Vom Highbury in den Kreis 4 und zurück an die Spitze
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 29.07.2011 5 Kommentare
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Challenge League
30. Runde
| 23.05. | SC Bruhl - Delemont | 1 : 1 |
| 23.05. | Kriens - Locarno | 2 : 3 |
| 23.05. | Aarau - Etoile Carouge | 7 : 0 |
| 23.05. | Bellinzona - Wohlen | 5 : 0 |
| 23.05. | Chiasso - Biel | 2 : 4 |
| 23.05. | FC Vaduz - St.Gallen | 1 : 2 |
| 23.05. | Wil - Lugano | 1 : 1 |
| 23.05. | Winterthur - Stade Nyonnais | 2 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | St.Gallen | 30 | 19 | 7 | 4 | 67:31 | 64 |
| 2. | Aarau | 30 | 18 | 5 | 7 | 64:34 | 59 |
| 3. | Bellinzona | 30 | 18 | 5 | 7 | 49:21 | 59 |
| 4. | Winterthur | 30 | 15 | 8 | 7 | 44:29 | 53 |
| 5. | Lugano | 30 | 14 | 7 | 9 | 44:38 | 49 |
| 6. | Wil | 30 | 12 | 10 | 8 | 59:41 | 46 |
| 7. | Chiasso | 30 | 11 | 12 | 7 | 34:23 | 45 |
| 8. | FC Vaduz | 30 | 13 | 6 | 11 | 54:45 | 45 |
| 9. | Locarno | 30 | 12 | 9 | 9 | 47:44 | 45 |
| 10. | Biel | 30 | 12 | 7 | 11 | 55:54 | 43 |
| 11. | Wohlen | 30 | 9 | 9 | 12 | 39:44 | 36 |
| 12. | Stade Nyonnais | 30 | 8 | 10 | 12 | 41:49 | 34 |
| 13. | Etoile Carouge | 30 | 8 | 6 | 16 | 25:56 | 30 |
| 14. | Delemont | 30 | 4 | 8 | 18 | 24:60 | 20 |
| 15. | Kriens | 30 | 4 | 5 | 21 | 37:66 | 17 |
| 16. | SC Bruhl | 30 | 4 | 4 | 22 | 30:78 | 16 |
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Der Zürcher war schon ganz oben, aber auch schon ziemlich weit unten. Seine erfolgreichste Zeit hatte er von 2004 bis 2006 im Berner Oberland, als er mit dem FC Thun die Champions League stürmte. Das Spiel im altehrwürdigen Londoner Highbury-Stadion gegen das Starensemble von Arsenal war das Highlight für den Schweizer. Die «Schweizer Illustrierte» machte bei den Schönenbergers eine Homestory, wie es sich für erfolgreiche Schweizer gehört. Das Familienleben war intakt, die Schönenbergers waren eine richtig schöne Schweizer Vorzeigefamilie. Die Trainerkarriere des Familienvaters schien so richtig lanciert. Damals musste er sich keine Gedanken um seine Zukunft und seine Existenz machen. Nach den magischen Nächten in der Champions League schien die Laufbahn zum Selbstläufer zu werden. Doch es kam anders, als es sich die Schönenbergers vorgestellt hatten.
Longos vorzeitige Beurlaubung beim FC Thun war in der Szene eine Überraschung, aber eben der Karriere-Knick und ein Imageschaden zugleich. Schönenberger war fortan bei Grossklubs kein Thema mehr. Es folgten die Stationen Aarau, IF-Juventus Zürich, Altach (1. Bundesliga Österreich), Niederweningen und jetzt Wohlen. Zwischenzeitlich tingelte er für «der Match» bei SF durchs Land, war Assistent von Kulttrainer Gilbert Gress und versuchte unter anderen Sänger Baschi auf Trab zu bringen. Schönenberger bekam die Mechanismen des Geschäfts brutal zu spüren. In der vergangenen Saison war er sich nicht zu schade, in der Provinz von Wohlen einen Neuanfang zu wagen. Es blieb ihm auch gar nichts anderes übrig. «Es war eine grosse Chance, wieder ins Profigeschäft einzusteigen. Und die musste ich nutzen», sagt er. Er sei geradezu gezwungen gewesen, diesen Job anzunehmen. Endlich könne er den Duft des Rasens wieder in die Nase einatmen. «Fussball ist mein Leben», sagt Schönenberger. Und das habe auch seine Familie spüren müssen.
«Unsere Ehe stand auf dem Prüfstand»
Nach seiner letzten Station als Profitrainer in Österreich bei Altach hat sich gerade noch der FC Niederweningen aus der 2. Liga regional für Schönenberger interessiert. Bei den Amateuren gibt es kein Geld zu verdienen, also fand sich Schönenberger zwischenzeitlich auf dem Stempelamt wieder. «Die Existenzangst war da, und ich wurde auch für meine Liebsten zu Hause immer unerträglicher, weil mir die Decke förmlich auf den Kopf fiel», schildert Longo die schwerste Zeit seines Lebens. Es sei zwischenzeitlich sogar zu einer räumlichen Trennung von seiner Familie gekommen. Und das sei sehr schmerzhaft gewesen. Während seine Frau Monika, der 8-jährige Jay und die 12-jährige Tochter Dinah weiterhin im aargauischen Arni wohnten, mietete sich der ehemalige FCZ-Spieler eine Altbauwohnung im Zürcher Kreis 4. «Unsere Ehe stand ernsthaft auf dem Prüfstand», sagt Schönenberger. Seine Arbeitslosigkeit habe sogar fast die Ehe zerstört.
In Wohlen ging Schönenberger aufs Stempelamt
Ironie der Geschichte: Ausgerechnet in Wohlen, wo er sich zum Stempeln einschreiben musste, kam die erneute Chance im Profigeschäft. In der vergangenen Saison bewahrte Schönenberger Wohlen vor dem Abstieg und holte in vier Spielen immerhin noch zehn Punkte. Jetzt ist er mit einem 5:2-Sieg gegen Locarno in die neue Saison gestartet und ist wieder rundum zufrieden und glücklich über das Happy End. «Meine Familie ist regelmässig wieder zu den Spielen dabei. Und wenn ich meine kleine Tochter im Stadion nach mir rufen höre, weiss ich, dass alles wieder okay ist. Wir sind wieder eine rundum glückliche Familie.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.07.2011, 12:22 Uhr
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5 Kommentare
Ein sehr sympathischer Mann, Ehemann, Vater und Trainer. Fehler und Schwächen einzugestehen und daraus zu lernen - dass zeugt von wahrer Grösse. Dazu beigetragen haben sicherlich auch die Jogging-Läufe an jedem Sonntag Vormittag - bei denen man gelegentlich Läufern begegnet, die ähnliches erlebt haben. Es stärkt, wenn man vom Schicksal anderer Leute liest und hört. Antworten
Das war eine harte Zeit und die Arbeitslosenunterstützung ist berechtigt. Dagegen setze ich ein grosses Fragezeichen bei den Arbeitslosenbezügen von Marcel Koller. Da hat er doch 2-3 Millionen Euro bei Köln und Bochum verdient und bei der Entlassung kommt er doch tatsächlich in die Schweiz um AG zu kassieren. Wieso nicht in Deutschl.? Gleichzeitig berät er laut Tagi Fussballmillionäre gratis!!!!! Antworten


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