Weshalb Netzer für Benaglio und Favre schwarz sieht
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 22.04.2011
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Experte Günter Netzer analysiert den Abstiegskampf. (Bild: Keystone )
Daum, der neue Trainer in Frankfurt, wurde bei seinem Comeback in der Bundesliga in Frankfurt wie ein Messias gefeiert, obwohl sein Vorgänger Michael Skibbe in seinem letzten Spiel gegen St. Pauli noch einen Sieg holte. Doch inzwischen hat beim Team des Schweizer Pirmin Schwegler die totale Ernüchterung Einzug gehalten. Daum ist in seinen ersten drei Spielen ohne Sieg geblieben, kassierte eine Niederlage und musste zwei Remis akzeptieren. Felix Magath wurde nach seinem Blitzwechsel von Schalke in Wolfsburg ebenfalls bereits als der grosse Retter gefeiert. Doch auch Magath kommt bloss auf eine Niederlage und drei Unentschieden. Der Schweizer Internationale Diego Benaglio steckt als Torhüter mitten in der Krise.
«Felix Magath ist wirklich nicht zu beneiden», sagt Experte Günter Netzer gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Er müsse in Wolfsburg für viel Versäumtes die Konsequenzen tragen. «Da ist einiges schiefgelaufen», sagt der deutsche Welt- und Europameister. Die Wolfsburger Mannschaft habe ein Riesenpotenzial. «Ich kann es kaum glauben, dass Wolfsburg derart in eine hausgemachte Krise geraten ist», so Netzer. Es sei für Magath gar nicht möglich, in vier Wochen die zwingend nötigen Korrekturen anzubringen.
«Da nützt auch Handauflegen nichts mehr»
«Die Defizite sind viel zu gross, da wurde vieles falsch gemacht», befürchtet er. «In Wolfsburg genügt es nicht, wenn auch ein grosser Fachmann wie Magath kommt und den Spielern einfach die Hand auflegt», sagt Netzer. Auch Magath, der 2009 mit Wolfsburg und Benaglio noch den Titel holte, ist sich seiner delikaten Situation absolut bewusst. Er pflichtet Netzer bei, wenn er in «Bild» sagt: «Wir haben zu viele Spieler, die nur auf ihre Leistung schauen und nicht auf ihre Mitspieler. Das Team hat zu wenig Geist, Willen und Geschlossenheit», bemängelt Magath. Es fehle der Mannschaftsgeist.
«Lucien Favre fehlt zurzeit leider das nötige Glück»
Günter Netzer, der seine Karriere einst in Gladbach lancierte und dort eine Legende ist, hält von Lucien Favre sehr viel. «Seine Mannschaften tragen stets seine Handschrift», lobt Netzer. Das sei schon in Yverdon, bei Servette, dem FC Zürich und in Berlin bei der Hertha so gewesen. Für Netzer ist Favre der absolut richtige Trainer für Gladbach. Trotzdem macht er sich Sorgen. «Lucien Favre hat zurzeit einfach kein Glück, das man in einem Abstiegskampf dringend benötigt», bedauert Netzer. Bei der 0:1-Heimniederlage gegen Kaiserslautern habe der Torwart ein waschechtes Eigentor produziert und einen Ball ins eigene Netz gefaustet.
Gladbachs nächster Gegner ist Leader Dortmund
«Bei der 0:1-Niederlage in Mainz wäre das Spiel wohl anders gelaufen, hätte Gladbach den fälligen Elfmeter erhalten», mutmasst Netzer. In zwei Spielen sei Favre vom Glück verlassen gewesen. Am Samstag spielt Gladbach zu Hause gegen den entfesselten Leader aus Dortmund. «Ich glaube nicht, dass es in diesem Spiel zu einer Sensation kommt», meint der Experte. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.04.2011, 12:25 Uhr
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