Wie Favre einen Totgesagten aufleben lässt
Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 26.08.2011
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Bundesliga
34. Runde
| 05.05. | Borussia Dortmund - SC Freiburg | 4 : 0 |
| 05.05. | Werder Bremen - Schalke 04 | 2 : 3 |
| 05.05. | Hannover 96 - Kaiserslautern | 2 : 1 |
| 05.05. | Mainz 05 - Borussia Gladbach | 0 : 3 |
| 05.05. | 1. FC Nürnberg - Bayer Leverkusen | 1 : 4 |
| 05.05. | VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg | 3 : 2 |
| 05.05. | 1. FC Köln - Bayern München | 1 : 4 |
| 05.05. | Augsburg - Hamburger SV | 1 : 0 |
| 05.05. | Hertha BSC - Hoffenheim | 3 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Borussia Dortmund | 34 | 25 | 6 | 3 | 80:25 | 81 |
| 2. | Bayern München | 34 | 23 | 4 | 7 | 77:22 | 73 |
| 3. | Schalke 04 | 34 | 20 | 4 | 10 | 74:44 | 64 |
| 4. | Borussia Gladbach | 34 | 17 | 9 | 8 | 49:24 | 60 |
| 5. | Bayer Leverkusen | 34 | 15 | 9 | 10 | 52:44 | 54 |
| 6. | VfB Stuttgart | 34 | 15 | 8 | 11 | 63:46 | 53 |
| 7. | Hannover 96 | 34 | 12 | 12 | 10 | 41:45 | 48 |
| 8. | VfL Wolfsburg | 34 | 13 | 5 | 16 | 47:60 | 44 |
| 9. | Werder Bremen | 34 | 11 | 9 | 14 | 49:58 | 42 |
| 10. | 1. FC Nürnberg | 34 | 12 | 6 | 16 | 38:49 | 42 |
| 11. | Hoffenheim | 34 | 10 | 11 | 13 | 41:47 | 41 |
| 12. | SC Freiburg | 34 | 10 | 10 | 14 | 45:61 | 40 |
| 13. | Mainz 05 | 34 | 9 | 12 | 13 | 47:51 | 39 |
| 14. | Augsburg | 34 | 8 | 14 | 12 | 36:49 | 38 |
| 15. | Hamburger SV | 34 | 8 | 12 | 14 | 35:57 | 36 |
| 16. | Hertha BSC | 34 | 7 | 10 | 17 | 38:64 | 31 |
| 17. | 1. FC Köln | 34 | 8 | 6 | 20 | 39:75 | 30 |
| 18. | Kaiserslautern | 34 | 4 | 11 | 19 | 24:54 | 23 |
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Der 24-jährige Argentinier hatte in Deutschland überhaupt keinen Kredit mehr, wurde von den Experten völlig abgeschrieben und in der Bundesliga für für tot erklärt. Trainer Michael Frontzeck hatte den ehemaligen GC-Star nach diversen Skandalen und Eskapaden kurzerhand aus der Mannschaft geworfen und ihn schliesslich nach Griechenland in die Fussballprovinz von Aris Saloniki abgeschoben. Bobadilla war unter anderem auch in angetrunkenem Zustand durch die Gladbacher Innenstadt gefahren.
Lucien Favre, der neue Trainer in Gladbach und Nachfolger von Frontzeck, wusste um die grossen Qualitäten von Bobadilla, holte ihn aus Griechenland zurück und gab ihm eine neue Chance. Prompt feiert der bullige Stürmer nach seiner Rückkehr eine wundersame Auferstehung. Mit einem Assist und einem Tor schoss er Gladbach beim 4:1-Sieg über den VfL Wolfsburg an die Tabellenspitze. «Ich habe viel Mist gebaut», sagte Bobadilla vor der Saison. Er wolle das Vertrauen Favres dem Trainer zurückgeben.
«Raul muss sich immer wieder neu beweisen»
Lucien Favre betont, dass er mit Bobadillas nichts Spezielles gemacht habe. Er habe Bobadilla einfach genau beobachtet und studiert. «Raul hat Eigeninitiative, Eigenverantwortung und Ehrgeiz entwickelt», lobt Favre. Bobadilla habe in Griechenland nicht mehr oft über 90 Minuten gespielt, worunter die Spielpraxis gelitten habe. Bei seinem Kurzeinsatz gegen Stuttgart habe er ganz ordentlich gespielt. «Im Training hat er dann sehr gut gearbeitet und sich für die Startelf gegen Wolfsburg förmlich aufgedrängt», sagt Favre. Bobadilla habe sich das Vertrauen im Training geholt und es auch verdient gehabt, gegen Wolfsburg von Beginn an zu spielen. «Gegen Wolfsburg hat er dann sehr gut gespielt», lobt Favre.
Der Romand tritt jedoch sofort auch auf die Euphoriebremse. «Raul hat noch viel zu lernen, er muss sich immer wieder neu beweisen», sagt Favre. Das gelte sowohl für die Trainings wie auch für die Spiele. Auch für die nächste Partie vom kommenden Sonntag auf Schalke muss sich Bobadilla im Training für die Startelf aufdrängen. Gladbach ist gewarnt. Schalke zog am Donnerstag mit einem 6:1-Heimsieg gegen Helsinki in die Gruppenphase der Europa League ein. Der holländische Nationalspieler Klaas-Jan Huntelaar schoss dabei nicht weniger als vier Tore.
Für Gladbach-Experte Jörg Stiel ist die Auferstehung von Bobadilla kein Wunder. «Trainer Lucien Favre hat ein ganz einfaches Rezept. Er schürt den Konkurrenzkampf und diesen hat Bobadilla angenommen», sagt der ehemalige Torhüter und Berater des Vereins gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Der Argentinier sei sich auch bewusst, dass es wohl seine letzte Chance im Profifussball sei. «Bobadilla hat aus seinen Fehlern offenbar gelernt und daraus die richtigen Lehren gezogen», sagt Stiel. Zudem habe ihm Favre neue Perspektiven aufgezeigt.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.08.2011, 12:23 Uhr



