Sport

«Vom neuen FCZ werden viele überrascht sein»

Von Peter Bühler, Thomas Schifferle. Aktualisiert am 04.02.2012

FCZ-Präsident Ancillo Canepa verspricht eine interessante und hungrige Mannschaft und hat wieder Spass an seinem Amt.

Präsidialer Blick in der umgebauten Südkurve: Ancillo Canepa hat wieder Freude an seinem Amt.

Präsidialer Blick in der umgebauten Südkurve: Ancillo Canepa hat wieder Freude an seinem Amt.
Bild: Nicola Pitaro (TA)

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Super League

36. Runde

23.05.Basel - Young Boys1 : 2
23.05.Lausanne - Grasshoppers2 : 1
23.05.Sion - Luzern1 : 3
23.05.Thun - FC Zürich2 : 4
Stand: 23.05.2012 22:10

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Basel34228478:3374
2.Luzern341412846:3254
3.Young Boys341312952:3851
4.Servette341461445:5348
5.Thun3411101338:4143
6.FC Zürich341181543:4441
7.Lausanne34862029:6130
8.Grasshoppers34752232:6626
9.Sion341581140:3517
10.Xamax1875622:220
Stand: 23.05.2012 22:13

Fussball-Diskussion

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Ancillo Canepa, hat der FC Zürich nach dem Verkauf von Mehmedi, Rodriguez, Margairaz, Djuric und Alphonse für die nächsten zwei Jahre finanziell ausgesorgt?
Das kann man so nicht sagen. Fakt ist, dass wir mit dem Transfererlös zufrieden sind. Aber das Geld fliesst zum Teil nicht sofort an den FCZ, sondern gestaffelt. Und einzelne Transfersummen sind abhängig von Erfolgskriterien.

Bei Rodriguez fliessen 7 Millionen Franken sofort in die Kasse, bei Mehmedi sind es rund 5,5 Millionen, bei Djuric und Alphonse je 600'000, bei Margairaz sind es 300'000 . .. .
(unterbricht) Ich bin überrascht, wie gut Sie informiert sein wollen. Aber ich kann und will diese Zahlen weder bestätigen noch dementieren. Was für mich entscheidend ist: Abgesehen von den Anteilen an Spieler und Agenten kommt der Grossteil der Transfereinnahmen dem FCZ zugute. Das gilt vorab für die Transfers der Eigengewächse Mehmedi und Rodriguez sowie für Margairaz. Ein Teil der Einnahmen für Djuric und Alphonse geht an die Investoren, die ihre Transfers einst finanziert hatten.

Wie gross ist der Anteil für den FCZ an der gesamten Transfereinnahme?
Rund 75 Prozent.

Wenn man im optimalen Fall von 17 Millionen Franken ausgeht, wären das also 12,75 Millionen.
Ich habe schon erwähnt, dass ich keine Zahlen kommentiere.

Der FCZ hat jetzt eine gefüllte Kasse, aber ein ausgedünntes Kader. Weshalb wurden gleich fünf Leistungsträger verkauft?
Die Vertragssituation einiger Spieler sowie die Tabellensituation führten dazu, dass der Zeitpunkt für den Umbruch ideal war. Wenn wir noch Meister werden könnten, hätten wir die Mannschaft zusammengehalten – wie vor unseren Titelgewinnen 2007 und 2009. Damals verliessen uns danach mehrere Spieler mit auslaufenden Verträgen ablösefrei, aber erst nach dem Titelgewinn.

Die Verträge von Mehmedi und Rodriguez wären im Sommer nicht ausgelaufen. Beide sind Talente, die im Klub gross wurden und auf gutem Weg zu Identifikationsfiguren für den FCZ waren.
Es gab für sie Anfragen aus ganz Europa, sie waren für den FCZ nicht mehr zu halten. Wir wollten ihnen auch keine Steine in den Weg legen. Und für Rodriguez realisierten wir eine der höchsten Transfersummen in der Geschichte des FCZ.

