber die Hektik und die Stimmung steigen. Es wird heute ja einen Sieger geben. Und der steht im Cupfinal gegen YB oder Basel.
75. Minuten: Nwaneri kommt bei Sion für den verletzten Kali.
74. Minuten: Die Spannung steigt. Und die Spannung ist es auch, die uns hilft, wach zu bleiben.
73. Minuten: Chance für Sion! Nein, das ist kein Druckfehler. Joker Afonso verzog nach einem Abpraller.
72. Minuten: Jetzt fühlen sich die Luzerner Fans bemüssigt, eine Pyro und Raketen zu zünden.
71. Minuten: Corner für Sion. Ohne Gefahr für das Luzerner Tor. Aber das wird Sie kaum überraschen.
69. Minuten: Manchmal braucht man einfach Geduld. Vor zwei Jahren stand Luzern letztmals im Cup-Halbfinal und gewann auf dem Hardturm gegen den FC Zürich. Paquito traf damals in der 93. Minute zum 3:2. 3:2 das waren noch Zeiten! Die heutige Realität lautet: LLuzern 0, Sion 0.
65. Minuten: Constantin bringt Afonso für Saborio.
64. Minuten: Renggli und Paiva kommen für Scarione und Tchouga.
63. Minuten: Gajic sieht Gelb. Freistoss von Obradovic. Doch der Ball landet in den Händen von Zibung. Da hat sich Obradovic wohl an das Tor von Vaduz vom Donnerstag erinnert, als Ziburn sehr schlecht ausgesehen hatte.
62. Minuten: Hoffnung kommt auf: Fringer wird demnächst Renggli und Paiva einwechseln. Zuletzt ist Sion eher besser ins Spiel gekommen.
54. Minuten: Ich will das Spiel bestimmt nicht schlechter schreiben als es ist - das ist kaum möglich. Doch die Pyro der Sion-Fans hat wenigstens einen Nebel-Schleier über die (Nicht-)Darbietung gelegt.
53. Minuten: Wenn Sie der Meinung sind, dass ein Tor dem Spiel nur gut tun könnte, gebe ich Ihnen Recht.
52. Minuten: Luzern hat die erste Chance nach der Pause: Ferreiras Kopfball nach einem Corner wird abgelenkt. Das war knapp.
50. Minuten: Es gibt noch keine Anzeichen auf eine Besserung. Die Pfiffe der Luzerner Anhänger gelten aber nicht dem Gebotenen, sondern der Pyro-Einlage der Sion-Fans.
47. Minuten: Bemerkenswert ist die gute Stimmung auf der Allmend.
Jetzt geht es weiter. Das soll keine Drohung sein.
Diese Halbzeit war schwach. Sehr schwach.
Pause.
46. Minuten: Zibung lenkt eine Monterrubio-Flanke in den Corner. Der Eckball bringt nur einen Freistoss für Luzern.
45. Minuten: Eine Möglichkeit für Luzern: Tchouga verzieht. Schade, jetzt kommt das Spiel in fahrt, wird aber gleich vom Pausenpfiff gestoppt.
44. Minuten: Sions Reset rennt allein auf Zibung zu. Doch der FCL-Torhüter stoppt den pfeilschnellen Franzosen. Das war eine echte Top-Chance.
41. Minuten: Monterrubio trifft mit einem Distanzschuss das Tor. Oder besser gesagt: Er trifft Luzerns Goalie David Zibung.
40. Minuten: Sion spielt schwach. Doch auch von Luzern kommt zu wenig. Doch suchen wir das Positive. Beide Teams haben sich in der Abwehr noch keine gröberen Fehler erlaubt. Für eine Penaltyschiessen-Prognose scheint es mir jedoch noch ein wenig früh.
38. Minuten: Zum Glück heisst Sions Trainer heute Christian Constantin. Ansonsten wäre er bereits in der Pause entlassungsgefährdet.
36. Minuten: Alvaro Saborio, der Stürmer aus Costa Rica, unterstreicht die spielerischen Mängel der Walliser mit einem Schuss aus fast 40 Metern. Mutig? Ja, und wie. Gefährlich? Nein, überhaupt nicht.
33. Minuten: Dieser Cup-Final lebt von der Spannung. Gastgeber Luzern wirkt gefestigter. Sion lässt spielerisch viel zu wünschen übrig.
31. Minuten: Tchouga wird aus dem Offside zurückgepfiffen. Zu Unrecht. Bereits im Viertelfinal zwischen dem FCZ und dem FCB, das sei hier nur am Rande erwähnt, hatte Schiedsrichter Zimmermann Pech mit einem Offside-Entscheid eines Assistenten gehabt.
28. Minuten: Das Spiel hat jetzt an Rasse, wenn auch nicht an Klasse gewonnen. Das kann aber nicht überraschen. Sion belegt den 8., Luzern den 10. und letzten Platz der Super League...
