Starke Leistung mit einem Makel

Der FC Basel erreicht im Hinspiel des Europa-League-Achtelfinals gegen den FC Sevilla ein 0:0, verpasst aber den möglichen Sieg. Urs Fischer ist dennoch zufrieden.

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Oft werden die Aussagen vor einem Spiel durch das Geschehen auf dem Rasen komplett widerlegt. So etwa in der letzten Runde, als der FC Basel und die AS Saint-Etienne mit einem Duell auf Augenhöhe und mit offenem Visier begeisterten. Man hatte viel mehr Abtasten erwartet. Nach dem Achtelfinal-Hinspiel gegen den doppelten Titelverteidiger aber kann man im Prinzip alle Aussagen der Beteiligten vor dem Spiel noch einmal aus der Schublade ziehen. Der FC Sevilla konnte auswärts in der Europa League in dieser Saison noch nie gewinnen – erreicht. Der FCB wird zu seinen Chancen kommen – erfüllt. Es braucht eine sehr gute Leistung der Basler, um gegen die Andalusier zu bestehen – bestanden. Es wird sehr schwer, Sevilla zu bezwingen – bestätigt.

Der FCB zeigte eine seiner besten Saisonleistungen, soviel mal vorneweg. Die Partie war taktisch und technisch auf einem sehr guten Niveau, was auch an den Baslern lag, die zwar leicht weniger Ballbesitz hatten (46 Prozent), aber dafür mehr gute Torchancen. Womit wir bereits bei der einzigen Schwäche wären, der Effizienz. «Die Mannschaft hat unsere Vorgaben sehr gut umgesetzt. Hinten haben wir nicht viel zugelassen und vorne zwei, drei Riesenchancen gehabt – und leider nicht gemacht», sagt Urs Fischer. Es brauche immer auch das nötige Glück und verweist auf den Volley von Birkir Bjarnason, der einen Abpraller in der 50. Minute aus acht Metern deutlich übers Tor setzte.

Starker Vaclik

Nur auf das Glück kann man die Null vorne aber nicht abschieben. Beim Kopfball von Marc Janko in der siebten Minute fehlte die Präzision, nämlich etwa vierzig Zentimeter. Aber auch Sevilla hatte seine Chancen. Es brauchte einen Tomas Vaclik in Hochform, um bei den Schüssen von Steven N'Zonzi (60.), Kevin Gameiro (68.) und Evgen Konoplyanka (75.) die Null hinten zu halten. Zudem glänzte das ganze rotblaue Team durch eine solidarische Kampfleistung, machte die Räume dicht auch nach dem Ausfall von Michael Lang, der zur Pause verletzt in der Kabine blieb.

Aber ob dieser Achtungserfolg gegen den Fünften der Primera Division reicht, um unter die letzten Acht vorzustossen, ist fraglich. Immerhin würde ein Unentschieden mit Toren schon reichen. «Das Resultat lässt fürs Rückspiel alles offen», sagt Fischer. Die Fortsetzung in einer Woche im Estadio Sanchez Pizjuan wird aber eine ganz andere Geschichte. Nicht nur wegen der Heimstärke von Sevilla, sondern schon wegen der Personalien. Während Sevilla auf den mit Gelb-Rot vom Platz gestellten N'Zonzi (87.) verzichten muss, wird auf Basler Seite Walter Samuel nicht mittun können. Wie es um Langs Fussgelenk steht, muss auch noch abgewartet werden. Immerhin aber wird Janko Unterstützung erhalten, da Breel Embolo nach abgesessener Sperre wieder spielberechtigt ist.

Grosse Herausforderung

Janko kennt sogar das Erfolgsrezept in Andalusien: «Wir müssen defensiv noch kompakter stehen und Nadelstiche setzen. Und solche Chancen verwerten, wie ich sie hatte.» Es wäre ein Coup, wenn der FCB in Sevilla nicht nur bestehen, sondern gar weiterkommen würde. Die Mannschaft von Unai Emery hat in der Liga zwölf von vierzehn Heimspielen gewonnen, während Basel in Spanien bisher noch keine grossen Stricke zerrissen hat. Aber eben, die Aussagen vor dem Hinspiel sind alle eingetroffen. Vielleicht auch jene von Renato Steffen: «Statistiken interessieren mich nicht besonders. Es wird Zeit, daran etwas zu ändern.»

FC Basel - FC Sevilla 0:0
22'403 Zuschauer. – SR Taylor (Eng).
Basel: Vaclik; Lang (46. Traoré), Suchy, Samuel (90. Hoegh), Safari; Xhaka, Zuffi; Bjarnason, Delgado (83. Fransson), Steffen; Janko.
Sevilla: Soria; Coke, Rami, Kolodziejczak, Trémoulinas; N'Zonzi, Cristoforo; Vitolo (65. Konoplanjka), Banega (93. Carriço), Krohn-Dehli; Gameiro (73. Llorente).
Bemerkungen: Basel ohne Embolo (gesperrt), Boëtius, Sporar, Akanji (alle verletzt) und Aliji (nicht spielberechtigt). Sevilla ohne Reyes (nicht im Aufgebot) und Pareja (verletzt). Basel spielte nach der Pause mit einer Dreierabwehr. 87. Gelb-rote Karte gegen N'Zonzi. Verwarnungen: 8. Samuel (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 36. Banega (Foul). 40. Cristoforo (Foul). 75. N'Zonzi (Foul). 85. Trémoulinas (Foul). 90. Steffen (Foul).
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 10.03.2016, 21:42 Uhr)

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