Margairaz, Djuric und Alphonse hingegen gaben Sie nur ab, weil nun die letzte Gelegenheit bestand, noch eine Ablösesumme zu kassieren?
Der schlechte Platz in der Meisterschaft und das Aus im Cup haben die Abgänge beschleunigt. Wir wollten die aus unserer Sicht notwendige Blutauffrischung herbeiführen, das Kader verändern. Jenen Spielern, die im nächsten Sommer beim FCZ am Vertragsende angelangt wären, signalisierten wir, dass sie den Verein schon im Winter verlassen könnten, sofern sie das wünschen. Sportchef, Trainer und ich waren uns da mehr oder weniger einig.

Im Prinzip ist Trainer Urs Fischer der grösste Profiteur der neuen Entwicklung.
Weshalb?

Er ist unentlassbar geworden. Sie können ja nicht die halbe Mannschaft verkaufen und dann den Trainer absetzen, wenn die Siege ausbleiben.
Ich bin zuversichtlich, dass die positiven Ergebnisse nicht allzu lange auf sich warten lassen. Wir werden in der Rückrunde einen jungen, interessanten und hungrigen FCZ sehen.

Wie glücklich ist Fischer über die Abgänge?
Im Moment beschäftigt ihn vorab das schmale Kader. Wir haben sieben verletzte Spieler, zudem sind Chikhaoui und Chermiti am Afrika-Cup.

Über einen Wechsel auf der Position des Trainers haben Sie nie nachgedacht?
Fischer ist unser Trainer und kein Thema.

Den Rückhalt des Verwaltungsrates hat er nach der schwachen Vorrunde aber weitgehend verloren.
Das ist eine Behauptung, die ich nicht kommentiere.

Fischer hatte während der Vorrunde seine resignativen Momente, als er sich fragte, ob er seiner Aufgabe noch gewachsen sei. Was überzeugt Sie derart an diesem Trainer?
Fischer hatte nie das Gefühl, er sei der Sache nicht mehr gewachsen. Klar, der mediale Druck auf ihn wurde immer grösser, was ihm natürlich unangenehm war. Aber er ist eine stabile Persönlichkeit. Ich schätze seine authentische Art. Er ist kein Schauspieler, kein Blender.

Wie sollen mit ihm die Ergebnisse besser werden, nachdem der FCZ die Substanz im Kader derart stark vermindert hat?
Wir haben jeden Abgang mit einem neuen Spieler ausgeglichen, jenen von Alphonse vielleicht ausgenommen. Ob und wie gross der Substanzverlust allenfalls ist, kann man erst in ein paar Wochen beurteilen. Definitiv verpflichtet haben wir nur Pedro, Glarner und Benito sowie Da Costa ab kommendem Sommer. Kajevic und Ramazotti haben wir vorerst bis Saisonende ausgeliehen.

Die neue Mannschaft wird Zeit brauchen, um sich zu finden.
Der FCZ wird unberechenbarer auftreten – mit dem 1,93-m-Mann Ramazotti im Sturm, mit dem dynamischen Pedro auf der Flanke und Kajevic, der im Zentrum das Spiel schnell macht. Wir sind von der Qualität der neuen Spieler überzeugt.

Sportchef Bickel muss mit diesen Transfers den Nachweis erbringen, dass er noch immer die gute Nase für Neuverpflichtungen hat. Auch für ihn wächst der Druck.
Er macht die Transfers nicht allein, sondern in enger Zusammenarbeit mit Fischer und mir. Wir alle sind unter Druck. Und doch denke ich: Vom neuen FCZ werden bald viele überrascht sein.

Sehen Sie den FCZ demnächst wieder als Meister?
(lacht) In dieser Saison leider nicht mehr. Wir bauen eine neue Mannschaft auf, das muss nicht schnell gehen, aber es kann schnell gehen.

Sie sind wieder der kämpferische Optimist von einst. Im Herbst nach den Ereignissen im Derby und in Rom waren Sie ziemlich niedergeschlagen . . .
. . . für einige Minuten kam bei mir damals die Frage nach dem Sinn meiner Präsidentschaft auf. Die Zwischenfälle und ihre Aufarbeitung haben mich enorm viel Zeit und Energie gekostet.

