Suhr hat keine Lust auf GC
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Am Montag kündigte GC seinen definitiven Abschied aus dem Letzigrund an und erklärte Aarau und Emmenbrücke zu den favorisierten Standorten für die Zukunft – als dürften die Zürcher frei wählen, wo sie ab Sommer ihre Heimspiele durchführen wollen. Dem ist aber bei weitem nicht so.
Nun regt sich im Fall der Variante Aarau massiver Widerstand. Zu tun hat das mit der Gemeinde Suhr, auf deren Boden das Stadion Brügglifeld liegt und die allein darüber zu befinden hat, ob GC ein Gastrecht gewährt wird. Der Gemeinderat hat die Frage eindeutig geklärt – mit ernüchterndem Ergebnis für den Schweizer Rekordmeister. «Wir sagen Nein», sagt Gemeindepräsident Beat Rüetschi, «Massgebend sind für uns die Anwohner, und ihnen ist ein zweiter Klub nicht zuzumuten. Es macht keinen Sinn, GC aufzunehmen. Wir haben keine Lust darauf.»
Emmen braucht Einnahmen
Roger Geissberger, Vizepräsident des FC ?Aarau, bedauert die Skepsis. Er sähe GC gern in Aarau: «Aus wirtschaftlichen Gründen wäre es gut, die Infrastruktur optimal auszulasten.» Dass die Bevölkerung nicht gewillt ist, den roten Teppich auszurollen, führt er einzig auf die Sicherheitsbedenken zurück. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass GC doch noch den Weg nach Aarau findet – ab 2014. Bis dann soll das Stadion Torfeld Süd realisiert sein.
Und in Emmen? Der FC Luzern hat den Grasshoppers eine Offerte für die Übernahme von Elementen der Infrastruktur in seinem Temporärstadion Gersag des FC Emmenbrücke unterbreitet. «GC ist ein Traditionsklub, da sehen wir uns verpflichtet, zu helfen», sagt Präsident Walter Stierli. Seiner Kompetenz in Sachen Gastfreundschaft sind aber Grenzen gesetzt: Ob GC kommen darf, wird auch in Emmen auf politischer Ebene entschieden.
Heute wollen die Emmer einen Verhandlungstermin mit GC-Vertretern fixieren. Urs Dickerhof ist als Gemeinderat zuständig für die Finanzen, daneben präsidiert er den Innerschweizer Fussballverband. Für einen Bescheid pro GC spricht, dass Emmen für 2012 ein Sparpaket von fünf bis sechs Millionen Franken schnüren muss. «Wenn Einnahmen möglich sind, sagen wir nicht sofort Nein zur Anfrage», erklärt Dickerhof, «aber Gesprächsbedarf besteht trotzdem.» Gefordert ist von GC vor allem ein Sicherheitskonzept. Die Zeit drängt. Am 10. ?März muss GC die Lizenzunterlagen einreichen. Dazu gehört ein Super-League-taugliches Stadion.
Hauptsponsor steht zu GC
In der Rolle des Beobachters befindet sich die Bank Vontobel, der Hauptsponsor des Rekordmeisters. «Wir bedauern die Entwicklung sehr», sagt Michael Pfister, der Sprecher der Bank, «hoffen aber, dass es doch noch zu einer Kompromisslösung kommt. Wir stehen in dieser schwierigen Situation hinter der Entscheidung des GC-Managements.»Das sagen Zürcher Politiker, Seite15 (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 16.02.2011, 16:30 Uhr
