Wie Rooney vom Rüpel aus der Gosse zum Weltstar wurde

Von Thomas Niggl. Aktualisiert am 30.03.2010

Aufgewachsen ist ManU-Torjäger Wayne Rooney im Liverpooler Arbeiter-Viertel Croxteth. Seine Perspektiven auf eine Weltkarriere waren nicht sonderlich gut.

In der Form seines Lebens: Wayne Rooney, Weltklassestürmer bei Manchester United, ist zurzeit nicht zu stoppen. Heute Abend spielt er in München in der Champions League gegen die Bayern.

In der Form seines Lebens: Wayne Rooney, Weltklassestürmer bei Manchester United, ist zurzeit nicht zu stoppen. Heute Abend spielt er in München in der Champions League gegen die Bayern.
Bild: Keystone

Sein Vater war Amateurboxer, im Hauptberuf ein Dauer-Arbeitsloser. Die Mutter verdiente sich das Geld für die Familie als Putzfrau. Rooney hatte vom Vater das Boxen erlernt, entschied sich dann aber für den Fussball. Als 16-Jähriger debütierte er für Everton, war der jüngste Torschütze in der obersten englischen Liga und mit 17 Jahren jüngster Nationalspieler Englands. Seine Skandale: Prügeleien, Alkoholexzesse, Bordellbesuche. Doch die Rauflust hat Wayne Rooney inzwischen abgelegt, sein Image eines Rüpels aus der Gosse ist Vergangenheit.

Sein Vermögen wird auf 40 Millionen Euro geschätzt

Aus dem jähzornigen Jahrhunderttalent von Manchester United ist ein gereifter Mensch und ein Stürmer der Marke Weltklasse geworden. Seine eindrucksvolle Saisonbilanz: 33 Pflichtspieltore für den englischen Rekordmeister. Sein Jahreseinkommen beträgt 20 Millionen Euro, sein geschätzter Marktwert liegt bei 65 Millionen. Sein Vermögen wird jetzt schon mit 40 Millionen angegeben. «Ich habe einen sehr guten Lauf und bekomme sehr gute Unterstützung von meinen Kollegen», sagt der inzwischen 24-jährige Engländer vor dem heutigen Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League in München. «Bayern ist stark, aber wir haben vor keinem Team der Welt Angst», versichert Rooney voller Selbstvertrauen. Er hat in dieser Saison im europäischen Wettbewerb der Besten bereits getroffen - alle vier Tore schoss er im Achtelfinal gegen die vermeintlichen Defensivkünstler des AC Mailand. Die Weltpresse verneigte sich vor dem derzeit besten Angreifer der Welt neben Barcelonas Argentinier Lionel Messi. Die «New York Times» erhob Rooney zu Englands Hoffnungsträger, Italiens Fachblatt «La Gazzetta dello Sport» nannte den Sohn eines Preisboxers einen Unheimlichen mit roten Haaren.

«Wayne Rooney ist zurzeit magisch»

Heute Abend kommen in der Münchner Allianz-Arena mehr als 1500-Länderspiel-Einsätze zusammen. Die alternden ManU-Legenden Gary Nevill (35) und Ryan Giggs (36) waren schon 1999 beim unvergesslichen 2:1-Sieg der «Red Devils» gegen die Bayern in Barcelona dabei. Damals machte Rooney gerade als Dreizehnjähriger im Internat des FC Everton auf sich aufmerksam. Das Urteil seines Jugendtrainers: Aufopfernde Spielweise, grosse Leidenschaft, Siegeswille, Schussgewalt, Torinstinkt und ein ausgeprägtes Kopfballspiel. Heute sagt Englands Nationaltrainer Fabio Capello: «Wayne Rooney ist zurzeit magisch.» Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer traut ihm zu, «in dieser Form England sogar zum WM-Titel führen zu können».

Der Weggang des Portugiesen Cristiano Ronaldo zu Real Madrid war für Rooneys Leistungsexplosion ein Segen. Statt als hängende Spitze auf den Flügeln Kraft zu verpuffen, kann er jetzt im Angriffszentrum seinen dynamischen Zug aufs Tor ausspielen. Der bullige Rotschopf hat seine frühere ungezähmte Aggressivität mit Hilfe eines Psychologen kanalisieren können. In «Waynes World» waren bis 2008 Skandale Normalität. Alkoholexzesse, wilde Prügeleien, Platzverweise oder Provokationen der gegnerischen Fans. Vom wilden, unreifen Menschen ist wenig übrig geblieben. Auf den Hinterhöfen Liverpools, in Croxteth, der härtesten Gegend, hatte er neben Fussball auch diesen Zorn gelernt.

Die Vaterrolle macht in sanft

2008 heiratete Wayne seine langjährige Freundin Coleen, seit November 2009 ist er Vater. Der ehemalige Darling der Armen ist längst ein weltweit vermarkteter Global Player mit vier Werbepartnern (Coca-Cola, Nike, EA Sports, Tiger Beer) geworden. Selbst seine Frau, eine ehemalige Supermarktkassiererin, hat lukrative Verträge, eine eigene TV-Show und schreibt für die Klatsch-Zeitschrift «OK» eine Kolumne. «Als Vater ändert sich das Leben», verrät Rooney. Er sei viel ruhiger geworden. Auf dem Platz verwandelt sich diese innere Stabilität in positive Energie um. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.03.2010, 12:09 Uhr

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Stand: 27.05.2012 16:09
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Roland Garros
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