Stolpern verboten für Deutschland, England und Frankreich
Von Alexander Kühn. Aktualisiert am 03.09.2010
Belgien - Deutschland, 20.45 Uhr in Brüssel
Nach der glanzvollen WM und den Grabenkämpfen zwischen Captain Michael Ballack und seinem Stellvertreter Philipp Lahm steht die DFB-Elf vor einer undankbaren Aufgabe. «Die Qualifikation wird zum Marathon, die Mannschaft muss jetzt die Konzentration für den Alltag finden», mahnt Bundestrainer Joachim Löw. Die Erwartungen in Deutschland sind - anders als vor dem Turnier in Südafrika - riesengross. «Noch 15 Spiele bis zum Finale gegen Spanien», tönt die Zeitung «Bild» bereits. Bis auf Arne Friedrich (Rückenoperation) und Jerome Boateng (Knieprobleme) steht Löw die gesamte WM-Stammequipe zur Verfügung. An die Stelle der beiden Verletzten treten Holger Badstuber und Marcell Jansen.
Neben Abwehrchef Daniel van Buyten (32/Bayern München) besitzen die Belgier vier weitere Spieler von internationalem Format: Mittelfeldspieler Marouane Fellaini (22/Everton), Sturmtalent Romelu Lukaku (17/15 Tore in 25 Spielen für Anderlecht) sowie die Verteidiger Thomas Vermaelen (24/Arsenal) und Vincenty Kompany (24/Manchester City). «Sie haben um Fellaini herum eine starke Mannschaft aufgebaut, wir müssen höllisch aufpassen», sagt Philipp Lahm, der die Deutschen heute als Captain aufs Feld führen wird. Tatsächlich ist das Potenzial der Belgier wohl einiges grösser, als man aufgrund ihres 48. Rangs in der Weltrangliste vermuten würde.
Stolper-Wahrscheinlichkeit: 30 Prozent.
Frankreich - Weissrussland, 21.00 Uhr in Paris
Für die stolzen Franzosen war der Sommer ein einziger Albtraum. Der Affäre um ihren Regisseur Franck Ribéry und die Prostituierte Zahia D. folgten an der WM die Rebellion gegen den inzwischen durch Laurent Blanc ersetzten Trainer-Sonderling Raymond Domenech und das blamable Vorrunden-Out in der Gruppe mit Uruguay, Mexiko und Südafrika. Auch das erste Testspiel unter Blanc ging in die Hose - in Norwegen unterlag der Weltmeister von 1998 mit 1:2. «Wir wollen einiges wiedergutmachen und ein attraktives Spiel bieten», verspricht Blanc.
Um einen positiven Geist in die verunsicherte Mannschaft zu tragen, liess der Trainer seinen früheren Weggefährten Zinédine Zidane ins Teamquartier in Fontainbleau kommen. Was der Videovortrag gebracht hat, wird sich wohl spätestens in der kommenden Woche im Auswärtsspiel gegen Bosnien-Herzegowina zeigen, doch auch der Match gegen den Nobody Weissrussland ist kein Selbstläufer, fehlen den Franzosen doch zahlreiche potenzielle Schlüsselspieler. Nicolas Anelka, Patrice Evra, Franck Ribéry und Thierry Toulalan hat der Verband wegen des WM-Aufstands selbst aus dem Verkehr gezogen, Spielmacher Yoan Gourcuff ist gesperrt, Samir Nasri, Lassana Diarra und Karim Benzema plagen sich mit Verletzungen herum.
Stolper-Wahrscheinlichkeit: 25 Prozent.
England - Bulgarien, 21.00 Uhr in London
Der Schweizer Gruppengegner England empfängt mit den Bulgaren eine der grössten Wundertüten des Weltfussballs - und ist selbst auch eine. Mit John Terry, Frank Lampard und Peter Crouch fehlen dem ungeliebten Trainer Fabio Capello drei seiner wichtigsten Akteure wegen Verletzungen. Die neue Nummer 1 Joe Hart gibt aber zur Hoffnung Anlass, dass das Goalie-Elend endlich ein Ende findet, von den Angreifern beeindruckte der erst 21-jährige Theo Walcott mit vier Treffern in den ersten drei Saisonspielen für Arsenal.
Zum Glück für England muss Bulgarien ohne seinen Superstar Dimitar Berbatov antreten. Der Stürmer von Manchester United hat seinen Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt. «Er war stets unser Topskorer, sein Absenz schmerzt uns sehr», sagt der frühere Servettien Martin Petrov, der sein Geld als Mittelfeldspieler bei den Bolton Wanderers verdient. Petrov glaubt dennoch an eine Überraschung: «England verfügt über grosse Namen, aber nicht über ein geschlossenes Team. Das ist unsere Chance.»
Stolper-Wahrscheinlichkeit: 35 Prozent. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 03.09.2010, 17:42 Uhr







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