Wenn sich eine Austria-Legende um die Schweizer Nati sorgt
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 31.03.2011
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Als die Schweizer Nationalmannschaft an der EM in Portugal, an der WM in Deutschland und an der WM in Südafrika dabei war, sassen unsere Nachbarn neiderblasst vor dem Fernseher. Zurzeit spielen beide Nationen im Fussball jedoch auf einem äusserst bescheidenen Niveau und keine Rolle mehr im europäischen Fussball. Nach dem 0:0 in Bulgarien sind die Chancen für die Schweiz auf ein Minimum gesunken und praktisch nicht mehr vorhanden. Ottmar Hitzfeld hat man trotz den Misserfolgen den Vertrag vorzeitig bis 2014 verlängert. Didi Constantini erhält nach dem 0:2-Debakel noch eine Galgenfrist. Doch wenn ein Verbandspräsident seinem Trainer öffentlich das Vertrauen aussprechen muss, ist das meist der Anfang vom Ende. So hat es die Geschichte bisher fast immer gezeigt.
Einer, der als österreichischer Nationaltrainer dann fast sicher zum Thema wird, ist in der Schweiz ein Altbekannter. Kurt Jara, inzwischen 60 Jahre alt geworden, war als Spieler bei den Grasshoppers einer der erfolgreichsten Ausländer, die je in der Schweiz spielten. Er war auch Trainer von GC, St. Gallen und dem FC Zürich. Er absolvierte für Österreich 59 Länderspiele und ist dort eine absolute Fussball-Legende. Tagesanzeiger.ch/Newsnet erreichte den ehemaligen österreichischen Nationalspieler am Handy. «Mir geht es ausgezeichnet, ich bin gerade in Spanien und spiele Golf», berichtet er. Er sei aber immer noch topfit und hochmotiviert, ins Trainergeschäft zurückzukehren, auch wenn er mittlerweile bereits zweifacher Grossvater sei. «Es muss jedoch ein Spitzenverein mit Perspektiven oder eine Nationalmannschaft sein», sagt Jara.
Jara kann sich eine Rückkehr in die Schweiz vorstellen
Er habe als Trainer schon grosse Klubs wie GC, den FCZ, St. Gallen, den HSV, Kaiserlautern oder Red Bull Salzburg trainiert. «Ich kann mir schon vorstellen, dass ich in Österreich wieder ins Gespräch komme, falls man einen neuen Nationalcoach braucht», sagt Jara. «Ich hatte mit dem Verband schon Gespräche, aber zu einem Abschluss ist es bisher nicht gekommen», so Jara. Er könne sich jedoch auch eine Rückkehr in die Schweiz absolut vorstellen. «Die Schweiz ist für mich immer eine Option», sagt Jara, dessen Sohn Martin die Schweizer Staatsbürgerschaft angenommen hat und in Effretikon wohnt.
Gedanken macht sich Jara auch um die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft. «Es überrascht mich schon, dass die Schweiz unter Ottmar Hitzfeld zurzeit solche Probleme hat», sagt Jara. Jetzt könnten die Schweizer nicht mehr über die Österreicher lachen. «Wir sind mittlerweile wieder auf Augenhöhe», stellt er fest. Er mache sich Sorgen um den Fussball beider Nationalmannschaften. «Die Schweiz und Österreich haben eine grosse Fussballtradition. Es wäre jammerschade, wenn diese beiden Nationen in Europa keine Rolle mehr spielen würden», sagt Jara. Das könne es ja nicht sein. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 31.03.2011, 12:36 Uhr


