Der FCZ hat es in den Playoffs der Champions League mit Deutschlands Rekordmeister zu tun. Wie man die Bayern bezwingt, sagt Gladbachs Trainer Lucien Favre exklusiv auf Tagesanzeiger.ch/Newsnet.
1/17«Gegen die Bayern muss man mit Köpfchen spielen», sagt der ehemalige Trainer des FC Zürich. Bild: Keystone
«Wir haben gegen die Bayern keine Chance, also nutzen wir sie», sagt FCZ-Sportchef Fredy Bickel. Ähnlich sieht es der ehemalige FCZ-Meistermacher Lucien Favre. Er ist mittlerweile zum Bayern-Bezwinger geworden. Der Romand hatte mit Gladbach für die grösste Sensation zum Bundesligastart gesorgt. Der 1:0-Sieg in München bei den Bayern, dem Topfavoriten auf die Meisterschaft schlechthin, geht in die Geschichte der Bundesliga ein. Die Gladbacher, die den Abstieg nur in extremis und erst in der Barrage gegen Bochum praktisch in letzter Sekunde noch verhindern konnten, schickten das Starensemble der Bayern gleich in die erste Minikrise.
«Der Sieg war keineswegs ein Zufallsprodukt», sagt Experte Günter Netzer gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Favre habe mit einem taktisch klugen Konzept den Sieg keineswegs gestohlen. Das war übrigens auch die Meinung von Bayerns Trainer Jupp Heynckes, der nach der Partie das taktische Spinnennetz von Favre, in dem seine Spieler gefangen gewesen seien, explizit lobte.
«Man muss an die eigenen Qualitäten glauben»
«Gegen die Bayern wirst du natürlich vorwiegend in die Defensive gedrängt und dort in dieser Zone auch permanent beschäftigt», sagt Lucien Favre gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Die Bayern seien denn auch vorwiegend im Ballbesitz gewesen. Da sei von einer Mannschaft vor allem ein intelligentes Abwehrverhalten gefordert. Man müsse auch im bayrischen Angriffswirbel stets die Ruhe bewahren, nicht hektisch werden und schon gar keine Angst vor den grossen Namen haben. «Man muss stets fest an seine Qualitäten, die eigenen Möglichkeiten und die eigenen Stärken glauben», sagt Favre. So habe er seine Mannschaft in München auch eingestellt.
«Man darf sich aber nicht nur auf die Defensive beschränken und sich permanent hinten hineindrängen lassen», warnt Favre. Man müsse gegen die Bayern auch die eigene Initiative ergreifen, agieren und nicht nur reagieren. Man müsse sich mit gezielten Kontern aus der Umklammerung lösen können. Da seien eben kluge Lösungen und ein Spiel mit Köpfchen gefragt. «Der FCZ hat mit Alphonse, Mehmedi und Chermiti schnelle Stürmer, die geradezu prädestiniert sind, auch eine Abwehr der Bayern vor Probleme stellen zu können», ist Favre überzeugt. Der ehemalige Nationalspieler denkt auch, dass es durchaus ein Vorteil sein könnte, dass der FCZ praktisch mit der gleichen Mannschaft in die neue Saison steigen konnte. «Ich habe bisher bewusst nichts geändert und gegen die Bayern mit der gleichen Elf gespielt, welche die Saison in den Barragespielen gegen Bochum abgeschlossen hat», sagt Favre. Das sei gut für die Automatismen gewesen und das gegenseitige Verständnis.
«Ein Ausscheiden gegen den FCZ wäre für die Bayern fatal»
Der Bayern-Bezwinger sagt aber auch, dass es für den FCZ extrem schwierig sei, die Bayern in den Playoffs der Champions Leagueauszuschalten. Ein Ausscheiden gegen einen Schweizer Verein könnten sich die Bayern schon gar nicht leisten und wäre fatal. «In dieser Saison findet der Final der Champions League in München statt», sagt Favre. Und diesen zu erreichen, gehöre mit Sicherheit zu einem der ganz grossen Ziele der Bayern.
Lucien Favre hat bisher noch keinen Anruf aus Zürich erhalten. «FCZ-Trainer Urs Fischer braucht meine Tipps nicht», sagt Favre, der im Übrigen sehr viel von Fischer hält. Der FCZ sei ein professionell geführter Verein, der das Spiel Gladbach gegen die Bayern mit Sicherheit genau analysieren werde. «Die werden sich mit Garantie bereits die Aufzeichnung dieser Partie besorgt haben», so Favre.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
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