Wenn der Dauerpatient zum Hoffnungsträger wird
Von Florian A. Lehmann. Aktualisiert am 16.09.2011 7 Kommentare
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- «Wir haben das in München gut gemacht»
- «Die Tabelle lügt nicht»
- Der einzige Gewinner beim FC Zürich
- «Ich muss aufpassen, dass ich die Fassung nicht verliere»
- Der Respekt des FCZ vor einem früheren GC-Joker
Europa League Grp. D
6. Runde
| 14.12. | FC Zürich - FC Vaslui | 2 : 0 |
| 14.12. | Lazio Rom - Sporting CP | 2 : 0 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Sporting CP | 6 | 4 | 0 | 2 | 8:4 | 12 |
| 2. | Lazio Rom | 6 | 2 | 3 | 1 | 7:5 | 9 |
| 3. | FC Vaslui | 6 | 1 | 3 | 2 | 5:8 | 6 |
| 4. | FC Zürich | 6 | 1 | 2 | 3 | 5:8 | 5 |
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Die sportliche Bilanz sieht für einen Klub, der sich als Grossklub des Landes beziffert und stets betont, wie ambitioniert er ist, trist aus: Von 13 Ernstkämpfen in dieser Saison bezog der FC Zürich beim 0:2 gegen Lissabon die achte Pleite. Dass diese Statistik am Samstagabend nach dem Auftritt im Schweizer Cup in Grenchen aufpoliert wird, darf erwartet werden; sie ist aber auch dann immer noch ungenügend.
Nebst diesem Fakt dürfte den Verantwortlichen ein weiterer Aspekt nach der missglückten Europa-League-Premiere gegen die zusammengewürfelte Truppe aus Lissabon zu denken geben: Die Zürcher sind offenbar bei Spielbeginn nicht ganz bei der Sache, schon gar nicht, wenn auf europäischer Stufe die Haut so teuer wie möglich verkauft werden soll. Gegen die Bayern hatte es in den Startminuten zweimal früh beim bedauernswerten Keeper Johnny Leoni eingeschlagen. Gegen Sporting war das nicht anders: Nach knapp vier Minuten führten die Gäste aus Lusitanien nach fehlerhaftem Zürcher Defensivverhalten mit 1:0. Diese Wiederholung der Geschehnisse kann kein Zufall mehr sein. Der Trainer beteuert, alles zu unternehmen, damit seine Spieler von Beginn weg konzentriert am Werk sein würden – genützt hat es bisher nichts, und somit stehen nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch der Personalchef in der Verantwortung. Urs Fischer, einst Haudegen beim FCZ, ist sich dessen bewusst. Er weiss überdies, dass mit jeder Niederlage und mit jedem Rückschlag seine Position mehr und mehr in Frage gestellt wird – so läuft eben das Business.
Treten an Ort
Arbeiterheld Fischer ist um seine momentane Lage nicht zu beneiden. Bei einem namhaften Teil der Profis wird der Beobachter den Eindruck nicht ganz los, dass sie den Ernst der Lage nicht ganz erkannt haben. Und dass sich Selbstgefälligkeit, Genügsamkeit und Selbstüberschätzung bereits zu fest im Hinterkopf festgesetzt haben. Das unreife taktische Verhalten und die Konzentrationslücken behindern die Entwicklung dieser weitgehend jungen Mannschaft erheblich, die überdies gegen den Traditionsklub aus Portugal in vielen Phasen einen wirren und unkoordinierten Eindruck hinterliess.
Gewiss, Göttin Fortuna kickt momentan nicht beim FCZ, der gestern Abend mit drei Treffern ans Aluminium Pech hatte. In der Stunde der Ernüchterung dürfen sich die Zürcher dennoch an einen Strohhalm klammern. Die für Aussenstehende überraschende Rückkehr von Yassine Chikhaoui könnte dem Team neue Impulse verleihen. Für einen Offensivspieler, der gemäss der Agentur Sportinformation in der letzten Saison gerade mal 149 Minuten auf dem Rasen bestritten hatte, fiel das einstündige Comeback im Fanionteam durchaus zufriedenstellend aus. «Es ging mir gut. Ich hoffe, dass es ein Neuanfang ist und ich nach den letzten dreieinhalb Jahren endlich wieder regelmässig spielen kann», erklärte der Tunesier nach der Partie gegenüber dem «Tages-Anzeiger» (Artikel Online nicht abrufbar). Dass der bald 25-Jährige noch mit Rhythmus-Problemen zu kämpfen hatte, war logisch; in einigen Szenen erkannte man aber wieder die grossen Fertigkeiten des technisch versierten Fussballers. Der lange Zeit wegen chronischer Knieprobleme und einem Schienbeinbruch verletzt gewesene Chikhaoui war nach der Partie am meisten froh darüber, dass er nicht sogleich wieder die nächste Klinik oder den Klubarzt aufsuchen musste. Er fühle sich auch physisch besser als bei seinen letzten Comebackversuchen.
Die Felle schwimmen langsam davon
Fischer und sein Ensemble müssen nun die Talfahrt stoppen. Mit dem zu erwartenden Cupsieg beim Erstligisten aus dem Kanton Solothurn allein ist es nicht getan. Der FCZ braucht jetzt wieder eine positive Serie, denn der Trainer stellte am späteren Donnerstagabend auch fest: «Mit jeder Niederlage wird unser Selbstvertrauen angekratzt.»
Rückkehrer Chikhaoui, kein Mann der vielen und grossen Worte, will seinen Teil dazu beitragen, dass es beim FCZ wieder «obsi» geht, wie es der Trainer im hemdsärmeligen Ton wiedergeben würde. «Wir müssen jetzt den Kopf hochhalten. Eine andere Wahl haben wir nicht», beschreibt Chikhaoui den Zustand seines Teams. Es sind Worte eines Mannes, der vom Dauerpatienten zum Hoffnungsträger mutiert ist. Auch das charakterisiert die momentane Situation beim FC Zürich, der in dieser Spielzeit schon früh seine Felle davonschwimmen sieht.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.09.2011, 12:49 Uhr
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7 Kommentare
Grosse Töne bezüglich meisterschaft.
Aber gejammer und geducke vor fast jedem match wie stark die andren sind.
Unverschämte Ticketpreise in einem Bahnstadion. Dann wieder gejammer
über wenig Zuschauer, während man in andren stadion weniger zahlt für viel
mehr stimmung und feeling Ungeniessbare Stadionwürste.
Wie kann das NICHT abfärben? Wer will das sehen??
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