Dachten Sie an Rücktritt?
(lacht) An eine Blutauffrischung beim Präsidenten habe ich eigentlich nicht konkret nachgedacht. Und jetzt sehe ich wieder Land, ich bin immer noch gern FCZ-Präsident.

Nicht ausgeräumt sind nach wie vor die Konflikte mit der Südkurve.
Ich habe keinen Konflikt mit ihr. Ich habe viel mehr damit Mühe, dass die Fanproblematik nicht differenziert behandelt und beurteilt wird.

Hat die Südkurve nicht zu viel Macht?
Was heisst Macht? Damit kann ich in diesem Zusammenhang wenig anfangen. Mir ist es einfach ein grosses Anliegen, dass die vorwiegend korrekten Fans auch entsprechend korrekt behandelt werden. Dort stehen die Leute, die zu jedem Match kommen, gegen jeden Gegner, auch bei Schnee und Eis. Und den FCZ auch auswärts unterstützen.

Die Kurve versucht doch immer wieder, auf die Politik des Vereins Einfluss zu nehmen.
Das tut sie nicht. Sie versucht einfach, ihre Interessen mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu vertreten. Das ist legitim.

Weshalb lässt der FCZ die Leute aus der Südkurve beim Derby vom 12. Februar auf die Haupttribüne?
Das wurde von uns mit der Polizei, der Liga sowie den Vertretern der Südkurve so vereinbart.

Halten Sie es für einen weisen Entscheid, dass die beiden Fankurven zwar geschlossen bleiben, die FCZ-Anhänger aus der Kurve im Gegensatz zu den GC-Anhängern aber doch beim Spiel live dabei sein können?
Aus Sicherheitsgründen wollten wir keinen öffentlichen Ticketverkauf durchführen, weil das Risiko bestanden hätte, dass auf der Tribüne FCZ- und GC-Fans nebeneinandersitzen. Wir hatten auch Bedenken, dass es ausserhalb des Letzigrunds zu Konfrontationen kommen könnte, wenn wir beide Fangruppierungen nicht ins Stadion lassen. Und der wichtigste Grund: Der ganz grosse Teil der Südkurve hat sich an jenem Derby korrekt verhalten. Diesen Leuten wollen wir die Möglichkeit bieten, den Match auf der Tribüne zu verfolgen.

Es liegt eine ungleiche Behandlung der beiden Fangruppen vor.
Es handelt sich immerhin um ein Heimspiel des FCZ. Eine andere Lösung war nicht möglich.

GC hat harsch darauf reagiert und spricht von einer Provokation.
Von einer bewussten Provokation kann doch keine Rede sein. Ich hätte es begrüsst, wenn GC nach dem abgebrochenen Derby und dem Forfait-Entscheid gegen den FCZ ähnlich harsch reagiert und sich den Spiegel vors Gesicht gehalten hätte.

Wie ist das zu verstehen?
Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass die ganze Situation am Derby sehr einseitig und zuungunsten des FCZ beurteilt worden ist.

Weshalb hat denn der FCZ nicht gegen das Urteil rekurriert? Wir sind nicht der FC Sion. Wir wollten keine weiteren Baustellen eröffnen, sondern zur Ruhe kommen.

Man kriegt zunehmend den Eindruck, dass beide Zürcher Klubs nach Fanzwischenfällen gern harte Sanktionen ankündigen und diese dann doch nicht umsetzen.
Seit ich die Fankultur besser verstehe, hat der FCZ keine unsinnigen Sanktionen mehr angekündigt. Das heisst aber nicht, dass wir gegen üble Einzeltäter nicht äusserst hart und konsequent vorgehen. Aber ich finde es nach wie vor nicht richtig, wenn man 5000 vernünftige Fans in der Südkurve bestrafen soll, nur weil sich vielleicht ein Dutzend Leute in jenem Rayon des Stadions total daneben benommen haben. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.02.2012, 14:57 Uhr

Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 16:46
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.05EndeCipolla - Wawrinka3:6 3:6 6:4 6:3 2:6
Stand: 27.05.2012 16:09
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0511:00Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0511:00Bolelli - Nadal
28.0511:00Federer - Kamke
28.0511:00Djokovic - Starace
Stand: 25.05.2012 15:24
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden

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