Van Gaals Retourkutsche gegen Hitzfeld
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 20.07.2010
Kritisiert Hitzfeld: Louis van Gaal. (Bild: Keystone )
Im Oktober 2009 hatte Ottmar Hitzfeld seinen Nachfolger bei Bayern München, Louis van Gaal, für dessen Umgang mit Stürmer Mario Gomez und Mittelfeldspieler Anatoli Timoschtschuk scharf kritisiert. «Wenn ich einen Kader übernehme, dann ohne Wenn und Aber. Dann stehe ich zu jedem Spieler. Jeder Trainer hat die Pflicht, jeden Spieler auch starkzureden.» Van Gaal ignorierte Hitzfelds Forderung, setze die beiden Millionen-Verpflichtungen Gomez und Timoschtschuk weiterhin vorwiegend nur auf die Bank. Mit durchschlagendem Erfolg. Der Holländer holte das Double und führte die Bayern in den Champions-League-Final.
Die Schweiz war nicht hervorragend
Van Gaal ist ein Mann, der nichts vergisst. Im deutschen Fachblatt «Kicker» fährt er jetzt die Retourkutsche gegen Hitzfeld. «Ich kann nicht verstehen, das die Presse die Schweiz für ihr 1:0 gegen Spanien gefeiert hat. Dass sie diesen Fussball unterstützt und schreibt: Unglaublich! Hervorragend von Hitzfeld! Alle arbeiten doch nur nach hinten und hoffen auf eine Chance. Was ist daran hervorragend?», fragt Van Gaal, der ein erklärter Anhänger von einem kreativen und offensiven Fussball ist.
Van Gaal äussert sich im «Kicker» auch über Fifa-Chef Sepp Blatter. «Wir brauchen die Technik im Fussball. Jetzt hoffe ich , dass das auch Herr Blatter gesehen hat. Was passiert ist, ist Wahnsinn. Sie haben eine Wertung für Fairplay, machen aber kein Fairplay. Unglaublich», ärgert sich Van Gaal und blickt auf die Weltmeisterschaft in Südafrika zurück. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.07.2010, 13:43 Uhr