27. Minuten: Beney kann einen zum Glück von Sion abgefälschten Schuss von Gajic behändigen.
24. Minuten: Mit blendendem Stellungsspiel fängt Luzerns Abwehrchef Seoane einen gefährlichen Sittener Angriff ab.
19. Minuten: Viel ist auf dem Allmend-Platz noch nicht los. Luzern hat leichte Vorteile. Und die erste Chance! Gajic schoss hart, aber unplatziert, Beney liess nach vorne abprallen und Tchouga verfehlte.
16. Minuten: Constantin gibt eifrig Anweisungen. Persönlich bin ich der Meinung, dass fast alle seine Trainerentlassungen vertretbar waren. Das Hauptproblem ist, dass «CC» immer die falschen Trainer einstellt. Immerhin merkt er es jeweils (sehr schnell) selbst.
15. Minuten: Ferreira kommt im Walliser Strafraum zu einer Halb-Chance. Doch der ehemalige Thuner Champions-League-Held kann den Ball nicht aufs Tor bringen.
11. Minuten: Olivier Monterrubio, der begnadete Franzose in Diensten von Sion, versucht es mit einem Distanzschuss. Erfolglos.
9. Minuten: Sions Fermino sieht bereits die Gelbe Karte. Schiedsrichter Zimmermann will den Tarif durchgeben. Im Viertelfinal zwischen Zürich und Basel (0:1) hatte er sich noch für eine andere Strategie entschieden und mit Karten gespart.
8. Minuten: Sions Präsident und Trainer in Personalunion hat kaum Veränderungen in der Aufstellung vorgenommen. Wie soll man das interpretieren? Haben Barberis/Zermatten aus Constantins Sicht zuvor richtig aufgestellt? Oder hat «CC» schon vorher die Aufstellung mindestens eingeflüstert? Ich tippe auf die zweite Variante.
5. Minuten: Interessante Freistoss-Position für den FCL. Scarione hämmert den Ball in die Walliser Mauer.
2. Minuten: Sions Goran Obradovic muss nach einer Attacke gegen Luzerns Goalie David Zibung gepflegt werden.
1. Minute: Wenn man an die defensiven Schwächen, welche die beiden Mannschaften in den letzten Wochen offenbarten, darf man durchaus mit Toren rechnen.
Jetzt geht es los.
Auch Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld ist heute einer von 13'000 Zuschauern auf der Allmend. Das ist wohl eher eine Goodwill-Aktion - potenzielle Nationalspieler dürfte er heute kaum sehen.
Ein wenig überraschend hat Luzern-Trainer den portugiesischen Stürmer João Paiva und Michel Renggli zunächst auf der Bank gelassen. Für sie stehen Jean-Michel Tchouga und Elsad Zverotic in der Startaufstellung. Davide Chiumiento fehlt verletzt.
Die Aufstellungen:
Luzern: Zibung; Lukmon, Schwegler, Seoane, Lustenberger; Gajic, Zverotic; Frimpong, Scarione, Ferreira; Tchouga.
Sion: Beney; Vanczak, Sarni, Kali, Paito; Serey Die, Fermino; Monterrubio, Obradovic, Reset; Saborio.
Erst morgen will Sion-Präsident Christian Constantin den neuen Trainer vorstellen. Nach der Entlassung des Duos Barberis/Zermatten macht der Boss heute wieder einmal selbst die Aufstellung.
Wer rettet seine Saison?
Im Cup-Halbfinal spielen Luzern und Sion heute (20.15 Uhr) um den Bonus einer ansonsten völlig missratenen Saison. Luzern und Sion ermitteln ersten Cup-Finalisten Die Innerschweizer sind im Championat an letzter Stelle klassiert, der «FC Constantin» ist nur unwesentlich besser platziert und beurlaubte drei Tage vor dem Anpfiff das Trainer-Duo.
Christian Constantin überraschte seine Coaches nicht mit süsser Schokolade, sondern mit einer bitteren Mitteilung: Umberto Barberis und Christian Zermatten wurde die Leitung der Equipe per sofort entzogen. Der unberechenbare Präsident vertraut dem erst Ende Dezember eingesetzten Duo nicht mehr weiter.
Mit einem erzitterten 3:1 gegen Vaduz verschaffte sich der FCL vor dem Highlight des Frühlings etwas Luft. Die Lage hat sich zumindest für ein paar Tage beruhigt. Und für einmal stehen positive Gedanken im Vordergrund: Erstmals nach Monaten der Tristesse haben die Luzerner wieder etwas zu gewinnen.
Coach Rolf Fringer sprach deshalb auch davon, «dass wir dürfen und nicht müssen». Für ihn ist die Möglichkeit, zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren in den Final vorstossen zu können, keine Belastung, sondern eine Belohnung. Erinnerungen an den letzten Cupsieg vor 17 Jahren will er nicht aufkommen lassen; damals verabschiedete sich der FCL mit der Trophäe in die Zweitklassigkeit.
Sittens Geschichte ist eng mit dem Cup verknüpft. Zehnmal gewann der Klub den begehrten Pokal. (si) (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 13.04.2009, 23:12 Uhr








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